Grüner: "Die Weltwirtschaft wächst trotzdem"



10:55 17.08.19

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Grüner hinterfragt die Rezessionsangst und sieht etliche Argumente, weshalb die Konjunkturschwäche heißer gekocht als gegessen wird.

15. August 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Industrielle Schwäche, vom Handelskrieg zum Währungskrieg, volatile Märkte – auch im zweiten Halbjahr 2019 fallen Rezessionsängste auf fruchtbaren Boden. Deutsche Anleger sind emotional besonders gebeutelt: Im zweiten Quartal 2019 schrumpft die deutsche Wirtschaft um 0,1 Prozent, der Einkaufsmanagerindex im Industriesektor gibt mit einem Wert von 43,2 ein besonders schlechtes Bild ab. Schwache Industriedaten in ganz Europa werden als Vorboten einer breit angelegten Rezession interpretiert, mittlerweile halten auch zahlreiche Ökonomen einen baldigen Abschwung in den USA für wahrscheinlich. Wird es jetzt endgültig ungemütlich für den globalen Bullenmarkt?

Der Dienstleistungssektor hilft

Die Fakten: In Europa ist die industrielle Schwächephase allgegenwärtig. Einzig in den USA kann sich der Einkaufsmanagerindex im verarbeitenden Gewerbe im expansiven Bereich halten. In Deutschland sind vor allem die Stahlindustrie und der Automobilsektor stark unter Druck, zugehörige Unternehmen werden an den Börsen schon seit längerer Zeit mit kräftigen Abschlägen gehandelt. Dagegen sind die Einkaufsmanagerindizes im Dienstleistungssektor auf voller Breite im expansiven Bereich angesiedelt. Es stellt sich die Grundsatzfrage: Schwappt die industrielle Schwäche auf sämtliche Wirtschaftszweige über oder zieht der Dienstleistungssektor alles nach oben? Auch wenn die aufgeregte Diskussion das Gegenteil vermuten lässt: In der Eurozone ist der Dienstleistungssektor für 73 Prozent des BIPs verantwortlich.

Generell entzerrt sich das Bild, wenn man die Blickwinkel erweitert. Der Industriesektor schrumpft, die kombinierten Einkaufsmanagerindizes zeigen jedoch Wachstum an. Die Wirtschaft in Deutschland und Großbritannien schrumpft, auf globaler Ebene ist gesundes Wachstum zu beobachten. Es ist letztendlich eine Frage der Anlagestrategie, wie robust das Portfolio gegen regionale Schwachpunkte oder kriselnde Wirtschaftszweige reagiert. Wer sein Portfolio global aufstellt, erreicht den optimalen Grad an „Immunität“.

Rezession - ja oder nein?

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Welt im Jahr 2019 nicht perfekt, so viel steht fest. Wer rationale Investitionsentscheidungen treffen will, muss abwägen. Auf der einen Seite existieren fundamentale und politische Risikofaktoren, auf der anderen Seite wächst die Welt auf breiter Ebene unbekümmert weiter. Rezession ist ein großes Wort. Um das globale Wachstum tatsächlich komplett abzuwürgen, ist ein mächtiger Rückgang auf breiter Ebene nötig. Großbritannien leidet unter der Brexit-Diskussion, Deutschland unter der Regulierung im Automobilsektor und den abgeschwächten Exporten nach China - starker Gegenwind auf regionaler Ebene, allerdings nicht mal ansatzweise ausreichend, um auf Basis von Zahlen und Fakten von einer echten Gefahr für die globale Wirtschaft zu sprechen. Das reale BIP soll 2019 um rund 3 Prozent wachsen – trotz Handelskonflikt, „industrieller Rezession“ und unzähligen anderen Problemquellen. Wie gesagt: Die Welt ist nicht perfekt. Das muss sie im reifen Zyklus eines Bullenmarkts auch gar nicht sein. Es genügt, dass die Realität besser bleibt als die niedrige Erwartungshaltung.

Fazit

Der laufende Bullenmarkt kann mit Schwächephasen gut umgehen. Der US-amerikanische zeigt sich extrem robust, China wächst, der Bullenmarkt zeigt sich von seiner typischen Seite. Gerade deutsche Anleger gewinnen den Eindruck, aktuell auf der Schattenseite zu stehen. Diese Einschätzung ist durch die „deutsche Brille“ gerechtfertigt – mit einem global aufgestellten Portfolio steht jedoch eine einfache Lösung parat.


© 15. August 2019, Grüner Fisher Investments



Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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