Der Fluch der guten Tat



06:51 24.08.19

Obwohl ich in meiner letzten Kolumne den Namen Greta Thunberg überhaupt nicht erwähnt habe, prasselt der Hass auf diese Person jetzt auch auf mich nieder. Dieses Mädchen scheint mittlerweile zur Projektionsfläche vieler alter weißer Männer geworden zu sein. Zum Glück hat das ausnahmsweise mal nichts mit Pädophilie zu tun.

Derzeit fährt Greta Thunberg mit dem Segelboot nach Amerika, und hat Glück, wenn sie von den Kübeln mit Hass, die dabei über ihr ausgeschüttet werden, nicht untergeht.

Vor ziemlich genau fünfzig Jahren, im Jahr 1969, haben John Lennon und Yoko Ono ihr Bed-In für den Weltfrieden in einem Amsterdamer Hotel gemacht. Das war ebenso wie Thunbergs Reise ein symbolischer Akt, doch ich möchte nicht wissen, was los wäre, wenn dieses Bed-In heute im Jahr 2019 stattfinden würde.

Da würden Twitter und Facebook sicherlich regelrecht explodieren, und man würde John und Yoko vorwerfen, dass das ja nur Putin nutze. Auch müssten die Journalisten ja dorthin anreisen, was natürlich mit enormen CO“-Emissionen verbunden wäre.

Und vor allem: Die Bettwäsche müsste hinterher gewaschen werden! Nicht auszudenken, was das für das Klima bedeutet.

Ich überlege mir daher, ob es heutzutage eigentlich überhaupt noch möglich ist, eine durchweg gute Tat zu vollbringen?

Was könnte man da nehmen? Fremde Länder zwecks Hilfe und Völkerverständigung bereisen? Das soll wohl ein CO2-Scherz sein. Dann vielleicht durch Europa zu Fuß oder mit dem Rad? Auch keine gute Idee, der Gummiabrieb, und dann vielleicht auch noch im Wald sein Geschäft erledigen und den Borkenkäfer füttern.

Also die Politik. Nehmen wir die Wahlen. Die rechtspopulistische CDU wählen? Nein, Merkel muss büßen! Dann die linkspopulistische SPD? Bitte keinen Sozialismus! Die allpopulistischen Grünen? Stop dreaming! Und gar nicht zur Wahl gehen? Sie haben wohl die Demokratie noch nicht verstanden!



Jetzt weiß ich es: Überhaupt zu Hause bleiben. Gar nicht mehr das Haus verlassen. Schließlich sind alle Probleme dieser Welt ausschließlich dadurch verursacht worden, dass die Menschen nicht in Ruhe auf ihrem Zimmer bleiben können.

Heute wäre das jedoch die allerschlimmste Lösung. Blieben die Leute nämlich alle zu Hause, würde die Wirtschaft zusammenbrechen.

Was bleibt also? Selbstmord scheidet ja auch aus. Wegen Schweinerei mit dem Blut und den erhöhten Entsorgungskosten.

Die Menschheit steht wirklich vor enormen und anscheinend unlösbaren Problemen.


Bernd Niquet


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Über den Autor
 
Autor: Bernd Niquet Bernd Niquet,
Autor

Bernd Niquet ist promovierter Volkswirt und schreibt Börsenkolumnen und Bücher


Jenseits des Geldes. VIERTER TEIL

Neu erschienen:
Bernd Niquet, Jenseits des Geldes. FÜNFTER TEIL, 624 Seiten, 22,00 Euro

Hier bestellen:
https://www.engelsdorfer-verlag.de/Belletristik/Erzaehlende-Literatur/Jenseits-des-Geldes-5-Teil::7415.html


Beschreibung:
Bernd Niquet und die Flüchtlingskrise. Die Geschichte von Bernd Niquet ist mittlerweile in den Jahren 2015 und 2016 angekommen. Das ist die Zeit des massenhaften und ungehinderten Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland. Die Hauptfigur der Ereignisse muss jetzt nicht mehr wie vorher nur die Lasten seines eigenen Lebens und seiner familiären Verhältnisse schultern, sondern sieht sich darüber hinaus gezwungen, aus sich selbst herauszutreten und sich ganz grundsätzliche weiterführende Gedanken zu machen.

»Immer, wenn die große Mittelmacht auf dem europäischen Kontinent verrücktspielt, resultieren daraus immense Verwerfungen. Wird der wirtschaftlichen Nord-Süd-Teilung zur Eurorettung jetzt auch noch eine kulturelle Ost-West-Spaltung zur Flüchtlingsrettung hinzugefügt? Denn das hieße ja nichts anderes als die bildliche Kreuzigung unseres Kontinents.«

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und lebt trotz seines Umzugs im letzten Jahr weiterhin im selben ruhigen Außenbezirk von Berlin. Die ersten vier Teile von Jenseits des Geldes sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen, und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2018.

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