Googles erdrückende Marktmacht wird zum Problem



10:56 14.09.19

Liebe Leserinnen und Leser,

Was macht ein Internet-Surfer, wenn er etwas Bestimmtes sucht? Er „googelt“. Der Begriff ist zum allgemeinen Wortschatz geworden und drückt schon die Übermacht von Google aus. Insofern ist es kein Wunder, dass die monopolähnliche Stellung den US-Wettbewerbshütern ein Dorn im Auge ist.

Die Untersuchung der Wettbewerbssituation

48 US-Bundesstaaten, Washington D.C. und Puerto Rico schlossen sich einer Initiative an, welche die Marktmacht von Google näher untersuchen soll. Es liegt der Verdacht nahe, dass Google die Internet-Werbebranche zu stark dominiert und damit den Wettbewerb behindert. Das Vorgehen überraschte Google dahingehend, dass sich so viele Bundesstaaten der Initiative angeschlossen haben. Lediglich Kalifornien und Alabama sind nicht mit dabei.

Die Ermittlungen bringen Druck auf die Alphabet-Tochter. Die Werbebranche ist sich intern schon lange einig, dass Google seine starke Wettbewerbsposition zum Nachteil anderer Wettbewerber ausnutzt. Mit der Dominanz von Google sind Innovationen im Suchmaschinenbereich kaum noch möglich. Eine ähnliche Dominanz gibt es auch auf der Videoplattform YouTube. Es ist ein Unternehmen, das ebenso zum Alphabet-Konzern gehört. Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Leistungsangebote von Google und Facebook 70% des Internet Traffic in den USA verursachen. Aufgrund dieser Marktmacht gibt es kaum noch erfolgreiche Start-Ups.

US-Behörden waren bisher zu tolerant

Die gestartete Initiative wirft den US-Behörden eine lasche Handhabung im Wettbewerbsrecht vor. Die mangelnde Regulierung hat sogar politische Auswirkungen, denn die Verbreitung von Hass oder Fakenews sind allgegenwärtig. Alphabet will im Gegenzug beweisen, dass der freie Wettbewerb gewährleistet ist und Google in der Vergangenheit viele kleine Unternehmen unterstützt hat.

Es existiert ein Zerschlagungsplan

Dem Mutterkonzern Alphabet ist die Initiative auf jeden Fall eine Warnung. Die Demokraten im US-Kongress haben bereits im März 2019 einen Zerschlagungsplan vorgelegt. Vor 20 Jahren drohte auch Microsoft eine Zerschlagung aufgrund der Windows-Dominanz. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Google mit Kritik überschüttet wird. Beim schwachen Verbraucherschutz, bei Datenmanipulationen oder auch beim Kinderschutz musste Google in der jüngsten Vergangenheit schon Einlenken.

Die EU bestrafte Alphabet

Sogar in Europa hat Alphabet schon drei große Kartellstrafen aufgebürdet bekommen. Die Strafen liegen im Milliardenbereich und wurden wegen Marktmissbrauchs aufgrund der Verknüpfung zwischen der Suchmaschine Google Search und Google Shopping verhängt. Außerdem wurden Gebühren zur Benutzung des mobilen Betriebssystems Android beanstandet. Eine EU-Strafe gab es auch wegen Behinderung des Wettbewerbs im Kerngeschäft von Google AdSense.

Bild: Wochen-Chart der Alphabet-Aktie (Google) [in D. mit WKN: A14Y6F]





Im Seitwärtsmarkt gefangen?

Seit 2018 konnte die Google-Aktie immer wieder starke Aufsatzwellen produzieren. Erstaunlicherweise nahm jeweils auch die Kursdynamik zu. Trotzdem erwies sich der Widerstand um 1260 USD als hartnäckig, denn bisher prallte der Kurs dreimal nach unten ab.

Gewöhnlich gibt es an den Aktienmärkten zum Jahresende eine saisonale Kursrallye. Wenn sich dieses Marktverhalten wiederholt, dann sollte auch die Google-Aktie davon profitieren. Die Kombination aus einem eigenen Kursschwung und einer bullishen Gesamtmarktbewegung sollte ausreichen, um den Widerstand zu überwinden.
Über eine kurstechnische Projektion lässt sich ein Zielkurs von 1300 USD herausarbeiten. Ausgehend vom aktuellen Kurs ist das Kurspotenzial gemäßigt.

Fazit: Die Berührung des Widerstandes bei 1260 US-Dollar ist eine Pflichtübung für die Aktie. Die Kür kommt erst über dem Widerstand. Wenn der Gesamtmarkt die Kursbewegung der Aktie unterstützt, könnte sich daraus eine stärkere Kurswelle entwickeln.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Christian Lukas

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Über den Autor
 
Autor: Christian Lukas Christian Lukas,
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Christian Lukas ist Ingenieur und beschäftigt sich seit 1998 mit der Technischen Analyse. Sein zentrales Thema ist die Volumen-Analyse. Aus den Divergenzen von Kurs- und Volumenfluss entwickelt er seine Tradingchancen mit exzellenten Chance-Risiko-Verhältnis. Er betreibt Eigenhandel mit DAX-Future und Bund-Future und vertraut auf selbst entwickelte Handelssysteme. Interessierte können unter www.volumen-analyse.de mehr erfahren.

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