Anleihen: Renditen steigen



13:26 12.10.19

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Mögliche Lösungen im Zollstreit zwischen China und den USA sowie Hoffnung auf einen geregelten EU-Austritt der Briten setzten Bundesanleihen unter Druck.

11. Oktober 2019. FRANKFURT(Börse Frankfurt). Wird es zum Wochenausklang fassbare Fortschritte im Handelskonflikt zwischen den USA und China geben? Und liefern die Briten kurz vor Schluss doch noch eine gangbare Lösung für einen EU-Austritt mit Vertrag? Anleger scheinen guter Hoffnung und trennen sich verstärkt von als sicher geltenden Bundesanleihen. „Im Laufe der Woche verlor der Euro-Bund-Future deutlich an Gewicht“, stellt Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Nach 173,88 Prozent am Montag startete das Barometer für die künftigen Zinserwartungen am Morgen mit 172,71 Prozent in den Handel. Auch US-Staatsanleihen büßten ein, aktuell bringen zehnjährige Treasuries eine Rendite von 1,66 Prozent.

Gegenreaktion möglich

Marktteilnehmer sind sich darüber einig, dass es auf kurze Sicht allenfalls eine Teillösung im Zolldisput geben wird. Diese könnte nach Ansicht der HSBC beispielsweise eine Verpflichtung zum Ankauf von US-Agrargütern durch China beinhalten. Die Vereinigten Staaten würden in dem Fall zunächst von der Implementierung weiterer Zölle auf chinesische Einfuhren absehen.

Für Folker Hellmeyer von Solvecon steigt der Druck auf Donald Trump. Unter anderem zeigten sich mittlerweile Bremsspuren beim Absatz US-amerikanischer Autos in China. Allein General Motors habe im dritten Quartal 17,5 Prozent weniger Fahrzeuge am weltweit größten Automarkt verkauft. Hoffnungen auf einen Kurswechsel der USA seien deshalb zwar berechtigtm, mehr aber nicht.

Ob es tatsächlich zu einer Zwischenlösung kommt, bleibt laut Helaba abzuwarten. Zu häufig seien die Märkte in der Vergangenheit enttäuscht worden. Durch die Vorwegnahme von Fortschritten an den Kapitalmärkten müssten Anleger bei einem negativen Gesprächsverlauf mit entsprechenden Gegenreaktionen rechnen. Andererseits würden greifbare Fortschritte vermutlich zu weiteren Kursverlusten am Rentenmarkt führen.

Brexit-Lösung weiterhin offen

Nach dem Frühstück zwischen EU-Unterhändler Michel Barnier und dem britischen Brexit-Minister Stephen Barclay ist weiterhin unklar, ob noch rechtzeitig vor dem Austrittstermin am 31. Oktober ein Abkommen erreicht werden kann. Noch halte EU-Ratspräsident Donald Tusk eine Lösung für möglich, sollten die Vorschläge von London praktikabel sein. Für viele Kommentatoren ist die Wahrscheinlichkeit für einen geordneten Austritt derzeit zumindest höher als in den vergangenen Monaten.

Viele Neuemissionen

Die Woche war Brunner zufolge zudem geprägt von vielen Neuemissionen. Unter anderem sammelte Italien mittels drei Anleihen insgesamt sechs Milliarden US-Dollar am Kapitalmarkt ein. Für einen bis 2024 laufenden Wert zahlt Rom Anlegern einen Kupon von 2,375 Prozent. Eine zehnjährige Anleihe ist mit einem jährlichen Zins von 2,875 Prozent ausgestattet. Ein dreißigjähriges Papier bringt Besitzern nominal 4,0 Prozent per Annum. Auch Unternehmen emittierten laut dem Händler zahlreiche neue Bonds, meist in größeren Stückelungen. „Anleihen von Unternehmen mit Investment Grade werfen in der Regel keine oder sehr niedrige Zinsen ab und sind für Privatanleger weniger interessant“, begründet Brunner.



Arthur Brunner

Brunner

Anleger vertrauen auf Online-Spiele

Eine neue fünfjährige Mittelstandsanleihe von Media and Games Invest (WKN A2R4KF) kommt bei den Kunden der ICF Bank derweil gut an, berichet Brunner. „Die Nachfrage ist hoch, aktuell kostet der Wert 102 Prozent.“ Der mit jährlich 7 Prozent verzinste Bond kann vom Emittenten vorzeitig im Oktober 2021 zu einem Rückzahlungspreis von 103 Prozent gekündigt werden. Analysten der KFM Deutsche Mittelstand bewerten die Aussichten für die Gesellschaft unter anderem aufgrund von derzeit über 30 gut etablierten Online-Spielen mit Bewertungen im Schnitt vier von fünf Sternen.

S-Immo gesucht

Anleger griffen laut Gregor Daniel zudem verstärkt zu einer 100 Millionen Euro schweren Neuemission von S Immo (WKN A2R73K) mit einer Laufzeit bis 15. Oktober 2029 und einem Kupon von 2,0 Prozent. Bei einem Kurs von 103,65 Prozent kommt das in Einheiten von in 500 Euro kaufbare Papier auf eine Rendite von 1,6 Prozent, wie der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berechnet.

Gregor Daniel

Daniel

Nachfrage nach Eyemaxx und Tempton

Nach wie vor gute Umsätze registriert Brunner in einer fünfjährigen, mit jährlich 5,5 Prozent verzinsten Eyemaxx Real Estate-Anleihe (WKN A2YPEZ) und einem Floater von Tempton Personaldienstleistungen (WKN A2YPE8) mit Fälligkeit in 2023 und einem Kupon von 6,0 Prozent über dem vierteljährlichen Euribor.

Saxony Minerals & Exploration (SME) begibt ersten Bond

Die Aufnahme von bis zu 30 Millionen Euro erhofft sich Saxony Minerals & Exploration (WKN A2YN7A) mit der Ausgabe einer Anleihe und bietet Anlegern dafür jährlich 7,75 Prozent. Die Zeichnung des 5,5-jährigen Bonds startet ab 17. bis voraussichtlich 29. Oktober. Mit den Mitteln plant das in 2012 gegründete Rohstoffunternehmen den Abbau von Wolfram und Fluorit im sächsischen Bergwerk Pöhla voranzutreiben.

Von: Iris Merker

11. Oktober 2019, © Deutsche Börse AG

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