Wochenausblick: Anleger sondieren die Lage



17:24 14.10.19

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Nach dem Zwischensprint am deutschen Aktienmarkt scheinen sich Anleger zunächst zu sammeln. Technisch hat sich die Lage für den DAX mit Überwinden wichtiger Hürden nach Ansicht von Analysten deutlich verbessert.
 

14. Oktober 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach der Erleichterungsrallye am deutschen Aktienmarkt – der DAX legte vergangene Woche um gut 500 Punkte auf 12.511 Punkte und damit gut 4,1 Prozent zu – sehen viele Analysten Chancen für weiter steigende Kurse. Es könnte aber auch ganz anders kommen. Vieles hänge an der schriftlichen Ausgestaltung des angekündigten Teilabkommens im Handelsstreit zwischen China und den USA. Noch sei Phase eins des Abkommens nicht in trockenen Tüchern.

Strafzölle bleiben für Anleger derweil ein Thema. Hinsichtlich der ab Donnerstag geplanten zusätzlichen US-Abgaben von 25 Prozent beispielsweise auf Einfuhren von Käse, Schinken, Olivenöl und Wein aus der Europäischen Union scheint Brüssel noch auf eine gütliche Einigung zu hoffen. Misslinge die angestrebte Aufnahme von Gesprächen mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer, plane Handelskommissarin Cecilia Malmström Gegenmaßnahmen.

In die neue Woche startete der deutsche Aktienindex mit 12.486 Punkten etwa ein halbes Prozent leichter.

Kurzfristige Brexit-Lösung unwahrscheinlich

Eine Last-Minute-Lösung für einen geregelten Brexit bis zu Beginn des EU-Gipfels sieht Christian Apelt nach den Erfahrungen der Vergangenheit eher skeptisch. „Zumal eine nahezu sensationelle Einigung mit der EU auch noch das britische Unterhaus überleben müsste“, erinnert der Helaba-Analyst. Apelt rechnet eher mit einem Antrag Boris Johnsons zur Fristverlängerung am 19. Oktober. Dazu verpflichte ihn das „Benn“-Gesetz. Im Anschluss werde vermutlich der Weg für Neuwahlen bereitet. Damit könne das Brexit-Dilemma geklärt werden, oder auch nicht.

Positive Impulse aus den Konzernzentralen?

Jenseits politischer Themen winken aus den US-Konzernzentralen die jüngsten Ergebnisse. Im Rahmen der Unternehmenszahlen für das dritte Quartal legen in dieser Woche unter anderem US-Banken wie JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup, Wells Fargo und Bank of America ihre Bücher offen. Niedrigen Zinsen zum Trotz scheinen die Banken ihre Geschäfte gut im Griff zu haben. Etwa rechnen Analysten für JP Morgan nach 2,34 US-Dollar im Vorjahreszeitraum mit einem Gewinn von 2,45 US-Dollar je Aktie für die Monate Juli bis September. Beim Umsatz stehe vermutlich ein Plus von gut 2 Prozent auf 28,41 Milliarden US-Dollar zu Buche.

Für Unternehmen aus dem S&P 500 erwarten Marktbeobachter ein Minus von 2,0 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2018, wie Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank anmerkt. Lasse man den Energiebereich außen vor, dürfte demnach in etwa das Niveau des Vorjahres erreicht werden. Diese Einschätzung hält Schickentanz für einigermaßen realistisch. Die Erwartungen zweistelliger Zuwächse der S&P 500-Konzerne für das vierte Quartal und das kommende Jahr erscheinen dem Analysten hingegen etwas zu optimistisch. Das könne durchaus Revisionsdruck erzeugen.



Positive Ausgangslage

Aus technischer Perspektive hat sich das strukturelle Bild für den deutschen Aktienindex mit Überwindung einer ganzen Reihe von Widerständen nach Ansicht von Christian Schmidt deutlich aufgehellt. 20 DAX-Aktien wiesen gegenwärtig einen positiven Directional Movement Index (DMI) auf, 19 notierten oberhalb des 200- und 25 über der 50-Tagelinie. Spannend wird nach Ansicht des Helaba-Charttechnikers, ob der deutsche Leitindex auch in der Lage sein wird, das dreifache Fraktal-Top im Bereich um 12.507 Punkte hinter sich zu lassen.

Gelinge dies, rückten zunächst die Widerstände um 12.554, 12.599, 12.637 und 12.656 Punkte in den Fokus. Mit dem Erreichen dieser Marken würden gleich mehrfach harmonische Bewegungen komplettiert. „Insofern wird sich zeigen müssen, ob der DAX über weitere Reserven verfügt, um auch die Expansionsmarke um 12.760 Punkte zu meistern. Auf der Unterseite macht Schmidt Unterstützung um 12.439, 12.372, 12.307 und 12.265 DAX-Punkte aus.

Christian Schmidt

Schmidt

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Mittwoch,16. Oktober

20.00 Uhr. USA: Beige Book. Der Konjunkturbericht der US-Notenbank wird ein differenzierteres Bild darüber liefern, ob die Währungshüter bei ihrer nächsten Sitzung weiter an der Zinsschraube drehen werden. Laut Bernd Weidensteiner von der Commerzbank wird der Bericht zeigen, dass sich der US-Arbeitsmarkt ganz gut hält und der Wohnungsbau wieder anzieht. Die Stimmung der US-Firmen habe sich dennoch verschlechtert, wobei die schwierige Lage der Industrie allmählich auf den Dienstleistungssektor abfärbe. Investoren rechnen derzeit mehrheitlich mit einer erneuten Zinssenkung um 0,25 Prozent auf 1,50 bis 1,75 Prozent.

Freitag,18. Oktober

4.00 Uhr. China: Bruttoinlandsprodukt drittes Quartal. Die Zahlen zum Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts dürften laut DekaBank verdeutlichen, dass der Handelskonflikt die Konjunkturdynamik verlangsamt hat. Nach 6,2 Prozent im Vorjahreszeitraum komme China aller Voraussicht nach nun auf ein Plus von 6,1 Prozent. Damit hätte Peking das für dieses Jahr angepeilte Wachstumsziel zwischen 6,0 und 6,5 Prozent dennoch erreicht.

Von: Iris Merker
14. Oktober 2019, © Deutsche Börse AG



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