Marktstimmung: "Hoffnung und Optimismus gut eingepreist"



07:40 17.10.19

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Der DAX schießt nach oben und auch die Marktstimmung der hiesigen Investoren. Eine Belastung, aber keine Bedrohung, meint Analyst Goldberg in der Gemengelage.

Zusammenfassung Gut 5 Prozent hat der DAX seit vergangenen Mittwoch zugelegt und die hiesigen mittelfristig orientierten Anleger waren zu einem großen Teil dabei, 7 Prozent der Profis haben Aktien gekauft und 9 Prozent der Privatanleger. Von denen bemerkenswerte 12 Prozent zudem Short-Positionen geschlossen haben. Der Sentiment-Index der Institutionellen schnellt auf +21 Punkte und damit auf ein Jahreshoch, der der privanten Anleger immerhin auf +12 Punkte.
Für Joachim Goldberg ist es bemerkenswert, wie sehr die Anleger damit den positiven Ausgang bestehender Konflikte wie Brexit und Zollstreit vorweg genommen haben. Viel Hoffnung und Optimismus seien nun bereits eingepreist. Nach Ansicht des Verhaltensökonoms war auch internationales Kapital an der Kursentwicklung beteiligt. Entsprechend hoch sei aber auch das Enttäuschungspotenzial für die Anleger, die negativen Nachrichten versuchen sollten, Gewinne mitzunehmen. Dennoch falle der Optimismus in Summe noch recht moderat aus. Goldberg fasst zusammen: "Der vergleichsweise hohe Optimismus stellt eine gewisse Belastung dar, aber keine echte Bedrohung."

 

16. Oktober 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die vergangenen Tage haben wieder einmal gezeigt, wie sehr das Geschehen um den US-chinesischen Handelskonflikt, aber auch die Verhandlungen zum Brexit die Aktienkurse dies- und jenseits des Atlantiks beeinflussen. Dabei war zum Zeitpunkt der heutigen Stimmungserhebung weder gesichert, ob der sogenannte Waffenstillstand im US-chinesischen Handelskrieg tatsächlich tragfähig ist. Auch hinsichtlich der Brexit-Verhandlungen blieb die Lage unklar. Aber es reichte wohl aus, dass gestern durch Medienberichte bekannt wurde, Vertreter der EU und Großbritanniens seien dem Entwurf eines Vertragstexts des Brexit-Abkommens einen guten Schritt näher gekommen. Und obwohl jeder noch so gut klingende Vertragstext ohnehin vom britischen Unterhaus erst einmal abgesegnet werden muss – dort sind die konservativen Torys auf die Zustimmung der nordirischen DUP angewiesen – zeigten sich die von uns befragten mittelfristig orientierten Investoren noch positiver gestimmt als in der Vorwoche. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um weitere 8 Punkte gestiegen und liegt nun mit +21 Punkten auf dem höchsten Punkt dieses Jahres. Dabei gab es interessanterweise aufgrund der bereits bestehenden Vorpositionierung der vergangenen Woche nur wenig Kaufbedarf aufgrund etwaiger Schieflagen bearish eingestellter Marktteilnehmer. Vielmehr kam die Nachfrage fast ausschließlich von vormals neutral gestimmten Akteuren.

Dieser bereits bei der vergangenen Stimmungserhebung vorhandene Optimismus ist insofern bemerkenswert, da die gestern publizierte BofA Merrill Lynch Fondsmanager Umfrage für Oktober ergab, dass rund 43 Prozent der Befragten davon ausgingen, dass der US-chinesische Handelskonflikt als Maßstab für eine neue Normalität angesehen werden muss. Mit anderen Worten: Diese Fondsmanager gingen davon aus, dass der Handelskonflikt überhaupt nie gelöst werden dürfte. Entsprechend pessimistisch waren auch die Konjunkturaussichten, wobei netto 37 Prozent der Vermögensverwalter für die kommenden zwölf Monate eine Abschwächung des globalen Wachstums erwarten – im September waren es noch 28 Prozent. Indes: Die Befragung wurde zwischen dem 4. und 10. Oktober durchgeführt und endete damit einen Tag vor Bekanntgabe des Ergebnisses der US-chinesischen Verhandlungen. Gut möglich, dass auch die internationalen Fondsmanager mittlerweile nicht mehr ganz so pessimistisch eingestellt sind.

Konsequente Privatanleger

Wesentlich heftiger fiel indes der Stimmungsumschwung bei den Privatanlegern aus. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels stieg nämlich um 21 Punkte auf einen Stand von +12 Punkte. Dabei kamen vor allen Dingen vormals bearish eingestellte Akteure im Zuge des mehr als fünfprozentigen DAX-Anstiegs seit unserer vergangenen Erhebung teilweise stark in Bedrängnis. Allerdings dürften sich etwaige Verluste in Grenzen gehalten haben, da 75 Prozent der Wechselwilligen vormaligen Pessimisten ihre Engagements sogleich um 180 Grad drehten und direkt zu den Optimisten gewechselt sind.

Damit hat sich der große Stimmungsabstand zwischen institutionellen und Privatanlegern aus der Vorwoche wieder deutlich reduziert. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass beim DAX, der gestern übrigens ein neues Jahreshoch erreichte, viel Hoffnung und Optimismus eingepreist ist. Der starke Kursanstieg – es handelt sich immerhin um das größte Wochenplus seit Februar 2018 – des DAX vermittelt außerdem, dass bei der jüngsten Rallye auch internationales Kapital beteiligt gewesen sein könnte. Zumal die von BofA Merrill Lynch befragten Investoren in der vergangenen Woche nur eine ganz geringe Präferenz für Aktien der Eurozone zeitigten. Der mit +21 Punkten höchste Börse Frankfurt Sentiment-Index der institutionellen Anleger dieses Jahres hat damit ein vergleichsweise hohes Niveau erreicht. Entsprechend hoch ist auch das Enttäuschungspotenzial für die Börsianer, die bei entsprechend negativen Nachrichten umgehend versuchen werden, aufgelaufene Gewinne festzuschreiben. Mit anderen Worten: Der vergleichsweise hohe Optimismus stellt nunmehr eine gewisse Belastung für den DAX dar. Wohl wissend, dass man gar nicht solange zurückgehen muss, um einen noch höheren Börse Frankfurt Sentiment-Index als heute zu finden: Nämlich einen Stand von +50 Punkten am 28. November 2018.

16. Oktober 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

Sentiment-Index institutioneller Anleger image-3150
  Bullish Bearish Neutral
Total 48% 27% 25%

ggü. letzter Erhebung

+7% -1%

-6%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.630 (+630 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +21 Punkte (Stand Vorwoche: +13 Punkte)

 

Sentiment-Index privater Anleger image-3151
  Bullish Bearish Neutral
Total 47% 35% 18%

ggü. letzter Erhebung

+9% -12% +3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.630 (+630 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +12 Punkte (Stand Vorwoche: -9 Punkte)

 

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Die Ergebnisse der Analyse erhalten Sie per E-Mail zugesandt.





Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 



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