Batteriegraphit: Kann die Abhängigkeit von China verringert werden?



13:51 04.12.19

Als Daimler (WKN 710000) vor Kurzem ankündigte, man werde weltweit 10.000 Stellen streichen, begründete man dies damit, dass sich die Automobilbranche im größten Umbruch in der Geschichte des Sektors befinde. Der Konzern will Geld einsparen, um den Übergang zur Elektromobilität stemmen zu können.
Ganz ähnlich argumentierte kurz zuvor BMW (WKN 519000), wo ebenfalls knapp 10.000 Jobs in der Fertigung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wegfallen sollen. Ganz zu schweigen davon, dass Branchenprimus VW (WKN 766403) bis 2024 60 Mrd. Euro (!) in die Entwicklung von Elektromobilen, Hybriden und digitalen Technologien investieren will. Der Wolfsburger Konzern wird ein Werk in Emden auf die Herstellung von elektrisch betriebenen SUVs umbauen (ab 2022) und bis Ende des Jahres bekanntgeben, wo eine zweite Fabrik für Elektromobile in Deutschland errichtet werden soll.
Damit nicht genug, verkündete Tesla-Chef (WKN A1CX3T) Elon Musk vor Kurzem, dass man eine so genannte Gigafactory in der Nähe von Berlin errichten will. Aber nicht nur in Deutschland sondern in ganz in Europa schießen derzeit Produktionsanlagen für Elektromobile, Lithium-Ionen-Batterien und Anlagen zur Herstellung von Batteriepacks oder sind zumindest geplant.


Branche bei Batteriegraphit zu 100% von China anhängig
Was vielen Anlegern nicht bewusst ein dürfte, ist, dass in Lithium-Ionen-Batterien erheblich mehr Graphit benötigt wird als Lithium! Und dieses batteriefähige oder Batteriegraphit wird zum größten Teil unter Verwendung von extrem schädlicher Flusssäure hergestellt. Kommt hinzu, dass sämtliches Batteriegraphit, das aus Naturgraphit gewonnen wird, derzeit aus China stammt, d.h. die Abhängigkeit von China liegt bei annähernd 100%!
Der Grund liegt nicht nur darin, dass China der größte Graphitproduzent weltweit ist, sondern vor allem darin, dass China bis dato die Reinigung von Naturgraphit durch die für Mensch und Umwelt höchst gefährliche Flusssäure zulässt. Experten schätzen, dass rund 100.000 Tonnen Batteriegraphit pro Jahr mit Hilfe von Flusssäure (HF-Säure) gewonnen werden. Tendenz stark steigend: bis zum Jahr 2025 wird eine Ausweitung der Produktion auf bis zu 800.000 Tonnen pro Jahr erwartet!




Hat Kibaran Resources die Lösung?
Auftritt Kibaran Resources (WKN A1C8BX / ASX KNL): Das kleine australische Unternehmen arbeitet – maßgeblich unterstützt durch deutsches Know-how – an einer umweltfreundlichen Alternative zur Gewinnung von Batteriegraphit. Kibaran berichtete erst kürzlich von den jüngsten, positiven Prüfergebnissen auf dem Weg zum Bau einer umweltfreundlichen Aufbereitungsfabrik für Naturgraphit in Kwinana, West-Australien. Es wäre nach unserem Wissen die erste und einzige Anlage ihrer Art weltweit. Insbesondere europäische Hersteller dürften ein großes Interesse daran haben, dass das in ihren Batterien verwendete Graphit umweltfreundlich gewonnen wird, erst recht, wenn das Material nicht teurer wäre als konventionell gereinigtes Batteriegraphit. Und die Abhängigkeit von China zu verringern ist sicherlich auch im Sinne nicht nur europäischer Hersteller von Elektromobilen und Lithium-Ionen-Batterien.
Das Kibaran Management hat wiederholt die Überzeugung geäußert, dass der EcoGraf genannte Prozess nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich wettbewerbsfähig sei. Um diese These auch großtechnisch zu beweisen, hatte das Unternehmen die australische Ingenieursgesellschaft GR Engineering damit beauftragt, die konkrete Vorplanung für eine Fabrik in Kwinana bei Perth zu entwickeln. Kibaran hat jetzt einen ermutigenden Zwischenbericht geliefert. Danach haben die Testarbeiten von GR Engineering die Effektivität und die Umweltfreundlichkeit des unternehmenseigenen EcoGraf-Reinigungsverfahrens bestätigt. Bei den Tests seien keinerlei schädliche Emissionen oder Rückstände entstanden, sei es in gasförmiger, flüssiger oder fester Form, hieß es in der damaligen Meldung.
Kibaran, das Unternehmen will sich in Kürze in EcoGraf umbenennen, plant zunächst eine Anlage im australischen Industriegebiet Kwinana mit einer Kapazität von 5.000 Tonnen pro Jahr zu errichten, die allerdings auf 20.000 Tonnen pro Jahr erweitert werden kann. Auch eine Anlage in Europa ist angedacht, allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Ob Kibaran sich mit EcoGraf durchsetzen und seine Auftragsbücher füllen können wird? Noch ist das nicht 100%ige abzuschätzen. Immerhin bereitet man schon mögliche zukünftige Abnahmeabkommen vor (wir berichteten). Wir glauben aber auf jeden Fall, dass Kibaran mit der richtigen Idee / dem richtigen Produkt zur richtigen Zeit an den Markt kommen könnte. Wir werden die Leser von GOLDINVEST.de auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.



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Über den Autor
 
Autor: Björn Junker Björn Junker,
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verfügt über langjährige Erfahrung im Rohstoffsektor. Von seinem analytischen Einschätzungsvermögen sowie seinem Gespür für erstklassige Investments will GOLDINVEST.de vor allem profitieren. Durch seine Erfahrung im Bereich Corporate Communications versteht Herr Junker auch die Sprache der Unternehmen, die er beobachtet und analysiert. GOLDINVEST.de bietet Hintergrundberichte und aktuelle Kommentare zum Geschehen an den Rohstoffmärkten und verfolgt die Entwicklung ausgewählter Minengesellschaften aus dem Bereich der Edelmetalle, Basismetalle und sonstiger Rohstoffe. Weitere Informationen finden Sie unter: www.goldinvest.de

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