Auslandsaktien: „Die Großen kaufen die Kleinen“



09:54 14.12.19

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Nachdem Aktien der Biotechnologie-Branche in den ersten neun Monaten kaum überzeugten, greifen Anleger seit Oktober wieder verstärkt zu. Gründe sehen Händler in vielversprechenden Medikamenten und zahlreichen Übernahmen.
 

12. Dezember 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zunächst entwickelten sich Biotechnologie-Aktien gemessen am Nasdaq Biotechnology Index bis September dieses Jahres kaum, nun geht es seit einiger Zeit steil bergauf. Das gegenwärtig 214 Werte umfassende Barometer legte seit Anfang Oktober von 3076 auf 3750 Punkte und damit über 20 Prozent zu. Das liegt nach Ansicht von Roland Stadler nicht zuletzt an den vielen Übernahmen in der Branche. „Die Großen kaufen die Kleinen“, fasst der Baader Bank Händler den derzeitigen Trend zusammen.

Griff zu ArQule stärkt Krebs-Geschäft von Merck

Jüngstes Beispiel dafür sei die beabsichtigte Übernahme von ArQule (WKN 903369) durch den US-Pharmakonzern Merck & Co (WKN A0YD8Q) zu einem aus Stadlers Sicht recht hohen Preis von 2,7 Milliarden US-Dollar. Das entspricht 20 US-Dollar pro Aktie. Merck plane das Geschäft mit Krebsmedikamenten auszubauen. Dazu passe Arqule als biopharmazeutisches Unternehmen mit Fokus auf die Entdeckung und Entwicklung von Kinase-Inhibitoren für die Behandlung von Patienten mit Krebs und seltenen Krankheiten gut ins Portfolio. Insbesondere das vielversprechende Krebsmedikament ARQ 531 für die Behandlung von B-Zell-Malignomen ist Stadler zufolge für Merck interessant. „Es befindet sich bereits in der Testphase.“ Nach Bekanntgabe der Fusion gewann die Aktie von ArQule von acht auf 18 Euro hinzu und bescherte Aktionären somit ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.

 

Neue Bestseller gesucht

Für Walter Vorhauser von der Oddo Seydler Bank hat die relative Schwäche von Biotech-Aktien in den ersten neun Monaten viel mit dem hohen Kosten für Forschung und Entwicklung zu tun. „Studien und Genehmigungsverfahren sind teuer.“ Die Einstellung von zwei Alzheimer-Studien kostete Biogen (WKN 789617) im Frühjahr viel Anlegervertrauen, wie Vorhauser meint. „Die Aktie verlor an diesem Tag über 100 US-Dollar.“ Mittlerweile habe das Unternehmen einen Antrag zur Wiederaufnahme des Aducanumab-Projekts Anfang 2020 gestellt. Anleger reagierten mit Käufen, der Wert notiert wieder um 300 US-Dollar bzw. 268 Euro. „Sollte der Wirkstoff künftig tatsächlich gegen Alzheimer eingesetzt werden, könnte der größte Blockbuster aller Zeiten entstehen.“ Bislang belegten Namen wie Tecfidera, Avonex und Tysabri vordere Plätze auf der Rangliste der meist verkauften Biogen-Medikamente.

Walter Vorhauser

Vorhauser

Amgen gut positioniert



Als einer der weltweit größten Biotechnologie-Konzerne erhöhte Amgen (WKN 867900) Vorhauser zufolge jüngst die Dividende um 10 Prozent auf 1,6 US-Dollar. „Mit 2,73 Prozent liegt die Dividendenrendite recht hoch“, urteilt der Händler. Der Konzern habe in diesem Jahr erfolgreich den Patentstreit mit Novartis beendet und eine Beteiligung am chinesischen BeiGene bekanntgegeben. „Mit dem Kauf des Schuppenflechte-Medikaments Otezla von Celgene für 13,4 Milliarden US-Dollar bewies Amgen ein gutes Händchen.“ Celegene habe sich von Otezla aus kartellrechtlichen Gründen im Zuge einer Fusion trennen müssen.

Die Amgen-Aktie notiert derzeit um 210 Euro und hat nach Ansicht von Vorhauser durchaus noch Potenzial nach oben. Fünf Programme befänden sich im späten Entwicklungsstadium. Drei davon zielten auf zusätzliche Indikationen bereits genehmigter Medikamente. Von den Neuerscheinungen ziele Omecamtiv Mecarbil auf die Behandlung von Herzversagen. Das Asthmamittel Tezepelumab durchlaufe gerade die klinische Studie Phase drei. „Auch aus technischer Perspektive gefällt mir die Aktie“, ergänzt Vorhauser. Zudem stehe mit der im Januar 2020 stattfindenden JP Morgan Health Care Conference in San Francisco ein wichtiges Branchenevent bevor.

 

Tests zu Insulintablette beflügeln Anlegerfantasie

Die jüngsten Gewinne der Oramed-Aktie (WKN A1CTNU) stehen Stadler zufolge im Zusammenhang mit den positiven Ergebnissen einer Phase IIb Studie zur Sicherheit und Wirkung der ORMD-0801 Insulinkapseln. Es könnten die ersten kommerziell erhältlichen Tabletten für die Behandlung von Diabetis werden. Die Aktie des israelischen Unternehmens stieg in der Spitze auf sieben Euro und notiert derzeit um 4,40 Euro. „Nicht selten sind die Erwartungen zunächst übertrieben.“

Roland Stadler

Stadler

Vorschusslorbeeren für Abiwax

Analystenempfehlungen sowie eine Genehmigung der französischen Regierung zur Einbeziehung nationaler Studienzentren in die Phase-2b-Studie für ABX464 beflügelt die Aktie von Abiwax (WKN A14UQC), wie Stadler beobachtet. Damit könne die Studie nun in 15 Ländern durchgeführt werden. Der Wert schoss seit Ende November von zehn auf über 15 Euro nach oben. Hinter dem Kürzel ABX464 stecke ein Wirkstoff, der auf die Behandlung von Colitis ulcerosa ziele, einer chronischen Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms. Abiwax untersuche zudem die mögliche Anwendung der Substanz bei rheumatoider Arthritis und Morbus Crohn.

von: Iris Merker

12. Dezember 2019, © Deutsche Börse AG

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