Scale-Marktbericht: Klima-Aktie hat Nase vorn



08:26 18.01.20

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Als Profiteur des Klimawandels hängt der Blockheizkraftwerkshersteller 2G Energy alle anderen Unternehmen ab. Vectron kommt die neuen Anforderungen an Kassensysteme zugute.
 

16. Januar 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die gute Stimmung an den Börsen zeigt sich auch im Scale-Segment – aber nicht in der Breite: Der Auswahlindex Scale 30 ist weiter auf 1.187 Punkte gestiegen ist – ein Plus von 25,4 Prozent auf Zwölfmonatssicht. Deutlich schlechter hat sich der den ganzen Markt abbildende Scale All Share-Index geschlagen: Der liegt am Donnerstagmorgen bei 1.082 Punkten, ein Zwölfmonatsplus von nur 5,7 Prozent.

Spitzenreiter bei der Kursentwicklung in den vergangenen zwölf Monaten ist wieder einmal der Anbieter von Blockheizkraftwerken 2G Energy (WKN A0HL8N). Dessen Kurs hat sich mehr als verdoppelt auf mittlerweile 50,80 Euro. 2G profitiert stark von der Debatte um den Klimawandel. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Kassensystemanbieter Vectron Systems (WKN A0KEXC) mit 98 Prozent und der IT-Dienstleister Datagroup (WKN A0JC8S) mit 94 Prozent. Die größten Kursverluste weisen unverändert die beiden Fintechs MyBucks (WKN A2AJLT) und The Naga Group (WKN A161NR) auf, gefolgt von Nanogate (WKN A0JKHC). Stark aufholen konnten zuletzt Delignit (WKN A0MZ4B), Cliq Digital (WKN A0HHJR) und Mutares (WKN A2NB65), sie haben sich auf Dreimonatssicht am besten entwickelt.

Run auf „finanzamtkonforme Kassensysteme“

Vectron kommen die neuen Anforderungen an Kassensysteme zugute: Seit Anfang Januar müssen Kassensysteme hierzulande mit einer zertifizierten „Technischen Sicherheitseinrichtung“ (TSE) ausgestattet werden, um Manipulationen an elektronischen Aufzeichnungen zu verhindern. Eine Übergangsfrist läuft noch bis Ende September. Wer dann noch „nicht finanzamtkonforme Kassensysteme“ nutzt, muss ein hohes Bußgeld zahlen. Vectron bezeichnet sich bei den Branchen Gastronomie und Bäckerei als Marktführer für Kassenlösungen im deutschsprachigen Raum und in den Benelux-Länder. Die Aktie des Münsteraner Unternehmens kostet aktuell 17,70 Euro. In der Spitze vor zwei Wochen waren es über 19,80 Euro, vor einem Jahr nur 8,50 Euro.

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Flatex Umsatzspitzenreiter 2019



Den Aktionären viel Freude bereitet hat auch der Online-Broker Flatex. Die Aktie ist, allerdings mit einigen Rücksetzern, seit Januar 2019 um 50 Prozent gestiegen auf aktuell 26,80 Euro. Flatex war im Übrigen auch umsatzstärkste Aktie im Scale-Segment 2019 – mit rund 304 Millionen Euro. Und das Unternehmen ist weiter auf Expansionskurs: Schon im Dezember war bekannt geworden, dass Flatex den niederländischen Wettbewerber Degiro übernommen hat. Flatex war bislang in Deutschland, Österreich und den Niederlanden tätig, mit der Übernahme werden es über 15 Länder sein.

Warburg Research sieht trotz des Kursanstiegs noch viel Potenzial für Flatex. Der Zukauf sei aus wirtschaftlicher und operativer Sicht sehr vorteilhaft und biete Synergien im Bereich des Handels und der IT, erklären die Analysten. Sie setzen das Kursziel von 38 auf 42 Euro hoch und bestätigen die Einstufung „Buy“.

SMC glaubt an Lloyd Fonds

Einen großen Sprung nach oben hatte der Hamburger Investment- und Asset-Manager Lloyd Fonds Anfang 2018 gemacht, danach ging es mehr oder weniger seitwärts. Das Analysehaus SMC Research sieht aber noch viel Potenzial für die Aktie und nennt ein Kursziel von jetzt 8 nach bislang 7,50 Euro (aktuell 5,10 Euro). Nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung könne Lloyd Fonds nun die Übernahme der Investmentgesellschaft SPSW abschließen, hieß es. Laut SMC bietet das eine starke Basis für die weitere Expansion. Das Votum lautet nun „Buy“ statt „Speculative Buy“.

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SRC: Consus Real Estate zu billig

Laut SRC Research ist der Immobilienentwickler Consus Real Estate ebenfalls einen Kauf wert („Kaufen“). Verwiesen wird auf den strategischen Kooperationsvertrag mit ADO Properties. Der jüngst gezahlte Preis von ADO (9,72 Euro je Aktie) zeige, dass das alte Kursniveau um 6 Euro viel zu niedrig gewesen sei und nicht dem Potenzial des Unternehmens und der Entwicklungspipeline entsprochen habe. Allerdings senken die Analysten das Kursziel etwas von 13 auf 10 Euro (aktuell 7,20 Euro). SMC Research rät außerdem bei der Beteiligungsgesellschaft Mutares (Kursziel jetzt 16,50 statt 15,90 Euro, aktuell 13,56) und bei FCR Immobilien (Kursziel 14,10 Euro, aktuell 11,40) zum „Kaufen“, Hauck & Aufhäuser bei Mynaric (Kursziel 75 Euro, aktuell 46,30), einem Hersteller von Laserkommunikationsgeräten für luft- und weltraumgestützte Kommunikationsnetze.

von: Anna-Maria Borse,
© 16. Januar 2020, Deutsche Börse AG



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