Bund-Future: Das untere Ende der Seitwärtsbewegung scheint gefunden



09:31 28.03.20

Nach einem scharfen Rückgang der Kurse von Staatsanleihen und einem damit verbundenen deutlichen Anstieg der Renditen greifen Anleger mit den Anleihekaufprogrammen der Notenbanken im Rücken wieder verstärkt zu den als „sichere Häfen“ geltenden Wertpapieren. Die Renditen einiger Bonds in den USA sanken dadurch sogar erstmals unter 0 %. Damit hat die aktuelle Krise den nächsten neuen Rekord geliefert.

Auch am Anleihemarkt kam es zu einem kleinen Crash

Auch Anleihen aus Deutschland erfreuen sich wieder einer größeren Beliebtheit bei Anlegern. Der Bund-Future kann sich dadurch von seinem massiven Einbruch erholen (siehe folgender Chart). Als diverse Anleger wohl aus purer Geldnot neben Aktien auch Anleihen aus den Depots warfen, war der Bund-Future von seinem Kontrakt-Hoch bei 179,31 Punkten bis zum Tief bei 167,52 Zählern binnen nur 10 Tagen um 6,6 % gefallen. Im Vergleich zu den Aktienmärkten scheint dies harmlos, doch an den Anleihemärkten sind das Welten.

Bund-Future - Chartanalyse

Unterstützung erhielt der Bund-Future an den Tiefs der vorangegangenen Abwärtsbewegung (siehe grüner Bereich im Chart). Und genau dort, wo die obere Linie eines ehemaligen Abwärtstrendkanals (rot) das Korrekturtief kreuzte (Kreuzunterstützung, siehe grüner Pfeil), kamen die Bullen in den Markt zurück.

Seitwärtsbewegung im Bund-Future erwartet

Eine derartige Entwicklung hatten wir erwartet. Unseren Lesern des „Target-Trend-Spezial“ schreiben wir bereits seit Wochen, dass „eine größere Seitwärtskonsolidierung aus unserer Sicht nach wie vor das wahrscheinlichere Szenario“ ist. Schon als sich der Bund-Future Ende 2019 in der Abwärtstendenz befand (rote Trendkanäle), schrieben wir, dass die Konsolidierung in eine größere Seitwärtskonsolidierung übergehen könnte, erstmals schon am 18.11.2019. Daher sahen wir uns natürlich bestätigt, als der Bund-Future ab Anfang 2020 wieder in eine Aufwärtsbewegung überging. Zwar überraschte uns dann der Anstieg über das August-Hoch, doch hielten wir an unserer Einschätzung fest. Und da die anschließenden crashartigen Kursverluste exakt am Tief vom 2. Januar endeten, könnte sich dort nun das untere Ende einer Seitwärtsrange etabliert haben.

Bund-Future - Chartanalyse

 

Damit wäre nun eine längere Seitwärtsphase denkbar, wie wir sie von Sommer 2016 bis Sommer 2018 erlebt haben (gelbe Rechtecke).



Auf wahrscheinliche Seitwärtstendenz frühzeitig hingewiesen

Übrigens hatte ich auch hier in der Börse-Intern frühzeitig auf die Möglichkeit einer Seitwärtsbewegung im Bund-Future hingewiesen. Als sich der Bund-Future noch in der Korrekturbewegung befand (rote Trendkanäle), war am 23. Januar unter der Zwischenüberschrift „Bund-Future vor dem Übergang in eine Seitwärtsbewegung“ zu lesen, dass die Kurse nicht nur den steileren Abwärtstrendkanal verlassen hatten, sondern sich aufmachten, auch die obere Begrenzungslinie des flacheren Trendkanals zu überwinden.

„Die befürchtete Beschleunigung der Abwärtsbewegung ist damit ausgeblieben. Stattdessen könnte die Abwärtsbewegung durch einen nachhaltigen Bruch der Trendkanäle nun sogar beendet werden und der Bund-Future in eine Seitwärtstendenz übergehen oder sogar den übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufnehmen“, hieß es dazu. Und weiter: „Im Target-Trend-Spezial, in dem wir den Bund-Future regelmäßig analysieren, haben wir bereits gemutmaßt, dass hier der Übergang in eine Seitwärtstendenz ansteht.“

Geldpolitik als Hauptgrund für längere Seitwärtsphase

Als Grund für die Erwartung an eine Seitwärtsbewegung war zu lesen, dass angesichts der Zinspause der EZB, die noch viele Monate andauern dürfte, größere Zinsänderungen nicht in Sicht sind. Und tatsächlich hat die EZB trotz der aktuellen Krise die Leitzinsen zuletzt nicht angetastet, sondern verstärkt auf Anleihekäufe gesetzt. Und daher ist eine Seitwärtsbewegung am Zinsmarkt und somit im Bund-Future nach wie vor das wahrscheinlichste Szenario.

Seitwärtstendenz zeichnet sich jetzt erst klarer ab

Nun klingt das natürlich so, als wäre eine Seitwärtstendenz von vornherein klar gewesen und man hätte sie mit Leichtigkeit traden können. Dem ist aber leider nicht so. Auch ich habe mich an diesen Markt jüngst nicht herangetraut. Im „Target-Trend-Spezial“ hatten wir zwar Ende 2019 zu einer kleinen Short-Position geraten, mit der durch die Korrekturbewegung (rote Trendkanäle) auch ein Gewinn möglich war, doch nachdem diese Anfang Februar per Stop-Loss beendet wurde, rieten wir, neue Trades zurückzustellen. Und angesichts des wilden Auf und Ab war dies sicherlich kein schlechter Tipp.

Wenn sich jetzt aber langsam eine Kursberuhigung im Bund-Future abzeichnet und sich die Seitwärtsbewegung damit weiter etabliert, könnte man diese zum Trading nutzen, um am oberen Ende der möglichen Range short und am unteren Ende (grüner Bereich) long zu gehen. Im „Target-Trend-Spezial“ werden wir diese Möglichkeit sicherlich weiterhin beobachten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

(Quelle: www.stockstreet.de)

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Über den Autor
 
Autor: Sven Weisenhaus Sven Weisenhaus,
Stockstreet GmbH

Sven Weisenhaus ist Trader und Börsenanalyst. Seine Erfahrungen und Analysen zu den Themen Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Publikationen. Er schrieb z.B. über mehrere Jahre einen auf die Elliott-Wellen-Theorie spezialisierten Börsendienst. Seit 2012 veröffentlicht er als Chefanalyst und inzwischen Geschäftsführer einen renommierten Börsennewsletter.

Seit einigen Jahren gehört er zum Team von Stockstreet.de und schreibt dort unter anderem die Analysen des „Target-Trend-Spezial“ - einem börsentäglichen Dienst, der unter anderem den DAX nach der Target-Trend-Methode analysiert. Sven Weisenhaus hat auch die Redaktion des bekannten Newsletters "Börse-Intern" übernommen.

Für mehr Information: https://www.stockstreet.de/

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