Dieses Mal rettet die Fed den Markt vor den Arbeitsmarktdaten



10:54 10.04.20

Der Kursverlauf an den Aktienmärkten mutete gestern auf den ersten Blick schon wieder etwas seltsam an. Pünktlich um 14:30 Uhr (MESZ) schossen die Aktienindizes plötzlich nach oben. Der Dow Jones stieg zum Beispiel im Future-Handel binnen nur 45 Minuten um 600 Punkte bzw. 2,58 % an, wie der folgende Chart vom CFD-Handel der Comdirect zeigt.

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse
(Quelle: Comdirect)

Genau zu diesem Zeitpunkt wurde in den USA die aktuelle Zahl zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe gemeldet. Und diese fiel mit 6,6 Millionen erneut gigantisch aus. Ein Wert von rund 5 Millionen wurde erwartet.

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Zusammen mit den Anträgen der beiden Vorwochen gibt es nun rund 16,78 Millionen neue Arbeitslose in den USA. Das entspricht bei einer Gesamtbeschäftigtenzahl von ca. 158 Millionen fast 11 %.

Anleger freuen sich über neue Liquidität der US-Notenbank

Und für die Anleger war das wohl ein Grund, kräftig in Aktien zu investieren und die Kurserholung an den Aktienmärkten damit weiter anzutreiben. Der Grundgedanke, der hinter diesem scheinbaren Widerspruch steckt, ist immer der gleiche: Die Anleger hoffen aufgrund schlechter Konjunkturdaten auf weitere Liquidität von den Regierungen bzw. der Notenbanken.

Und sie mussten nicht lange warten. Denn fast zeitgleich mit den Arbeitsmarktdaten meldete die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), dass sie die Geldschleusen noch einmal deutlich weiter öffnet. Es wurden Maßnahmen beschlossen, um zusätzlich satte 2,3 Billionen Dollar an Krediten zur Verfügung zu stellen.

Allerdings lässt sich inzwischen darüber streiten, ob noch mehr Geld auch noch mehr hilft. Denn man kann die Märkte zwar mit Geld zuschütten, die wirtschaftlichen Probleme werden dadurch aber nicht in Gänze gelöst und zum Teil auch nur verlagert – Stichwort unter anderem „neue Staatsschulden(krise)“. Und insofern sind die aktuellen Aktienkursgewinne auf Sand gebaut.



Aktienmärkte können neue bullishe Signale senden – ganz knapp

Da ist es auch verständlich, dass der DAX gestern eher bescheiden zulegen konnte. Ihm gelang zwar ein neues Hoch in der aktuellen Kurserholung (siehe grüner Pfeil im folgenden Chart), doch eine richtig starke Fortsetzung der Kursgewinne zeichnete sich nicht ab. Und das Hoch vom Dienstag dieser Woche konnte nicht nachhaltig überwunden werden (rote horizontale Linie).

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Der Dow Jones konnte derweil mit einem Anstieg auf fast 24.000 Punkte im regulären Handel immerhin das 61,80%-Fibonacci-Retracement der zweiten Abwärtswelle überwinden (siehe grüner Pfeil im folgenden Chart), womit diese als beendet gilt, wenn auch nur knapp.

Dow Jones - Fibonacci-Retracements

Zudem hat der Index das 50%-Retracement der gesamten Crash-Bewegung erreicht (siehe folgender Chart).

Dow Jones - Fibonacci-Retracements

Trotz der bullishen Signale könnte es also auf dem aktuellen Niveau wieder schwer werden für die Bullen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

(Quelle: www.stockstreet.de)

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Über den Autor
 
Autor: Sven Weisenhaus Sven Weisenhaus,
Stockstreet GmbH

Sven Weisenhaus ist Trader und Börsenanalyst. Seine Erfahrungen und Analysen zu den Themen Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Publikationen. Er schrieb z.B. über mehrere Jahre einen auf die Elliott-Wellen-Theorie spezialisierten Börsendienst. Seit 2012 veröffentlicht er als Chefanalyst und inzwischen Geschäftsführer einen renommierten Börsennewsletter.

Seit einigen Jahren gehört er zum Team von Stockstreet.de und schreibt dort unter anderem die Analysen des „Target-Trend-Spezial“ - einem börsentäglichen Dienst, der unter anderem den DAX nach der Target-Trend-Methode analysiert. Sven Weisenhaus hat auch die Redaktion des bekannten Newsletters "Börse-Intern" übernommen.

Für mehr Information: https://www.stockstreet.de/

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