Scale-Marktbericht: Der Krise trotzen



10:36 19.04.20

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Einige Scale-Unternehmen haben den Corona-Crash schon überwunden. Adressen wie Flatex, Cliq Digital oder FinLab könnten eigenen Aussagen zufolge sogar von der Krise profitieren. Einen kräftigen Kursanstieg verzeichnet auch The Naga Group.

 

17. April 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Rasant nach unten, aber auch rasant wieder nach oben: Der Scale 30 hat die Hälfte seiner kräftigen Verluste aus dem Februar und März schon wieder wettgemacht. Trotz vieler Verlustbringer liegt der Auswahlindex für kleine und mittelgroße Unternehmen aus dem Scale-Segment am Mittwochmorgen schon wieder bei 955 Punkten, im Tief vom März waren es 706 Zähler. Ebenfalls deutlich erholt hat sich der den ganzen Markt abbildende Scale All Share-Index: Der liegt aktuell bei 953 Punkten nach im Tief 723 Punkten.

Zugpferde sind viele alte Bekannte und ein neuer: Unter den Top-Performern auf Sicht von einem Jahr findet sich erstmals der Anbieter von Mobilfunkdiensten wie Klingeltönen, Hintergründen, Logos und Handysoftware Cliq Digital (WKN A0HHJR) mit einem Plus von 64 Prozent – neben Unternehmen, an denen Aktionäre schon lange Freude haben: dem IT-Dienstleister Datagroup (WKN A0JC8S) mit einem Plus von 50 Prozent, dem Finanzinvestor für Gewerbeimmobilien Publity (WKN 697250) mit 48 Prozent, dem Blockheizkraftwerkhersteller 2G Energy (WKN A0HL8N) mit 42 Prozent, dem Online-Broker Flatex (WKN FTG111) mit 38 Prozent und dem CAD/CADM-Spezialist Mensch und Maschine (WKN 658080) mit 35 Prozent.

Naga hebt ab

Gewinner auf Dreimonatssicht ist das lange abgeschlagene Fintech The Naga Group (WKN A161NR), gefolgt von Cliq Digital, Flatex und Mynaric (WKN A0JCY1). Der Kurs des seit der Restrukturierung auf Social Trading konzentrierten Unternehmens The Naga Group hat die Verluste aus den Vormonaten schon komplett wieder ausgeglichen, die Aktie wird aktuell zu 1,78 Euro gehandelt, Anfang des Jahres waren es nur 0,60 Euro.

Schon im vierten Quartal 2019 hatte sich eine Trendwende abgezeichnet, nun gab Naga für das erste Quartal 2020 einen Rekordumsatz von 7 Millionen Euro und einen Nettogewinn von 2,1 Millionen Euro bekannt. Das Unternehmen rühmt sich, in der Krise – anders als andere Trading-Unternehmen – keinerlei Probleme gehabt zu haben, das Geschäft ordnungsgemäß fortzuführen. Naga bietet eine Reihe von Produkten an, die vom Aktienhandel über Kapitalanlagen und Krypto-Währungen bis hin zu einer physischen Mastercard reichen. Das Unternehmen war beim Börsengang im Juli 2017 großer Hoffnungsträger, die Aktie wurde damals zu 2,60 Euro ausgegeben.

Flatex und Cliq Digital als Corona-Gewinner?

Auch Flatex sieht sich als Krisengewinner, das Unternehmen meldete für das erste Quartal abermals Rekordwerte. Die gesprungene Handelsvolatilität an den Börsen bescherte Flatex das „beste Quartal aller Zeiten“, wie das Unternehmen erklärte. Flatex konnte in den ersten drei Monaten des Jahres 35.000 Neukunden gewinnen, Degiro aus den Niederlanden, an dem Flatex mittlerweile beteiligt ist, 135.000.



"Flatex: bestes Quartal aller Zeiten"

Ebenfalls deutlich über dem Vorkrisenniveau notiert die Aktie von Cliq Digital. Das Unternehmen meldete für 2019 ein Umsatzwachstum und eine signifikante Steigerung des Nettoergebnisses. Außerdem lieferte Cliq Digital einen positiven Ausblick für 2020, der Pandemie wolle man trotzen: „Cliq Digital könnte eine der Ausnahmen sein, deren Geschäftsentwicklung von der Covid-19-Pandemie nicht negativ beeinflusst wird“, hieß es vom Unternehmen. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass es selbst in Zeiten der Rezession keinen Rückgang der Nachfrage nach digitaler Unterhaltung gebe.

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Kaufempfehlungen für Naga, 2G Energy und FinLab

Mit der Stabilisierung an den Märkten kamen auch wieder einige Kaufempfehlungen für Scale-Aktien. So rät SMC Research bei The Naga Group neuerdings zum Einstieg. Nach Einschätzung der Analysten hat Naga sehr starke Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht und damit die Funktionsfähigkeit der neuen Strategie belegt. Die Zahlen könnten zwar nicht auf das Jahr hochgerechnet werden, SMC hat das Kursziel aber von 1,60 auf 2,50 Euro (aktuell 1,78) angehoben und die Aktie von „Hold“ auf „Speculative Buy“ hochgestuft.

„SMC: Naga mit sehr starken Zahlen für erstes Quartal“

Zum Kauf rät GBC auch bei der Beteiligungsgesellschaft FinLab, bei einem leicht von 29,50 auf 28,85 Euro (aktuell 16,80) reduzierten Kursziel. Zwar werde Covid-19 auch die Entwicklung der Portfoliogesellschaften beeinflussen, diese böten aber aufgrund der auf der Innovation und Digitalisierung ausgerichteten Geschäftsmodelle auch überproportionale Wachstumschancen nach der Krise. Für das Analysehaus Montega untermauern die „starken“ Geschäftszahlen von FinLab für 2019 den Investment Case. Im Hinblick auf Corona sehe sich FinLab mit seinem Portfolio gut gerüstet, etwa mit der auf CFD-Handel spezialisierten Plattform Nextmarkets und der auf elektronische Identitätsprüfungen ausgelegte Beteiligung AUTHADA. Die Analysten bestätigen ihre Kaufempfehlung bei einem neuen Kursziel von 23 Euro (zuvor 30 Euro).

Unterdessen wird 2G Energy nach Ansicht der Analysten von First Berlin trotz hervorragender Ausgangslage nicht von den negativen Wirkungen der Pandemie und der damit verbundenen globalen Rezession verschont bleiben. Sie senken daher das Kursziel leicht von 51 auf 50 Euro (aktuell 45,50), wegen des Kursrückgangs stufen sie die Aktie aber von „Hinzufügen“ auf „Kaufen“ hoch.

Besser als DAX & Co.

Auch wenn einige Scale 30-Werte wie Nanogate, Daldrup & Söhne, Cyan, Deutsche Rohstoff AG oder Pantaflix seit April 2019 um mehr als die Hälfte eingebrochen sind: Der Scale 30 schlägt sich unverändert besser als DAX, MDAX, SDAX und der US-Nebenwerte-Index Russel 2000: Auf Sicht von drei Monaten hat der Scale 30 nur 15 Prozent verloren, DAX (21 Prozent), MDAX (22 Prozent), SDAX (18 Prozent) und Russell 2000 (27 Prozent) deutlich mehr. Auch auf Sicht von einem Jahr steht der Scale 30 noch gut da mit einem Minus knapp 6 Prozent. DAX, MDAX und SDAX kommen für diesen Zeitraum auf Verluste von rund 12 Prozent, der Russell 2000 sogar auf 22 Prozent.

von: Anna-Maria Borse,
© 15. April 2020, Deutsche Börse AG



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