Wochenausblick: Launischer Sommer



12:44 03.08.20

Weltweit steigende Corona-Neuinfektionen dämpfen die Erwartungen der Aktionäre. Analysten rechnen aber nicht mit wirklich großen Rücksetzern, auch wenn sich die Konsolidierung fortsetzen sollte.

3. August 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). An den Finanzmärkten drückt die Furcht vor einer zweiten Infektionswelle auf die Stimmung. Weltweit – insbesondere in den USA – steigen die Ansteckungsraten. Hinzu kommen miserable Konjunkturdaten. In diesem Umfeld gab der deutsche Aktienindex vergangene Woche mit einem Minus von 4,3 Prozent auf 12.313 Punkte die Juligewinne größtenteils wieder ab.

Starke Signale aus Chinas Industriekonzernen heben die Laune zum Wochenbeginn wieder. Mit einem Anstieg auf 52,8 Punkte entwickelte sich der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex im Juni den dritten Monat in Folge positiv und zudem besser als erwartet. Die Börsen in Shanghai und Shenzen legten den Vorwärtsgang ein. Der japanische Leitindex Nikkei verbucht ein Plus von rund 2 Prozent. Der DAX eröffnete mit 12.374 Punkten ebenfalls stärker.

Konjunkturelle Talsohle durchschritten

Nach Ansicht von Jörg Zeuner, Chefvolkswirt bei Union Investment, wird von Normalität noch für längere Zeit keine Rede sein. Die Zweitrundeneffekte der Corona-Krise auf Konsum und Investitionen verhinderten einen schnellen Aufschwung. Zeuner erkennt in den jüngsten deutschen Zahlen zu Industrieproduktion, Einzelhandel und Export aber ermutigende Anzeichen, dass der Tiefpunkt hinter uns liege.
Claudia Windt geht davon aus, dass die Zahl der Neuinfektionen Taktgeber an den Börsen bleiben wird. „Daran dürften die zur Veröffentlichung anstehenden günstigen Konjunkturnachrichten kaum etwas ändern“, meint die Helaba-Analystin. Zudem blieben die Spannungen zwischen den USA und China ein Thema. Nach dem sozialen Netzwerk Tiktok scheine Donald Trump nun auch chinesische Softwarefirmen insgesamt ins Visier zu nehmen.

Erholung braucht mehr Zeit

Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank sieht die konjunkturelle Erholung nicht in Gefahr. Sie könne aber deutlich schwächer ausfallen als bislang angenommen. Nach den Lockdown-Erfahrungen aus dem Frühjahr würden die Verantwortlichen künftig wohl eher versuchen, mit regionalen Maßnahmen die Auswirkungen auf die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten. Schickentanz erwartet eine Fortsetzung der Konsolidierung am deutschen Aktienmarkt, sieht aber keinen ganz großen Abgabedruck. Gemessen an den Erwartungen hätten sich die Unternehmen in der laufenden Berichtssaison bislang recht gut geschlagen.

Mehr Helikopter-Geld für US-Verbraucher

Anleger in den USA scheinen der Pandemie etwas gelassener zu begegnen. In der vergangenen Woche stieg der S&P 500 um 1,7 Prozent, der Nasdaq schaffte gar ein Plus von 3,7 Prozent. Einen leichten Verlust von 19 Punkten musste der Dow Jones Industrial hinnehmen. Das derzeit diskutierte fünfte Konjunkturpaket mit erneuten Direktzahlungen an Unternehmen und Verbraucher soll den Konsum weiter ankurbeln.

Viele deutsche Konzerne bringen Zahlen

Hierzulande kommt die Berichtssaison so richtig in Fahrt. Unternehmen wie Allianz, BMW, Münchener Rück, Bayer, Siemens, Lufthansa, Beiersdorf, Henkel und Schaeffler veröffentlichen unter anderem ihre Bücher. Wie schwer Corona auf die Bilanzen schlagen kann, erkennt man an den teils hohen Rückstellungen. Einigen Konzernen fällt es zudem schwer, einen Ausblick auf die weitere Geschäftsentwicklung zu geben.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 3. August

16.00 Uhr. US-Einkaufsmanagerindizes: Verarbeitendes Gewerbe Juli. Die DekaBank erwartet eine weitere Verbesserung des ISM-Index auf 54 Punkte, der Konsens liegt bei 53,6 Punkten. Die wirtschaftliche Erholung laufen in den USA uneinheitlich. Das Verarbeitende Gewerbe laufe dem privaten Konsum hinterher.

Freitag, 7. August

8.00 Uhr. Deutschland: Nettoproduktion Juni. Einer der aktuell besten frühzeitig vorliegenden Indikatoren sind die Umsatzsteuervoranmeldungen. Diese deuten laut DekaBank nach dem kräftigen Mai-Plus auf eine Abflachung wirtschaftlicher Aktivität im Juni. Das werde sich insbesondere in einem geringeren Zuwachs der Industrieproduktion widerspiegeln. Unterm Strich liegt der Konsens bei einer im Vergleich zu normalen Zeiten immer noch kräftigen Zunahme von 6 Prozent. Die DeaaBank liegt mit 5 Prozent darunter.



von: Iris Merker
3. August 2020, © Deutsche Börse AG

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