Marktstimmung: "Geglückte Rückkäufe"



08:33 06.08.20

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Die Verluste im Verlauf reichten etlichen Bären aus, um als Käufer zurückzukommen. Was die Rahmenbedingungen für weitere Kursgewinne aus Behavioral Finance-Sicht deutlich verschlechtert hat.

Zusammenfassung

Etliche mittelfristig orientierte Anleger haben die vorübergehenden Preisrücksetzer zum Eindecken genutzt, bzw. sind direkt auf die Long-Seite gewechselt. Die beiden Sentiment-Indizes stehen bei -14 und -16 Punkten weiter unter Null. Aus Sicht von Joachim Goldberg sei das relativ optimistisch.

Daraus folgert der Verhaltensökonom, dass die verbliebenen Pessimisten bei weiteren Verlusten knapp vor 12.000 DAX-Punkten als Käufer auftreten könnten. Und an der Oberseite hätte sich das Potenzial eher deutlich verringert. Sein Fazit: Im besten Fall bleibe dem DAX eine Konsolidierung auf hohem Niveau, aber die unterstützenden Sentiment-Faktoren seien im Vergleich zur Vorwoche dahingeschmolzen.

5. August 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass der DAX an der Unterseite gut abgesichert war, zeigt dessen Entwicklung seit unserer vergangenen Sentiment-Erhebung. Denn der Rücksetzer des Börsenbarometers in einer Größenordnung von zeitweise 4,4 Prozent noch in der vergangenen Woche ist mittlerweile zu großen Teilen aufgeholt worden. Dabei gab es für diese Korrektur eigentlich keinen triftigen, negativen Grund. Sofern man die augenfällige Dollarschwäche – die US-Valuta verzeichnete im Juli den schwächsten Monat seit einer Dekade – nicht als Schwächesignal für exportorientierte Aktientitel interpretieren wollte. Und während insbesondere von der US-Notenbank am vergangenen Mittwoch erwartungsgemäß keine den Aktienmarkt gefährdenden Signale ausgesendet wurden, hätte man bestenfalls die Hängepartie bei den Verhandlungen zum neuen US-Stimulus-Paket, das insbesondere den dortigen Arbeitslosen weiterhin helfen soll, als Negativum werten können. Auch die erste offizielle Ankündigung von US-Präsident Donald Trump am vergangenen Freitag, womöglich eine Verschiebung des Wahltermins am 3. November in Erwägung zu ziehen, hatte nicht das Zeug, die Börsianer nachhaltig unter Druck zu bringen.

Nicht aus fundamentalen Beweggründen

Und so verwundert es auch nicht, dass die von uns befragten institutionellen Investoren zumindest teilweise den DAX-Rücksetzer – vermutlich in dem von uns avisierten Bereich zwischen 12.300 und 12.400 DAX-Zählern – zu Rückkäufen genutzt haben dürften. Zumindest hat sich unser Börse Frankfurt Sentiment-Index um 12 Punkte auf einen Stand von -14 erholt. Dabei ist ein Großteil vormals pessimistischer Akteure direkt auf die Bullen-Seite gewechselt, so dass die Gruppe der Optimisten immerhin wieder auf den Stand von zuletzt am 24. Juni anwuchs. Für die hinter der verbesserten Stimmungslage stehenden Käufer dürften dabei weniger fundamentale Erwägungen eine Rolle gespielt haben als die Tatsache, dass schiefliegende bearishe Engagements wahrscheinlich halbwegs verlustfrei zurückgenommen werden konnten.

Eine fast deckungsgleiche Entwicklung des Stimmungsbildes können wir heute bei den Privatanlegern feststellen, deren Börse Frankfurt Sentiment-Index ebenfalls um 12 Punkte auf nunmehr -16 gestiegen ist. Wie bei den institutionellen Pendants haben sich über 70 Prozent der vormaligen Pessimisten direkt zu den Optimisten begeben und somit eine 180°-Drehung ihrer früheren Short-Positionen in Long-Engagements bewirkt.



Stimmungsstütze schmilzt dahin

Mit der heutigen Sentiment-Befragung ist der Überhang der Pessimisten deutlich zurückgefahren worden. Insbesondere ein Blick auf die Situation bei den institutionellen Marktteilnehmern zeigt, dass mit einem Sentiment-Index von -14 bzw. -16 zwar immer noch ein absoluter Pessimismus besteht, aber in der Betrachtung auf Sicht von drei und sechs Monaten repräsentiert die jüngste Erhebung sogar einen relativen, leichten Optimismus bzw. längerfristig fast eine neutrale Grundeinstellung der Akteure.

Damit ergeben sich zwei Konsequenzen: Im Falle eines erneuten Rücksetzers würden verbliebene Pessimisten wahrscheinlich erst im Bereich knapp vor 12.000 DAX-Zählern aktiv werden. Auf der anderen Seite hat sich das Potenzial für eine Short-Squeeze im Falle weiterer Kursgewinne im Vergleich zur Vorwoche deutlich verringert. Zumal die jüngste DAX Erholung – per Saldo bleibt ein Wochenverlust von einem Prozentpunkt – überwiegend hausgemacht sein dürfte, also ohne Zutun von internationalen Kapitalzuflüssen. Kurzum: Im besten Fall bleibt dem DAX eine Konsolidierung auf hohem Niveau, aber die unterstützenden Sentiment-Faktoren sind im Vergleich zur Vorwoche dahingeschmolzen.

5. August 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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