GOLD-SILBER-RATIO: DAS WEISSE METALL IST WEITERHIN UNTERBEWERTET



14:02 14.08.20

Ein Turm mit 125 Silber-Unzen und einer Höhe von fast 40 Zentimetern, daneben eine einzelne Gold-Unze – dieses Bild verdeutlicht eindrucksvoll das Verhältnis zwischen dem Gold– und dem Silberpreis in den vergangenen Monaten. Nachdem Gold infolge der Corona-Pandemie den Rendite-Turbo gezündet hatte, war das „Gold-Silber-Ratio“ zwischendurch auf einen Extremwert von 125 gestiegen. Denn während Gold auf die Überholspur wechselte, stand Silber unter Druck, weil die Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft auf dem Industriemetall lasteten. Langfristig orientierte Anleger wussten jedoch: Dass ein „Gold-Silber-Ratio“ von 125 langfristig Bestand haben würde, war unwahrscheinlich.

Tatsächlich hat Silber in den vergangenen Wochen eine Aufholjagd hingelegt, welche wohl sogar überzeugte Silber-Bullen überzeugt hat. Eine charttechnische Hürde nach der anderen hat Silber aus dem Weg geräumt und prozentual deutlich mehr zugelegt als Gold. Die Folge: Das Gold-Silber-Ratio ist in den letzten Wochen von 125 auf aktuell rund 70 gefallen. Während die Jahresperformance von Silber bis zum 11. August 2020 rund 50 Prozent in Euro und 58 Prozent in US-Dollar betrug, brachte es Gold im gleichen Zeitraum auf plus 26 Prozent in Euro und plus 32 Prozent in US-Dollar.

Dass Silber in Hausse-Phasen den Goldpreis in den Schatten stellt, ist für Edelmetall-Investoren mit langjähriger Erfahrung keine Überraschung. Viele Anleger erinnern sich an die Jahre 2011 und 2012, als Silber im Windschatten von Gold eine Jahrhundert-Rallye hinlegte und die 50-Dollar-Marke pro Feinunze ansteuerte. In Corona-Zeiten wiederholt sich offenbar die Geschichte – allerdings ist Silber derzeit noch stärker als vor zehn Jahren als Krisenmetall gefragt. Viele Anleger setzen auf den „kleinen Bruder“ des Goldes, weil dieser auch mit einem kleinen Investment-Budget erschwinglich ist. Und ein Gold-Silber-Ratio von 125 lud förmlich zum Einstieg in das massiv unterbewertete Metall ein.

Gold-Silber-Ratio: Das weisse Metall ist weiterhin
          unterbewertet

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie explodierte das Gold-Silber-Ratio



In den vergangenen zehn Jahren ist das Gold-Silber-Ratio zuerst zwischen 2010 bis 2011 von über 60 auf rund 33 gefallen und danach in eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung übergegangen, verursacht durch den massiven Wertverlust von Silber. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie explodierte das Gold-Silber-Ratio dann förmlich und schoss in kürzester Zeit von 80 auf rund 125 hoch. Danach folgte durch die Silber-Hausse eine Gegenbewegung, welche zuletzt an Geschwindigkeit gewonnen hat.

Bei der Betrachtung des Gold-Silber-Ratios fällt auf, dass das Verhältnis zwischen dem Gold- und dem Silberpreis noch weit über seinem langfristigen Durchschnitt liegt – deshalb sehen viele Experten Spielraum für weiter steigende Silberpreise. Der historisch stabile Mittelwert liegt bei rund 50. Bei einem Goldpreis von etwa 2.000 US-Dollar pro Feinunze müsste Silber also bei 40 US-Dollar liegen – von diesem Wert ist das weiße Metall (noch) weit entfernt.

Auch wenn eine Rückkehr zum historischen Mittelwert von 50 nach heutigem Stand äußerst ambitioniert scheint, sollten Anleger nicht vergessen, was Silber in diesem Jahr in kürzester Zeit geleistet hat. Nach einem Absturz in den Bereich von zwölf US-Dollar ist es Silber gelungen, ein Comeback hinzulegen und die Marke von 20 US-Dollar zu überwinden und die 30-Dollar-Marke anzusteuern.

Die Dynamik der letzten Wochen lässt erahnen, dass charttechnische Regeln inzwischen praktisch außer Kraft gesetzt sind. Insofern sollten renditeorientierte Anleger das Verhältnis zwischen dem Gold- und dem Silberpreis in jedem Fall im Blick behalten und kurzfristige Rücksetzer zum Ausbau ihrer Positionen nutzen – denn eines steht fest: Der Silberpreis ist bei einem Gold-Silber-Ratio von 70 in historischer Betrachtung weiterhin stark unterbewertet.

Bildrechte: © pro aurum

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Über den Autor
 
Autor: Benjamin Summa Benjamin Summa,
pro aurum

Benjamin Summa ist seit dem 1. Juli 2011 Unternehmenssprecher beim Münchner Edelmetallhandelshaus pro aurum. In dieser Position berichtet er direkt an die Geschäftsführer Robert Hartmann und Mirko Schmidt. Benjamin Summa verantwortet die interne und externe Kommunikation. Zuvor war er Wirtschafts-Redakteur beim Axel Springer Finanzen Verlag.

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