Die Notenbanken müssen sich mit der Politik verzahnen!



06:43 21.09.20

Die Finanzmärkte sind auf Höchstständen, so als hätte es nie eine Pandemie gegeben. Von Konjunktur und Unternehmensgewinnen sind die Kursentwicklungen dabei vollkommen entkoppelt. Einzig die Notenbanken und Regierungen tragen die Verantwortung für die Börsenrallye. Mit beispiellosen Hilfspaketen haben sie den Corona-Schock gemeinsam abgefedert. Mit dem neuen Average Inflation Target untermauerten die amerikanischen Währungshüter jüngst, dass die Zinsen auf einem niedrigen Niveau bleiben werden. Die Märkte sind vorausschauend und haben die zu erwartende Politik schnell eingepreist.

Notenbanken müssen für die Konjunktur das Geld entwerten

Die Geldpolitik hat nicht immer so viel Macht über die Börsenkurse ausgeübt. Früher waren die Notenbanken vor allem dafür verantwortlich, die Wirtschaft mit genügend Geld zu versorgen. Durch den Siegeszug der Keynesianismus wurden die Währungshüter jedoch immer mehr in die Konjunktursteuerung gedrängt. Während sich die Staaten in den Krisen der vergangenen Jahrzehnte zurückzogen, hat die Geldpolitik fast allein dagegengehalten.

Mit diesem Auftrag sind die Zentralbanken dazu gezwungen, einen gewissen Grad an Inflation zu verursachen. Denn mit einer Nullinflation oder gar einer Deflation wäre es kaum möglich, die Wirtschaft anzukurbeln. Die Notenbanken müssten dann einen negativen Nominalzins setzen, was eine Flucht ins Bargeld verursachen und die Banken-Stabilität gefährden würde – kein gutes Umfeld für einen Aufschwung.

Zudem haben sich durch die exzessive Geld- und Kreditschöpfung die Verbindlichkeiten der Staaten in den letzten Jahrzehnten. Geldentwertung lässt diese Schuldenberge abschmelzen; ohne sie wäre die Schuldenlast kaum noch zu tragen.

Der Geldpolitk gehen die Instrumente aus

An ihrem selbstgesteckten Zwei-Prozent-Ziel für die Inflation sind die Notenbanker jedoch wieder und wieder gescheitert. In den letzten zehn Jahren lag die durchschnittliche Teuerungsrate in der Eurozone gerade einmal bei 1,2 Prozent, in manchen Ländern nur knapp über Null. Die Währungshütern haben keine wirksamen Instrumente mehr. Bei den Zinsen ist kaum noch Luft nach unten. Auch ihre Bilanzen haben die Zentralbanken durch Asset-Käufe bereits stark ausgeweitet.

Wir befinden uns in einer absoluten Ausnahmesituation: ein globaler Wirtschaftseinbruch, deflationäre Tendenzen, steigende Ungleichheit und beharrliche Niedrigzinsen. Die Corona-Krise drückt besonders stark die Einkommen. Mit niedrigen Zinsen der Notenbank ist dem nicht beizukommen.

Verzahnung von Geld und Fiskalpolitik ist notwendig

Die Notenbanker können die Probleme nicht im Alleingang bekämpfen. Deshalb gingen die Regierungen mit massivem Deficit-Spending voraus. Das parallele Handeln von Geld- und Fiskalpolitik kam einer wirtschaftspolitischen Revolution nahe. Was jedoch bedenklich ist: Es geschah spontan und ohne klare Absprachen.



Durch den immer stärker begrenzten Spielraum der Notenbanken ist eine engere Verzahnung von Geld- und Fiskalpolitik nun notwendig. Es bedarf eines klaren Rahmens, der Prinzipien für die Abstimmung von Notenbanken und Regierungen niederlegt. Es könnte ein gemeinsamer Finanzierungsrahmen derart festgelegt werden, dass die Notenbanken ihr Inflationsziel verlässlich erreichen. So festigen die Währungshüter langfristig ihre Glaubwürdigkeit. Zudem würde es vermeiden, dass die Staaten weiter ungehemmt ihre Schulden ausweiten.

Die globale Wirtschaft wird sich erst dann nachhaltig erholen, wenn die Welt das Covid-19-Virus mit einem Impfstoff unter Kontrolle gebracht hat. Dann müssten die Währungshüter auch irgendwann aus der expansiven Geldpolitik aussteigen. Dann müssen sich die Staaten auch wieder ausschließlich über den Markt finanzieren – und das zu höheren Zinsen.

Aber Vorsicht: Eine zu frühe Konsolidierung wird den möglichen Aufschwung im Keim ersticken. Die Euro-Krise hat gezeigt: Die Tragfähigkeit des Schuldenstands hängt nicht nur von den Zinsen, sondern auch vom Wachstumspotenzial ab. Wer zu früh spart, hat somit am Ende nicht weniger, sondern mehr Schulden. Und wenn das Tal schließlich überwunden ist, ist die Hausse an den Finanzmärkten auch wieder zu rechtfertigen.

Von Simon Ruic

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