Wochenausblick: Weiterhin schwankungsanfällig



12:08 28.09.20

Nach den Verlusten der Vorwoche startet der deutsche Aktienindex gestärkt in die neue Woche. Für technisch orientierte Analysten ist der DAX-Auftrieb eher kurzfristiger Natur. Längerfristig bremsen offene politische Probleme.


28. September 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es wird ungemütlicher an den Aktienmärkten. Neben steigenden Corona-Infektionszahlen samt erneuten wirtschaftlichen Einschränkungen rücken Themen wie die US-Präsidentschaftswahlen und ein womöglich ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der EU stärker in den Fokus. Zusätzlich könnten taktische Verkäufe die Volatilität in den kommenden Wochen erhöhen, wie Mobeen Tahir von WisdomTree feststellt.

Die politische Feuerkraft der Zentralbanken bleibe jedoch intakt und wird den Märkten nach Auffassung Tahirs entscheidenden Auftrieb geben, wenn sie sich drehen. Der Wendepunkt könne durch einen Durchbruch beim Brexit, ermutigende Entwicklungen an der Impfstoff-Front oder zusätzliche fiskalische Anreize in den USA ausgelöst werden. Blieben weitere Hilfen insbesondere für private US-Haushalte aus, sieht US-Notenbankchef Powell eine bevorstehende Welle von Hypothekenausfällen auf das Land zukommen. Dies wiederum würde die Stabilität der US-Wirtschaft gefährden.

Inflation weiterhin im Keller

Auch im Euroraum sind Regierungen und die Europäische Zentralbank laut Helaba nach wie vor gefordert, die Konjunktur zu unterstützen. Spekuliert werde gegenwärtig unter anderem über eine Ausweitung des Pandemie-Notfallprogramms (PEPP) bzw. eine teilweise Überführung der Maßnahmen in das längerfristig ausgerichtete Asset Purchase Programm (APP). Selbst eine Senkung des Einlagensatzes schlössen Marktteilnehmer nicht mehr ganz aus. Die niedrige Inflation stehe einer anhaltend lockeren Geldpolitik nicht entgegen. Das würden die anstehenden, vorläufigen Verbraucherpreise verdeutlichen.

Skepsis noch nicht ausgeräumt

Hinsichtlich der weiteren Entwicklung an den Aktienmärkten rechnet Helaba-Analyst Markus Reinwand zunächst mit einer Fortsetzung der Korrektur. Günstige Kaufgelegenheiten böten sich meist dann, wenn das Gros der Marktteilnehmer pessimistisch eingestellt sei. Die implizite Aktienvolatilität als Seismograf für die Risikowahrnehmung der Anleger sei aber trotz der jüngsten Kursrücksetzer kaum gestiegen.

Bislang halten sich Schnäppchenjäger zumindest am deutschen Aktienmarkt jedenfalls zurück. Vergangene Woche büßte der DAX über 4 Prozent ein und verabschiedete sich mit 12.469 Punkten aus dem Handel. Getrieben von Erholungstendenzen an den US-Börsen startete die Woche hierzulande freundlich, der DAX eröffnet am Morgen mit 12.673 Punkten.

Markus Reinwand

Reinwand



Kurzfristig Potenzial nach oben

Statistisch gesehen dürfte die Schwächephase am Aktienmarkt nicht mehr allzu lange dauern. „Im Oktober beginnt nach dieser Überlegung nämlich eine der besten Zeiten, die ein Börsenjahr zu bieten hat“, erinnert Christoph Geyer. Zumindest auf kurze Sicht deuteten die Charts auf einen möglichen DAX-Anstieg. Der deutsche Aktienindex habe am Freitag die Unterstützungslinie verteidigt und eine Art Hammerformation hinterlassen. „Der Stochastik-Indikator steht kurz vor einem Kaufsignal“, stellt der technische Analyst der Commerzbank fest. Mit Unterstützung der US-Märkte werde in dieser Woche vermutlich der kurzfristige Abwärtstrend gebrochen. Dies würde einen erneuten Angriff auf die Marke von 13.000 Punkten zur Folge haben.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 28. September

9:00 Uhr. Deutschland. Handelsaufnahme des Siemens Spin-off Siemens Energy. Am Montag sind deswegen 31 Werte im DAX. 

Mittwoch, 30. September

3.00 Uhr. China: Einkaufsmanagerindizes September. Mit leicht abgeschwächter Dynamik setzt sich die Erholung der chinesischen Wirtschaft fort. Wichtige Treiber der Industrieproduktion sind die Bereiche Medizintechnik und IT-Ausrüstung. Nach 51 Punkten für das verarbeitende Gewerbe im August dürfte der Wert im September leicht zugelegt haben. Der Konsens liegt bei 51,5 Punkten.

Freitag, 2. Oktober

14.30 Uhr. USA: Arbeitslosenzahlen September. Nach 1,4 Millionen zusätzlichen Stellen im August dürfte der Zuwachs im September mit geschätzt 800.000 neuen Stellen deutlich geringer ausfallen. Insgesamt wird die Beschäftigung im dritten Quartal gut 5 Prozent zugelegt haben. Dies entspräche nach Berechnungen der DekaBank einem aufs Jahr gesehenen BIP-Wachstum von 25 bis 30 Prozent.

von: Iris Merker
28. September 2020, © Deutsche Börse AG



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