Crash 2021 - Kartenhaus oder Betonbunker?



15:25 03.03.21

 

 

Bei der Beurteilung einer Volkswirtschaft lohnt immer der Blick in die realen Zahlen. Was man niemals tun sollte, ist, einfach eine Meinung unhinterfragt übernehmen. Unsere Haltung zum Aktienmarkt kennen Sie ja: Wir stehen am Anfang einer nie dagewesenen Aufwärtsbewegung, die ihresgleichen sucht!

Bleiben wir aber bei den Zahlen. Richtig ist, dass uns die Corona-Krise deutlich ausgebremst hat, wie wir folgender Grafik entnehmen können. Richtig ist aber auch, dass sich die Robustheit der deutschen Wirtschaft einmal mehr zeigt, wenn wir uns die Zahl des Bruttoinlandsprodukts aus Januar 2021 ansehen. Wir erkennen schnell, dass das Wachstum nach dem harten Einbruch direkt auf über 8.5 % anwächst, was ein deutlicher Indikator dafür ist, dass die deutsche Wirtschaft extrem stark ist. 

Bruttoinlandsprodukt von 2018 bis Jan 2021

Vielmehr noch: es zeigt sich, dass die internationale Wirtschaftskraft ebenso ansteigt, da Deutschland zu den Ländern zählt, die exportabhängig sind. Auf folgender Grafik sehen wir das weltweite Bruttoinlandsprodukt von 1980 bis 2020 und Prognosen bis 2025. Die Delle, die wir im Jahr 2020 sehen, ist denkbar klein und verglichen mit dem Einbruch aus der Finanzmarktkrise aus 2009 nicht größer.

Weltweites Bruttoinlandsprodukt in Billionen Dollar (1980 bis 2020) + Prognose bis 2025

Wenn die Prognose zutrifft, unterstreicht das unsere Haltung zum erwarteten, fulminanten Wachstum am Aktienmarkt. Die Prognose geht davon aus, dass ab 2020 das weltweite Bruttoinlandsprodukt wesentlich schneller und stärker wächst als in allen Jahren zuvor.

Schauen wir aber noch genauer hin und vergleichen die aktuelle Coronakrise mit der Finanzmarktkrise aus 2009. Die Auswirkungen der Krise aus 2009 auf die Realwirtschaft waren weitaus geringer als von vielen damals angenommen. Klar ist aber auch, dass das nicht auf alle Länder zutrifft. Es gab teilweise in den Entwicklungs- und Schwellenländern erhebliche Verwerfungen, die wir gar nicht kleinreden wollen. 

Aber die Auswirkungen auf die entwickelten Länder war insgesamt moderat, auch wenn es mit großer Sicherheit Einzelschicksale gegeben hat, die wir ebenfalls nicht ignorieren und kleinreden wollen. Der Blick aufs große Ganze jedoch zeigt, dass sich die Wirtschaftsleistung aller Industrienationen sehr schnell erholen konnte. Ja, mehr noch, seit etwa 2010 bis zur aktuellen Krise erlebten wir durchweg ein starkes Wachstum, sowohl in der Realwirtschaft als auch am Aktienmarkt.

Auf den folgenden beiden Charts können wir das Wachstum des DAX und des DOW-JONES von 2009 bis heute bewundern.

DAX-INDEX

Erinnern Sie sich bitte kurz an die allgemeine Stimmung von 2007 bis 2009. Damals hatten die Crashpropheten geradezu Hochkonjunktur, die Buchhandlungen wurden mit Büchern über den Untergang des ganzen Systems (was auch immer das bedeutet) überschwemmt. Es war zu lesen, dass die Programme der so genannten quantitativen Lockerungen zum Untergang mindestens des Abendlandes führen würden, dass wir alle verarmen und verhungern werden. Es wurde ein Bild gezeichnet, welches den Schreckensbildern von Hiroshima in nichts nachstehen.

Was aber tatsächlich passiert ist, ist, dass der DAX von 2009 bis heute ganz entspannte +294% ins Chart gefräst hat. Bitte lesen Sie diese Zahl (in Worten: Zweihundertundvierundneunzig Prozent) laut vor, und fragen Sie sich bitte gleich, was das vor dem Hintergrund der Crashphantasien für einen totalen Blödsinn bedeutet! Jeder, der damals auf diese Idioten gehört hat, hat sich um sagenhafte Gewinne gebracht. Das ist die Wahrheit, nicht der negativ Schwachsinn der uns tagtäglich eingeimpft wird!

Und jetzt schauen wir uns den DOW-JONES-INDEX auch noch an, um hier für vollständige Klarheit zu sorgen.

DOW-JONES-INDEX 



Und jetzt machen wir das nochmal: der DOW-JONES-INDEX ist von 2009 bis heute um +396% (in Worten: Dreihundertundsechsundneunzig Prozent) gestiegen.

Wollen Sie jetzt immer noch behaupten, dass an diesem Mist eines alles vernichtenden Crashs etwas dran ist? Wenn ja, dann kann Ihnen nur noch ein Gott helfen.

Kehren wir aber nochmals zurück zu ein paar weiteren Zahlen, nicht damit noch jemand behauptet, dass diese Krise ganz anders ist.

Vergleichen wir diese Krise doch direkt mit der Finanzmarktkrise. Nehmen wir doch abermals das Bruttoinlandsprodukt als Indikator. Auf der folgenden Grafik sehen wir einen Vergleich der aktuellen Krise mit der Finanzmarktkrise. Dort können wir erkennen, dass der Einbruch in der Coronakrise durchaus schneller und auch wesentlich heftiger gewesen ist. Aber – und das ist das Entscheidende -, die Erholung ebenso.

Bruttoinlandsprodukt ab Beginn der Coronakrise und der Finanzmarktkrise

Blicken wir zum Schluss nochmals auf das aktuelle und das prognostizierte Bruttoinlandsprodukt von Deutschland.

Entwicklung reales BIP in Deutschland von 2008 bis 2019 + Prognose des DIW bis 2022

Aktuell liegen wir sogar noch höher als 2009/2010 als die Erholung einsetzte. Die Prognose geht davon aus, dass wir uns 2022 leicht über dem Niveau der Jahre 2014 bis 2017 einpendeln werden.

Machen Sie sich also bitte keine Sorgen. Ja, wir haben eine Krise, aber wir sind auf einem Wachstumspfad – es sei denn, die weltweiten Krisenmanager machen noch etwas ausgesprochen Dummes.

Wir bleiben bei unseren Prognosen für die Indizes und Aktien und kaufen Stoisch aber mit Absicherung immer weiter Positionen ein und stocken unseren Bestand auf.  

 

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Über den Autor
 
Autor: Philip Hopf Philip Hopf,
Hopf Klinkmüller Capital Management KG

Philip Hopf ist geschäftsführender Gesellschafter der Hopf Klinkmüller Capital Management KG. Die HKCM KG beschäftigt sich mit der Risikoabwägung bei Investitionsentscheidungen in die Rohstoffmärkte und richtet sich an Anleger die Fragen zum Kauf und Lagerung von Physischen Edelmetallen haben. Philip Hopf hat sich auf die Bereiche Marktpsychologie und Analyse via Elliott Wellen Theorie spezialisiert und befasst sich hiermit regelmäßig in seinen Artikeln.

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