Goldmarkt hat sich kräftig belebt im vierten Quartal 2021



15:07 28.01.22

Kurzkommentar von Chefvolkswirt Dr. Thorsten Polleit:

Am 28. Januar 2022 hat das World Gold Council die Nachfrage- und Angebotsdaten für das 4. Quartal 2021 sowie für das Gesamtjahr 2021 veröffentlicht.

Die gesamte Goldnachfrage im abgelaufenen Jahr erreichte 4.021,3 Tonnen, das entsprach einem Anstieg von 10 Prozent gegenüber 2020. Der starke Nachfragezuwachs erklärt sich vor allem durch das erfreuliche 4. Quartal 2021: Die Goldnachfrage stieg hier um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und erreichte 1.146,8 Tonnen.

In der Zeit von 2011 bis 2021 betrug das jahresdurchschnittliche Wachstum der mengenmäßigen Goldnachfrage damit 0,8 Prozent.

Im 4. Quartal 2021 zog die Goldschmuckerzeugung um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal an und erreichte 713,0 Tonnen.

Insbesondere die indische Goldschmucknachfrage legte stark zu: Sie stieg um 85 Prozent auf 343,9 Tonnen. Auch die chinesische Goldschmucknachfrage wuchs kräftig um 23 Prozent auf 264,9 Tonnen. Ebenso wurde in Europa Gold kräftig nachgefragt: Frankreich +42 Prozent auf 7,2 Tonnen, Italien +19 Prozent auf 9,0 Tonnen, Spanien +24 Prozent auf 2,6 Tonnen, Großbritannien +26 Prozent auf 13,3 Tonnen. Moderat(er) ging es in Deutschland zu: +4 Prozent auf 44,5 Tonnen, in der Schweiz +1 Prozent auf 9,7 Tonnen.

Für Industrie- bzw. Technologiezwecke stieg die Goldnachfrage um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 85,9 Tonnen.

Besonders stark legte die Goldnachfrage für Investment-Zwecke zu: Sie stieg um 118 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 300,2 Tonnen. Die Nachfrage nach Goldbarren stieg um 30 Prozent auf 220,8 Tonnen, die für offizielle Goldmünzen fiel jedoch um 13 Prozent auf 68,1 Tonnen, während die Nachfrage nach Goldmedaillen um 41 Prozent auf 28,9 Tonnen zulegte. 



Die Goldnachfrage der ETFs ging um 17,6 Tonnen zurück (im 4. Quartal 2020 war sie um 131,2 Tonnen gefallen). Auf das Gesamtjahr 2021 gesehen fiel die Gold-ETF-Nachfrage um 173,3 Tonnen nach einem Zufluss von 874,0 Tonnen in 2020. Man erkennt: Die Gold-ETF-Nachfrage unterliegt gewaltigen Schwingungen.

Die Goldnachfrage der Zentralbanken schrumpfte zwar im  letzten Quartal um 22 Prozent auf 47,7 Tonnen. Jedoch legte sie im Gesamtjahr 2021 um 82 Prozent zu gegenüber 2020, erreichte 463,1 Tonnen.

Im Jahr 2021 ging das gesamte Goldangebot um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück auf 4.666,1 Tonnen. Die Minenproduktion stieg dabei um 2 Prozent auf 3.560,7 Tonnen, während das Recycle-Gold um 11 Prozent auf 1.149,9 fiel.

Zusammenfassung: Die Zahlen für das vierte Quartal 2021 deuten auf eine kräftige Belebung, eine voranschreitende Normalisierung des Goldmarktes hin, auf die Überwindung der Corona-Krisenfolgen. Der Rückgang der Gold-ETF-Bestände, der den Goldpreis belastet hat, hat vermutlich mehrere Gründe: Die Risikosorgen der Investoren haben nachgelassen; das Vertrauen der Anleger ist immer noch relativ groß, dass die Zentralbank die erhöhte Inflation wieder absenken; leicht steigende Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten der Goldhaltung. Unsere Einschätzung ist jedoch, dass Gold (und Silber) derzeit zu sehr günstigen Preisen handeln – und dass das für langfristig orientierte Anleger eine Gelegenheit ist, physische Edelmetallpositionen auf- und auszubauen.

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