DAX tastet sich weiter nach vorn



12:46 28.06.22

Der Deutsche Aktienindex setzt seinen zaghaften Erholungsversuch heute Morgen zunächst fort. Beherztes Zugreifen bei deutschen Aktien sieht allerdings anders aus – dafür ist die geld- und geopolitische Großwetterlage noch zu undurchsichtig und mit viel Risiken behaftet. Die Indikatoren für die zukünftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft, die in diesen Tagen veröffentlicht werden, zeichnen weiter ein eher düsteres Bild. Der GfK-Konsumindikator setzt seine Talfahrt fort, die Stimmung der Verbraucher ist wegen der hohen Inflation auf einem 30-Jahres-Tief angekommen. Vor allem die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel lassen die Menschen den Gürtel enger schnallen und andere Anschaffungen zumindest mal verschieben. Wir stellen den Marktkommentar von Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, vor.  

Meist bildet der Aktienmarkt einen Boden, wenn die vermeintlich schlechtesten Nachrichten auf dem Tisch liegen. Da die treibenden Faktoren Inflation und Lieferkettenprobleme allerdings so gravierend sind und es so aussieht, als seien sie zeitnah nicht in den Griff zu bekommen, scheint ein sicherer Boden noch weit entfernt.



Positive Nachrichten gibt es inmitten des wirtschaftlichen Chaos immer wieder aus dem Bankensektor. Mit steigenden Zinsen und einer damit einhergehenden Rückkehr des profitablen Kreditgeschäfts sind die Aussichten auf ein Gewinnwachstum in den kommenden Monaten sehr viel höher als in anderen Bereichen der Wirtschaft. In den USA haben die Banken nach dem erfolgreichen Bestehen des Stresstests der US-Notenbank Fed Kapitalmaßnahmen angekündigt. Morgan Stanley kauft eigene Aktien zurück und erhöht die Dividende um zehn Prozent. Letzteres haben auch Goldman Sachs und die Bank of Amerika angekündigt.

Gleichzeitig sind die Aktien der deutschen Banken in den vergangenen Tagen aufgrund der Rezessionssorgen stark unter die Räder gekommen. Langfristig allerdings könnte der Rückenwind durch die amerikanische Konkurrenz aber auch diesen Papieren die nötige Unterstützung zukommen lassen. Bankaktien sollten im aktuellen Umfeld in keinem Portfolio fehlen.

Der Sportartikelhersteller Nike musste gestern nach US-Börsenschluss einen Gewinnrückgang vermelden. Die Lockdowns in China, einem der größten Absatzmärkte und gleichzeitig dem Land, in dem ein Großteil der Produktion sitzt, belasten das Ergebnis. Aber auch in anderen Märkten ist der Umsatz rückläufig. Dies dürfte ebenfalls an den gestörten Lieferketten liegen, die es dem Unternehmen derzeit schwer machen, alle Produkte anzubieten. Die Branche hat mit den Nachwirkungen der Pandemie stärker zu kämpfen als andere und dürfte dies auch noch auf absehbare Zeit tun müssen. Bis sich das Umfeld hier wieder positiv entwickelt, ist auch viel Geduld der Aktionäre gefragt.


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Über den Autor
 
Autor: Feingold-Research Feingold-Research
Die beiden ehemaligen FTD- und Börse Online-Redakteure Benjamin Feingold und Daniel Saurenz haben zusammen das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort stellen die beiden Kapitalmarktexperten und Journalisten ihre Marktmeinung, Perspektiven und Strategien inklusive konkrete Produktempfehlungen vor. In zwei Musterdepots werden die eigenen Strategien mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert (feingold-research.com).

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