Bitcoin - Ruhe vor dem Sturm?



15:25 29.06.22

Die steigende Inflation und Insolvenz einiger DeFi-Projekte ließen den Bitcoin am Wochenende kurzzeitig unter 18.000 und Ethereum unter 900 US-Dollar absacken. Der darauffolgende Sprung zurück über die 20.000- und 1.000-Dollar-Marke ließ das Vertrauen in den Markt stärken, wobei in der vergangenen Woche wahrscheinlich mehr als 13.000 Wallets “den Dip” gekauft haben. Wir stellen die Analyse von 21Shares vor. Unter den Krypto-Brokern ist eToro weiterhin unser Favorit. Der Sieger in unserem Vergleichstest bietet eine große Anzahl an Coins an. 

Abbildung 1: Die Zunahme der Wallet-Adressen mit 1 BTC oder mehr

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DeFi

Am 29. Juni erwartet das Ethereum-Update ein Upgrade: „Gray Glacier“ soll mit Block Nummer 15.050.000 eingeführt werden, voraussichtlich am 29. Juni. Das Update soll die Parameter und das Auftreten der sogenannten Difficulty Bomb verändern – eine Maßnahme, die das Produzieren neuer Blöcke unmöglich macht und zur sogenannten „Ice Age“ führt. Die Difficulty Bomb soll somit um rund 700.000 Blöcke – und rund 100 Tage – nach hinten geschoben werden. Das Ethereum-Ökosystem erlebte im Laufe der Woche noch weitere Entwicklungen, darunter:

Die wichtigste Stablecoin-Neuerung hingegen trägt den Namen EUROC. Der Zahlungsdienstleister Circle will unter diesem Namen eine mit der Kryptowährung ERC20 gedeckte Euro-Stablecoin einführen. Der sogenannte Euro Coin wird durch Euro-Reserven gedeckt sein, die von regulierten Finanzinstituten in den USA gehalten werden. Der Euro Coin wird sich dem von Circles Konkurrenten Tether herausgegebenen EURt anschließen, der darauf abzielt, die kommerzielle Papierunterlegung von USDT auf Null zu reduzieren, ohne dass dabei Verluste entstehen. “Alle Commercial Papers laufen aus und werden in US-Staatsanleihen mit einer kurzen Laufzeit umgewandelt”, heißt es in der Ankündigung von Tether. Tron DAO, der Betreiber der Stablecoin USDD, erhielt einstweilen 500 Millionen Dollar in USDC, um die Bindung von USDD an den US-Dollar wiederherzustellen.

Drohte Beschlagnahmung von Vermögen auf Solend?

Doch auch Solend ließ aufgrund einer kontrovers aufgenommenen Entscheidung aufhorchen: Das Lendind-Protokoll gab zunächst bekannt, die Gelder eines „Wales“ – ein Krypto-Großbesitzer – auf seiner Plattform beschlagnahmen zu wollen. Mit der Begründung, ein Abzug des Investors könnte die Liquidität der Plattform gefährden, verabschiedete Solend einen Vorschlag, der dem Unternehmen Notfallbefugnisse einräumte, das Wal-Konto zu übernehmen, das 5,7 Millionen SOL-Token eingezahlt hatte – immerhin mehr als 95 Prozent der auf Solend aufbewahrten Einlagen. Das Konto enthielt auch 108 Mio. geliehener USDC und ETH.

Die Maßnahme hätte es Solend ermöglicht, die Vermögenswerte des Wals über “Over-the-Counter”-Transaktionen – und mittels Börsengeschäften – zu liquidieren, um einen möglichen Dominoeffekt von Liquidationen zu vermeiden. Nach einem beachtlichen Backlash auf Twitter, wo die Dezentralisierung kritisiert wurde, ließ Solend seine Nutzer darüber abstimmen, ob die Entscheidung wieder gekippt werden sollte. 99,8 Prozent stimmten mit Ja.



NFTs, Metaverse, und Dezentrale Autonome Organisationen (DAOs)

Inmitten des Krypto-Marktcrashes kommt dem NFT-Markt beispielloses Interesse zu: Mitte Juni erlebte das Handelsvolumen der acht größten NFT-Sammlungen einen 115-prozentigen Anstieg, während das Strategieberatungsunternehmen McKinsey & Company prognostizierte, dass das Metaverse im Jahr 2030 fünf Billionen Dollar schwer sein könnte.

Darüber hinaus war die Woche auch von einigen erwähnenswerten Bewegungen innerhalb der Branche geprägt:

Hongkong hat sich einstweilen zu einer der beliebtesten Regionen für das Erproben von Metaverse-Erfahrungen entwickelt. Das haben auch Unternehmen wie Meta und Yahoo erkannt. Der potenzielle Katalysator als „Metaverse-Standortes“ ist Animoca Brand, die Muttergesellschaft des größten Metaverse-Projekts Sandbox, die in Hongkong ansässig ist. Viele Unternehmen in Hongkong haben sich an Sandbox beteiligt, darunter HSBC, Standard Chartered, SCMP, MTR und PCCW.

Iran zieht zugelassenen Bitcoin-Minern den Stecker

118 offiziell zugelassenen Bitcoin-Minern im Iran soll der Stromzugang verweigert werden: Nachdem der Stromverbrauch der Miner auf eine vorläufige Spitze von 62.500 Megawatt angestiegen war und Erwartungen zufolge noch auf 63.000 Megawatt steigen könnte, will ihnen die Regierung die Stromzufuhr am 22. Juni unterbrechen.

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Erst im Dezember wurde berichtet, dass auf den Iran 4,5 – 7 Prozent der weltweiten Bitcoin-Hashrate entfallen. Die iranischen Aufsichtsbehörden erkannten die Krypto-Mining-Industrie offiziell an und begannen, Lizenzen an Miner zu vergeben, die höhere Stromtarife zahlen und ihre geschürften Bitcoins an die iranische Zentralbank verkaufen müssen. Berichten zufolge war die Energie-Infrastruktur des Landes dennoch überfordert.

Als Folge könnten Miner in den kommenden Monaten in Länder abwandern, die noch über reichlich Stromressourcen verfügen, beispielsweise Indien, zumal die Preise für neue und gebrauchte Grafikprozessoren – die dafür benötigt werden – in der vergangenen Woche parallel zur Bitcoin-Preisentwicklung gefallen sind.


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Über den Autor
 
Autor: Feingold-Research Feingold-Research
Die beiden ehemaligen FTD- und Börse Online-Redakteure Benjamin Feingold und Daniel Saurenz haben zusammen das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort stellen die beiden Kapitalmarktexperten und Journalisten ihre Marktmeinung, Perspektiven und Strategien inklusive konkrete Produktempfehlungen vor. In zwei Musterdepots werden die eigenen Strategien mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert (feingold-research.com).

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