„…recht spät an jenem schicksalhaften Tag im
Juni 1983 stiegen Duncan und ich an der Madison Avenue in ein Taxi. Ich
trug das Terminal, Duncan die Tastatur und den Bildschirm. Aber es war
aussichtslos. Aus für uns unverständlichen Gründen hinderte ein neu
aufgetretenes Softwareproblem das Gerät daran anzulaufen. Wir wollten
es trotzdem bei Merrill abliefern,…“.
So beschreibt Michael Bloomberg in seiner Autobiographie „Bloomberg
über Bloomberg“ den ersten Präsentationstermin mit dem frisch
programmierten Terminal, das die Finanzwelt verändern sollte, wie kaum
eine andere Innovation zuvor. Obwohl der Computer aufgrund eines
Softwareproblems in der Präsentation im Hause Merrill Lynch mehrmals
abstürzte, bekam Bloomberg den Auftrag. In seiner ersten Lieferung
stellte er 22 Terminals, Tastaturen und Bildschirme zur Verfügung. Und
bekam dafür zwei Jahre lang 1.000 Dollar pro Monat für jedes Terminal.
Bloomberg war kurz zuvor von seinem Arbeitgeber Salomon Brothers im
Alter von 39 Jahren mit einer Abfindung auf die Straße gesetzt worden
und hatte sich zum Ziel gesetzt, Unternehmer zu werden und
fortschrittliche Dienstleistungen bzw. technische Hilfsmittel für die
Wertpapier- und Investmentbranche anzubieten.
Heute ist Bloomberg mit über 254.000 Installationen der weltweit
führende Anbieter von Echtzeit-Daten, Nachrichten und Analysen.
Bloomberg hat heute mehr als 10.000 Mitarbeiter, die in mehr als 126
Büros weltweit tätig sind.
Jetzt hat Merrill Lynch angekündigt, sich von Anteilen an der BlackRock
Inc. und an der Bloomberg LP trennen zu wollen. Grund sind zu
erwartende Wertberichtigungen und die Notwendigkeit weitere 6 Mrd.
Dollar an Cash aufzunehmen. So ist angedacht, den 20 %-igen Anteil an
der Bloomberg LP für 5 Mrd. Dollar zu verkaufen. Wobei Michael
Bloomberg, heute Bürgermeister der Stadt New York, ein Erstkaufsrecht
auf die Anteile hat. Was den Verkauf nicht gerade erleichtern wird.
Auch soll der 49 %-ige Anteil an dem Geldhändler BlackRock verkauft
werden. Der ist angabegemäß mehr als 12 Mrd. Dollar wert. Allerdings
gibt es hier eine bis 2009 geltende Verkaufssperre für den für nur 9,8
Mrd. Dollar eingekauften Anteil.
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Norbert Lohrke, Globalyze Invest AG |
Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“
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