Gut aufgehoben



11:14 05.11.07

 

 

Ich schaue mir gerade die Geldanlagen von ein paar Leuten an, die sich im Altersheim befinden und ihre Altervorsorge in Investmentfonds angespart haben. Da gibt es beispielsweise den völlig unverdächtigen FONDIRENT Fonds der COMINVEST. 98 Prozent Rentenwerte, knapp 2 Prozent Cash. Anscheinend keine strukturierten Produkte. Das klingt ja eigentlich ganz gut. Doch dann schaue ich auf die Währungen und sehe, dass über ein Drittel (!) dieses Vehikels für die Altersrente in Japanischen Yen angelegt ist. Und fast ein weiteres Drittel in US-Dollar. Der Euro-Anteil hingegen liegt gerade einmal bei knapp 15 Prozent. Hier wird also mit den Renten gezockt. Man kann eigentlich nur wütend werden.

 

Richtig spaßig wird es aber erst bei Vehikeln wie dem PIONEER INVESTMENTS EURO GELDMARKT PLUS. Klingt ja irgendwie gut und elegant und erfolgreich. Ist auch alles in Euro angelegt. Doch 97,7 Prozent in Asset-Backed-Securities. Und dann auch noch mit Schwerpunkt Spanien, Großbritannien und Irland. Man sollte die Fondsmanager zwangsweise ebenfalls im Heim internieren.

 

Und überall reden alle Zukunftsträumerlis von der kapitalgedeckten Rente, vom Ansparmodell und verdammen einstimmig unsere umlagenfinanzierte staatliche Rente. Im Moment kann man sicherlich so reden. Doch die Halbwertszeit dieser vermeintlichen Wahrheit befindet sich deutlich im Abwärtstrend.

 

Und wenn es einmal richtig knallt an den Märkten, sieht alles plötzlich völlig anders aus. Dann ist Papier nur noch Papier. Dann gilt: Erde zu Erde und Asche zu Asche. Bei allen Gedanken an das Gold als letzte Sicherheit, sollte man dennoch nicht verkennen: Das Sicherste auf der ganzen Welt, das ist die steuerliche Leistungsfähigkeit fleißiger Bürger – selbst in einem angekratzten Land. Sie ist sicherer als alles Gold, welches ja in der Krise auch nur dann verkauft oder getauscht werden kann, wenn jemand anders über etwas verfügt, was er dafür geben kann.



 

Vielleicht sollte jeder von uns das einmal in seinem Hinterkopf wälzen. Will sagen: Wenn alles glatt läuft in den nächsten Jahrzehnten, wird das Geld in der gesetzlichen Rentenversicherung eine negative Realrendite erzielen. Doch wenn es nicht glatt geht, könnten staatliche Rentenbescheide einmal besser als Bargeld sein.

 

Mit den besten Grüßen!

Bernd Niquet

 

 

berndniquet@t-online.de

 

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Über den Autor
 
Autor: Bernd Niquet Bernd Niquet,
Autor

Bernd Niquet ist promovierter Volkswirt und schreibt Börsenkolumnen und Bücher


In tiefsten Schichten. Teil II der Reihe: Wichtige und bisher liegengebliebene Themen und Fragestellungen

Das neue Buch von Bernd Niquet:
IN TIEFSTEN SCHICHTEN, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2015, 327 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-95744-926-9.

Hier bestellen:
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Beschreibung:
"Wenn ich mein Projekt, Entwicklungsprozesse einmal in Gänze und in allen Facetten darzustellen, tatsächlich erfolgreich abschließen will, darf ich jetzt nicht mehr haltmachen. Auch wenn es wehtut."

Bernd Niquet wurde 1956 in Berlin geboren und lebt noch immer dort. Im Rahmen der Serie »Wichtige und bisher liegengebliebene Themen und Fragestellungen« ist von ihm bereits als Band 1 »Die bewusst herbeigeführte Naivität« erschienen.

Warnung:
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Das Buch ist sehr speziell. Es ist kein Wirtschaftsbuch, sondern eher ein Versatzstück zu "Jenseits des Geldes". Wenn der Arzt oder der Apotheker ratlos sind, fragen Sie direkt beim Autor an:
berndniquet@t-online.de


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