Sto AG: Profiteur des Klimaschutzes



00:30 24.09.07

In Zeiten globaler Erderwärmung und steigender Energiekosten ist ein sparsamer Ressourcenumgang das Gebot der Stunde. Als einer der weltweit führenden Anbieter von Gebäudedämmungssystemen ist die Sto AG ideal aufgestellt, um von diesen Megatrends zu profitieren.

 

Inlandsgeschäft nimmt Fahrt auf

 

Schon 2006 verbuchte das südbadische Unternehmen mit einem Umsatzplus von 15,4 % auf 855 Mio. Euro das mit Abstand stärkste organische Wachstum der letzten zehn Jahre. Getragen durch die anziehende deutschen Baukonjunktur legten erstmals auch die Binnenerlöse merklich zu und übertrafen mit einem Plus von 15,6 % sogar das seit Jahren starke Wachstum des Auslandsgeschäfts (+ 15,4 % in 06). Ertragsseitig hat der Sto-Konzern zwar nach wie vor mit steigenden Einkaufspreisen zu kämpfen, dennoch konnte das Management durch  Rationalisierungs- und Prozessoptimierungsprogramme eine weit überproportionale EBIT-Steigerung um 121,4 % auf 72,4 Mio. Euro erzielen, was einer operativen Marge von stattlichen 8,5 % entspricht. Das Ergebnis nach Steuern wurde infolge eines steuerlichen Einmalertrags sogar mehr als vervierfacht auf 50,4 Mio. Euro bzw. 7,39 Euro je Vorzugsaktie.

 

Günstige politische Rahmenbedingungen

 

Neben der konjunkturellen Erholung sorgen vor allem politische Vorgaben zunehmend dafür, dass sich dem Sto-Konzern glänzende Perspektiven eröffnen. In Deutschland etwa, dem mit gut 40 % Umsatzanteil wichtigsten Einzelmarkt von Sto, hat es sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 40 % zu reduzieren. Aus diesem Grund wird die energetische Gebäudesanierung – eine der günstigsten Maßnahmen zur CO2-Einsparung – allein aus Bundesmitteln bereits seit 2006 mit 900 Mio. Euro pro Jahr gefördert, wovon Sto spürbar profitieren konnte. In Zukunft, so der Beschluss der kürzlich abgehaltenen Kabinettstagung in Merseburg, sollen diese Mittel bis auf 2,5 Mrd. Euro aufgestockt werden.

 

Für weiteres erhebliches Potenzial sorgt der sog. „Energiepass“, der hier zu Lande ab 2008 für Gebäude zur Pflicht wird. Er gibt Auskunft über den Energieverbrauch einer Immobilie und wird somit zur Aufwertung gut gedämmter Häuser führen. Auch daraus könnte sich ein enormes Absatzpotenzial für Sto ergeben, denn nach Schätzungen des Managements sind derzeit noch rd. 80 % des deutschen Gebäudebestands unzureichend gedämmt.

 

Fortsetzung der Auslandsexpansion

 

Einen wichtigen Wachstumstreiber bildet auch weiterhin die internationale Expansion. Die sukzessive Erhöhung der Energiepreise sorgt weltweit dafür, dass sich Investitionen in Gebäudedämmtechnik immer schneller amortisieren. Obwohl der Sto-Konzern bereits in 20 Ländern eigene Tochtergesellschaften unterhält und in über 50 Ländern am Markt präsent ist, baut das Management das Auslandsgeschäft kontinuierlich aus. Um z.B. die boomende Nachfrage in China zu befriedigen, wurde kürzlich ein zweiter Fertigungsstandort in Peking in Betrieb genommen. Auch der bislang vernachlässigte russische Markt wird ab 2007 verstärkt bearbeitet. Im Rahmen eines Joint Ventures mit einem finnischen Unternehmen soll schon in der zweiten Jahreshälfte ein Produktionsstandort in Moskau entstehen. Darüber hinaus werden Expansionspläne für die Türkei sowie Indien und Mexiko valuiert.

 



Keinerlei Wachstum eingepreist!

 

In Anbetracht derartiger Wachstumstreiber verwundert es nicht, dass Sto auch für das 1. Halbjahr 2007 mit erfreulichen Zahlen aufwarten konnte. Der Umsatz stieg um 13,8 % auf 417,2 Mio. Euro und der Nettogewinn wurde mit 14,5 Mio. Euro mehr als verdreifacht. Für das Gesamtjahr gibt sich der Vorstand dennoch betont zurückhaltend und rechnet nur mit einer Umsatzsteigerung um 5 % auf 900 Mio. Euro bei einem Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau (66 Mio. Euro).

 

Auch wenn wir nach den Halbjahreswerten deutlich positivere Geschäftzahlen für das Gesamtjahr für möglich halten, erscheint die Sto-Aktie selbst bei diesem konservativen Ansatz moderat bewertet. Denn im aktuellen Börsenwert ist (bei einer Renditeforderung von 10 % p.a.) gerade einmal eine Gewinnstagnation auf den Niveau des letztjährigen, um Einmaleffekte bereinigten Nettoertrags von ca. 45 Mio. Euro eingepreist.

 

Jegliche Gewinnsteigerung in diesem oder den kommenden Jahren begründet also bereits ein Aufwärtspotenzial. Zwar warnt das Sto-Management vor den weiter steigenden Faktorkosten und dem latenten Preisdruck der Branche. Andererseits sieht es aber auch die weiterhin freundliche (wenn auch abkühlende) Baukonjunktur sowie vor allem die starken Impulse seitens der Klima- und Energiepolitik als große Chance an. Nimmt man beispielsweise nur ein moderates Umsatz- und Ertragswachstum von 5 % p.a. in den kommenden acht Jahren sowie anschließend lediglich einen Inflationsausgleich von 2 % p.a. an, so erhielte man in einem einfachen Ertragswertmodell bereits faire Kurse um die 100 Euro. Diese „Wette“ auf ein (mindestens) moderates Wachstum in den nächsten Jahren ist unseres Erachtens eine Spekulation wert!

 

Fazit

 

Vor dem Hintergrund der Megatrends Klimawandel und Energieeffizienz verfügt der Sto-Konzern über äußerst interessante Wachstumsperspektiven, die aber in keiner Weise im Kurs eskomptiert sind. Daher nehmen wir die Sto-Aktie unsere Empfehlungsliste auf. Von einer Musterdepotaufnahme sehen wir derzeit nur aus Timing-Gründen ab.

 

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