War das die Wende bei EUR/USD?



11:09 09.06.07

Quelle: http://www.devisen-trader.de  

Der Vorsitzende der US-Notenbank Ben Bernanke äußerte letzte Woche seine Sicht der aktuellen Konjunkturlage und ließ den Devisenmarkt einigermaßen ratlos zurück. Einerseits geht er davon aus, dass sich die Krise am Immobilienmarkt länger negativ auf die Gesamtwirtschaft auswirkt, als bislang angenommen. Das ist negativ für den Dollar. Andererseits erteilte er Spekulationen über eine Zinssenkung mit dem Hinweis auf die bestehenden Inflationsgefahren eine klare Absage. Das ist positiv für den Dollar. Letztere Interpretation setzte sich zum Wochenschluss durch. Zumal auch die Renditen an den Anleihemärkten in den USA kräftig anzogen. Die Zinssenkungsspekulationen sind völlig vom Tisch. Im Gegenteil: Viele Marktteilnehmer halten nun sogar eine Zinsanhebung für möglich.

 

EZB dämpft Zinserwartungen

Negative Einflüsse für den EUR/USD-Wechselkurs kamen aber aus der Eurozone. Die EZB erhöhte wie weithin erwartet den Leitzins auf 4,00 Prozent. Allerdings wurde das anschließende Statement des Vorsitzenden Trichet dahingehend interpretiert, dass nur ein weiterer Zinserhöhungsschritt als sicher gelten kann. Weitere Anhebungen sind fraglich, zumal die EZB ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2008 leicht gesenkt hat und eine Inflationsrate von lediglich 2,00 Prozent prognostiziert. Die Äußerungen verschiedener europäischer Notenbanker in den letzten Tagen ließen auf eine längere Fortsetzung des Zinserhöhungszyklus schließen. Das ist weiterhin auch unsere Meinung. In der kommenden Woche dürften vor allem die Inflationsdaten und der Monatsbericht der EZB am Mittwoch weiteren Aufschluss über die künftige Geldpolitik geben.

 

EUR/USD durchbricht Support

Der Stimmungswandel in den USA kam allzu schnell. Eigentlich hat sich in den letzten Tagen nichts an den Fundamentaldaten geändert, um diese drastisch geänderte Einschätzung zu rechtfertigen. Wenn sich die erste Aufregung legt, wird daher sicher wieder ein vernünftiges Maß einkehren. EUR/USD fiel unter die Unterstützung bei 1,3300 und brach dabei auch den seit Oktober 2006 bestehenden Aufwärtstrend. Die nächste wichtige Unterstützung liegt nun bei 1,3250. Solange diese behauptet werden kann, bleibt die langfristige Aufwärtstendenz des Wechselkurses bestehen. Im Devisen-Trader erhalten Sie sowohl Empfehlungen für mittelfristige Positions-Trades, als auch für spekulative, kurzfristige Trades zu EUR/USD und anderen interessanten Wechselkursen.

 

 

Türkische Lira unter Druck

Die Inflationsrate in der Türkei fiel im Mai mit 9,23 Prozent zwar etwas schwächer aus als erwartet, bleibt aber auf hohem Niveau. Die Zielgröße der türkischen Notenbank von vier Prozent zum Jahresende ist nicht erreichbar. Es gibt daher kaum Spielraum, um das aktuelle Leitzinsniveau von 17,50 Prozent zu senken. Aber nicht nur das Inflationsumfeld ist schlecht, auch der IWF kritisierte zuletzt die türkische Regierung wegen beabsichtigter Steuersenkungen. Das gefährdet die Haushaltskonsolidierung. Es ist schon lange nicht mehr alles eitel Sonnenschein in der Türkei. Das bremste auch die seit drei Monaten bestehende leichte Abwärtstendenz bei EUR/TRY. Die Türkische Lira dürfte aus unserer Sicht weiter unter Abwertungsdruck geraten.

 



 

Neuseeland-Dollar im Aufwind

Für die Mehrheit der Analysten überraschend erhöhte die neuseeländische Notenbank den Leitzins auf 8,00 Prozent. NZD/USD erreichte danach den höchsten Stand seit 22 Jahren und gegenüber dem Euro stieg der „Kiwi“ auf ein 16-Monatshoch. Der Neuseeland-Dollar bleibt genauso wie der Austral-Dollar auf absehbare Zeit eine der Währungen, die sich unter den internationalen Anlegern größter Beliebtheit erfreuen.

 

 

Erfolgreiche Devisen-Trades wünscht

 

Ihre

Devisen-Trader Redaktion

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