Die Versorger waren im Juni stark unter Druck geraten, nachdem die Bundesnetzagentur die von Vattenfall beantragten Durchleitungsgebühr um 12 Prozent gegenüber 2004 gekürzt hatte. Gestern hat es nun auch RWE und EnBW mit einem 14prozentigen Abschlag getroffen. Dies entsprach allerdings den Erwartungen der Marktteilnehmer und hatte entsprechend keinen negativen Einfluss auf die RWE-Aktie. Ähnlich dürfte es bei E.ON von statten gehen. Die Entscheidung für den größten Versorger Europas steht zwar noch aus, sollte sich jedoch in einem ähnlichen Rahmen bewegen und die Aktie nicht beeinträchtigen. Denn mittlerweile ist dieser Vorgang im Kurs von E.ON eingepreist, so dass sich der Fokus nun verstärkt auf die Gegenmaßnahmen des Konzerns richtet: Effizienzsteigerung des Vertriebs und Straffung der Verwaltung. Konkret würde dies einerseits die Zusammenlegung des Strom- und Gasvertriebs sowie andererseits die Bündelung der regionalen Tochtergesellschaften bedeuten. Einhergehend mit diesem Konzernumbau wären Stellenstreichungen in Deutschland wohl unweigerlich die Folge. Was die Medien und die Gesellschaft (einmal mehr) stark kritiseren werden, wird die Börse honorieren. Denn damit legt der Konzern den Grundstein für die Steigerung seiner Effizienz und somit für künftiges Wachstum.
Letztes Wort bei Endesa-Übernahme noch nicht gesprochen
Gleichzeitig erhält E.ON durch seine Aktivitäten im Ausland Kursphantasie. So setzt das Unternehmen konsequent auf einen europäischen Expansionskurs, wie der (geplante) Bau von Stromerzeugungsanlagen in Italien, den Niederlanden, Rumänien, Ungarn und der Slowakei zeigt. Und nicht zu vergessen: die Übernahme der spanischen Endesa. Vergangene Woche hatte die nationale Energiekommission CNE dem Deal zu gestimmt, wenn auch unter teils harten Auflagen. Da E.ON jedoch nicht bereit ist, diese einfach zähneknirschend hinzunehmen, sondern auf eine Entschärfung drängt, wird der Konzern kommende Woche beim spanischen Industrieministerium Beschwerde einreichen. Und die Chancen stehen gut, einen Teil der Auflagen rückgängig zu machen. Denn auch die EU-Wettbewerbshüter beobachten das protektionistische Verhalten Spaniens sehr genau und könnten E.ON zusätzlich den Rücken stärken.
Bereits +65 Prozent Gewinn
Während E.ON im Juli um 6,5 Prozent zulegte, haben die Leser des CFD-Briefs die Entwicklung des Basiswerts mit Hilfe von CFDs um ein Vielfaches gehebelt. So genügte bereits ein Hebel von 10, um 65 Prozent Gewinn einzustreichen. Doch die Aktie besitzt durchaus noch weiteres Potential. Denn neben der positiven fundamentalen Ausgangslage, stehen auch die charttechnischen Signale auf Grün. So konnte E.ON den Widerstandbereich bei 91,75 EUR deutlich überwinden sowie eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation nach oben auflösen. Die Aktie hat damit Luft bis 100,00 EUR.
Viel Erfolg wünscht
Ihr
Michael Münch
Chefredakteur CFD-Brief
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