Greifen Sie nicht ins fallende Messer!



14:55 23.01.08

Greifen Sie nicht ins fallende Messer!     ACHTUNG: Melden Sie sich noch bis zum 31.01.2008 für unser transparent gemanagtes Reales Derivate-Musterdepot auf www.derivate-investments.de an !!

 

 

Auf meine gestrige Kolumne habe ich viele Leserzuschriften erhalten. Allgemeiner Tenor: „Eine mehrjährige Baisse kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.“ Dafür sei das fundamentale Umfeld einfach zu gut, die Unternehmen in der Mehrheit heutzutage zu gesund und die Bewertungen der Aktien zu niedrig - ganz im Gegensatz beispielsweise zum Jahr 2000.

 

Ich kann diese Einschätzung keineswegs teilen. Die Subprimekrise ist für die Realwirtschaft weitaus gefährlicher als seinerzeit das Platzen der „Dot.com-Blase“. Denn diesmal geht die Krise nicht von den Unternehmen aus, sondern von der Nachfrageseite!

 

Der (amerikanische) Verbraucher hat kein Geld mehr in der Tasche. Steigende Preise, hohe Rohstoff- und Energiekosten, zunehmende Arbeitslosigkeit, Verluste am Aktienmarkt, schwache Währung, hohe Zinsen und Kreditbelastungen, fallende Häuserwerte, geringe Sparquote –  da kommt wenig Freude am Einkaufen auf! Hinzu kommt ein massiver Vertrauensverlust und existentielle Zukunftsängste der Menschen. Konsequenz: Das Wenige im Portemonnaie wird zusammengehalten.

 

Der Konsum, die wichtigste Säule der größten Volkswirtschaft der Welt droht vollends wegzubrechen und die gesamte Wirtschaft mitzureißen. Denn die gesamte Weltwirtschaft hängt letztlich am Tropf des amerikanischen Verbrauchers, der als wichtigster Importeur weltweit Konsumgüter nachfragt.

 

Das Fatale an einer nachfragebedingten Krise ist die Machtlosigkeit der Geldpolitik. Kann man Unternehmen mit niedrigen Zinsen zum Investieren locken, funktioniert das bei privaten Haushalten nicht so einfach. Leitzinssenkungen der Notenbanken kommen in der Regel kaum beim „kleinen Mann“ an, weil die Geschäftsbanken die Zinsen für Privatdarlehen oder Hypothekenkrediten nicht flexibel anpassen und damit die günstigen Konditionen, die sie von der Zentralbank zur Refinanzierung eingeräumt bekommen, nicht an ihre Kunden weitergeben. Sie kennen das zweifellos von Ihrer eigenen Hausbank.

 

Die Hoffnungen auf den von Fed-Chef Bernanke angekündigten Geld abwerfenden Helikopter sind daher allein psychologischer Balsam, aber illusorisch. Die Probleme werden dadurch nicht gelöst, abgesehen davon dass Zinsschritte mit einer zeitlicher Verzögerung von mehreren Monaten wirken, also ohnehin viel zu spät kämen.

 

 

Im Rahmen unseres Derivate-Musterdepots unter derivate-investments.de haben wir uns übrigens frühzeitig short positioniert und mit Puts auf den amerikanischen S&P500-Index dreistellige Gewinne erzielt! Alleine seit Jahresbeginn konnte unser Depot trotz des schwierigen und turbulenten Marktumfelds um 10 Prozent zulegen!  (Bis zum 31.01.2008 besteht noch die Möglichkeit, sich für unser Reales Derivate-Musterdepot auf unserer Homepage www.derivate-investments.de anzumelden.)

 

 

Eine Rezession ist zum jetzigen Zeitpunkt kaum mehr zu vermeiden und sie wird vermutlich tiefer und länger ausfallen, als vorangegangene. Vor diesem Hintergrund wird auch der Hinweis auf die moderate Bewertung des Aktienmarktes hinfällig. Zwar waren die Bewertungen, zumindest gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, Ende der 90er Jahre deutlich höher. Niedrig bewertet im historischen Vergleich sind Aktien heute aber keineswegs mehr! In den USA liegen die Kurs-Gewinn-Verhältnisse über ihrem langfristigen Durchschnitt! In zahlreichen Schwellenländern, allen voran China gibt es bereits eindeutige Überhitzungstendenzen.

 

Und das alles auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen, die sich als viel zu optimistisch herausstellen und im Zuge einer konjunkturellen Abschwächung deutlich nach unten angepasst werden dürften. Es ist zu kurz gedacht, wenn man die Unternehmensergebnisse der letzten „fetten Jahre“ einfach fortschreibt. Im Fall einer Rezession werden sich natürlich auch die Bewertungsrelationen verschieben!

 



Und vergessen Sie bitte auch nicht in diesem Zusammenhang, dass der DAX-Stand zum Jahreswechsel einem währungsbereinigten Niveau von ca. 11.000 Punkten entsprach!!

 

Im Gegensatz zu früheren Rezessionen werden die schlechten Unternehmensmeldungen diesmal allerdings erst am Ende der Kausalkette stehen und später den Höhepunkt der Wirtschaftskrise markieren. Sie werden eine Folge des Verbrauchervertrauensverlustes sein und nicht umgekehrt! Dies ist ein wichtiger Unterschied zur Vergangenheit und erklärt auch, warum bislang die Warnsignale noch nicht so offensichtlich sind.

 

Seien Sie daher äußerst kritisch, wenn Ihnen quasi als „Beruhigungspille“ von einem im Grunde „gesunden fundamentalen Umfeld“ vorgegaukelt wird.

 

Die Ursachen liegen diesmal viel zu tief, als dass sie schnell behoben werden könnten. Stichwort Stagflation. Nachlassende Konjunkturdynamik und gleichzeitige Inflation führen zu einem Dilemma, aus dem heraus es kaum einen Ausweg gibt, zumal die hohen Inflationsraten über die Rohstoff- und Energiemärkte extern importiert werden und daher nicht beeinflusst werden können. Üblicherweise sinken die Kosten für Energie- und Industrierohstoffe, wenn sich die Wachstumsaussichten eintrüben. Das passiert diesmal jedoch nicht, weil wir es mit einer Verknappung der Ressourcen zu tun haben. Das bedeutet, der Preisdruck wird weiter anhalten und er Politik sind die Hände gebunden.

 

Ein weiteres Beispiel für den Ernst und die Ausweglosigkeit der aktuellen Lage ist der schwache Dollar. Sinkende Zinsen zur Stützung einer lahmenden US-Wirtschaft würden die Abwertungsspirale des Greenback zusätzlich beschleunigen und damit das Weltwährungssystem und die globale Wirtschaft endgültig aus dem Gleichgewicht bringen. Ein Teufelskreis!

 

Sowohl der Ist-Zustand als auch der „Worst-Case“ werden teils bewusst verharmlost, teils unbewusst unterschätzt. Die Stimmung ist nach wie vor zu gut. Kaum jemand rechnet mit einer längeren Schwächephasen. Selbst die Pessimisten befürchten schlimmstenfalls eine kurzfristige Korrektur und proklamieren schon wieder „Einstiegschancen“ und „Schäppchenkurse“. Oder haben Sie auch nur eine einzige Meinung in diesen Tagen vernommen, die zu einem Ausstieg aus Aktien geraten hat...?

 

Was käme für die meisten in diesem Jahr wohl überraschender: Ein DAX-Anstieg auf 10.000 Punkte oder ein Absturz unter 3.000 Punkte? Ich befürchte Letzteres...

 

Wir sehen derzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit erst die Spitze des Eisbergs und zwar in jeder Hinsicht. Hören Sie nicht auf die „Marktschreier“, die einfach zwei Charts übereinander legen und die Ähnlichkeit mit einem Verlauf von vor 10 Jahren als Kaufsignal werten. Denn eines ist ziemlich sicher: Die heutige Situation ist mit nichts jemals da gewesenem vergleichbar!

 

Befolgen Sie in der aktuellen Phase unbedingt einige der elementarsten Börsenregeln: Begrenzen Sie Ihre Verluste! Ziehen Sie rechtzeitig die Reißleine, auch wenn’s weh tut! Setzen Sie Stopps und betreiben Sie konsequentes und diszipliniertes Risiko- du Moneymanagement! Verbilligen Sie nicht permanent und werfen Sie vor allem kein gutes Geld schlechtem hinterher! Greifen Sie nicht in ein fallendes Messer!

 

Denn der Börse ist es herzlich egal, was Sie sich vorstellen können und vor allem was nicht...!

 

REALES DERIVATE-MUSTERDEPOT: Wir lassen uns in die Karten schauen und managen für Sie transparent ein reales Derivate-Musterdepot mit echtem Geld und unter realistischen Bedingungen allein durch den systematischen Einsatz von Optionsscheinen und Zertifikaten !! Profitieren Sie auch von fallenden Kursen !! Infos unter www.derivate-investments.de

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Über den Autor
 
Autor: D. Kirschbaum D. Kirschbaum,
Derivate-Investments

Dirk Kirschbaum, geboren am 19.10.1973 in Georgsmarienhütte, studierte an den Universitäten von Osnabrück und Birmingham Volkswirtschaftslehre, war anschließend für verschiedene Banken und Investmenthäuser im Wertpapiergeschäft und in der Vermögensverwaltung tätig und ist heute geschäftsführender Gesellschafter der "Kirschbaum Derivate-Investments GmbH", die private und institutionelle Anleger im Umgang mit derivativen Finanzinstrumenten betreut. Für Aufsehen sorgte Dirk Kirschbaum im Winter 2000/2001, als er für das Kapitalanlagemagazin "investor" in einem Strategievergleich trotz rückläufiger Aktienmärkte durch den gezielten Einsatz von Derivaten in der Spitze mehr als 350% Wertzuwachs erzielt hat. Kurz darauf gründete er den ersten deutschsprachigen Börseninformationsdienst für Optionsscheinanleger. Das in diesem Zusammenhang von ihm öffentlich gemanagte reale Musterdepot konnte selbst in den Krisenjahren 2001 bis 2003 zweistellige Wertzuwächse verbuchen. Als Buchautor, Analyst und gefragter Interviewgast in der Medienlandschaft ist Dirk Kirschbaum inzwischen einem breiten Fachpublikum als Derivate-Experte bekannt. Darüber hinaus promoviert und doziert der zweifache Familienvater derzeit am Institut für Ökonomische Bildung der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster.

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