Die Stabilität unseres real und für unsere Kunden transparent gemanagten Derivate-Musterdepots ist weiterhin beeindruckend. Wie ein Fels in der Brandung trotzt das Portfolio allen Stürmen und Turbulenzen an den Finanzmärkten. Und gerät doch einmal eine Position unter Druck wie unser Best-of-Rohstoff-Zertifikat (Wertpapierkennnummer XXXXXX), wird die Schieflage durch andere Depotwerte, wie zuletzt unser Discount-Zertifikat auf den Goldpreis (WKN XXXXXX), kompensiert und so ein Gleichgewicht wieder hergestellt.
Die Edelmetalle, allen voran Gold, Platin und Silber, haben in den letzten Wochen eine regelrechte Rallye auf’s Parkett gelegt. Es ist noch keine zwei Monate her, da kämpfte der Goldkurs mit einer eminent wichtigen Unterstützung bei 790/800 USD. Ein Durchbruch durch dieses Niveau hätte erhebliches charttechnisches Abwärtspotential generiert. Natürlich freut es uns, dass unser Discount-Zertifikat nun von der scheinbaren Wiederauferstehung des Goldes profitiert. Wir hatten uns aber damals ganz bewusst nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt und statt einer reinen Long-Position eben ein derivatives Produkt gewählt, das auf eine Seitwärtsbewegung bzw. eine moderate Aufwärtsbewegung des Goldpreises ausgerichtet ist. Denn wir sind durchaus skeptisch, was den aktuellen allgemeinen Medienhype um die Edelmetalle angeht, und warnen davor, jetzt aus Angst vor einem Zusammenbruch der Zivilisation und einem Ausbruch der Tauschwirtschaft sein gesamtes Vermögen in Form von Goldbarren im Keller einzulagern.
Sollte es wirklich zur Anarchie kommen, wird Ihnen Ihr Goldvorrat mit großer Wahrscheinlichkeit nichts nützen. Und in jedem anderen vorgeschalteten Krisenszenario wird es irgendeine Art von Geld geben. Dafür ist unsere Zeit einfach schon zu weit fortgeschritten, als das man die Weltwirtschaft auf einer reinen Goldwährung aufbauen könnte.
Bleibt die Frage, inwieweit Gold als Instrument zur Wertbewahrung dienen kann? Antwort: Gar nicht! Gold ist heute ein Spekulationsobjekt und definiert sich fast ausschließlich über seinen aktuellen Kurs. Genauso wie eine Aktie heute von den meisten Anlegern nicht mehr als eine unternehmerische Beteiligung an einer Firma gesehen wird, sondern eben nur noch der Preis des Papiers interessiert. Wer weiß schon etwas über das Unternehmen, von dem er eine Aktie hält? Wer investiert schon in ein Unternehmen, weil er langfristig an dessen Erfolg glaubt? Fast jede Aktie wird mit der Absicht gekauft, sie möglichst bald zu einem höheren Kurs zu verkaufen. Es zählen hierbei keine realen Werte, sondern einzig die Differenz zwischen An- und Verkaufserlös. Es ist letztlich vollkommen egal, welches Unternehmen sich hinter einer Aktie tatsächlich verbirgt. Man könnte auch einfach nur Bonbons oder Zitronen handeln (wobei der Übergang in der Realität nicht selten fließend ist…). Es spielt schlichtweg keine Rolle! Die Börse ist ein „Schneeballystem“, das so lange funktioniert, wie alle mitspielen. Auf das Funktionieren des Systems kommt es an und nicht auf die Akteure oder die Instrumente. Letztere sind beliebig austauschbar.
Das ist auch am Goldmarkt nicht anders. Welcher Goldinvestor geht ernsthaft davon aus, seine Barren die nächsten 50 Jahre im Keller zu lagern? Ähnlich klingende Vorsätze sind alleinfalls Lippenbekenntnisse, geprägt von einer Mischung aus Panikmache, Leichtgläubigkeit und Unwissen. Wer es in seinem bisherigen Leben nicht geschafft, auch nur einen Unternehmensanteil (Aktie), den er jemals besessen hat, länger als 10 Jahre im Depot zu behalten, der sollte sich sehr bewusst klarmachen, welche Ziele er mit dem Kauf von Gold verfolgt. Spätestens wenn sich der nächste Aufschwung ankündigt, wird das Bedürfnis, sich rentableren Anlagen hinzuwenden, sehr schnell wieder übermächtig. Doch dann wird man plötzlich feststellen, dass das, was man im Keller unter hohem Aufwand hortet, nur noch die Hälfte oder ein Drittel wert ist.
Allen konservativen Anlegern empfehlen wir, sich einmal die historischen Gold- oder Silber-Charts anzuschauen. Sie werden jährliche Schwankungen im dreistelligen (!) Prozentbereich erkennen. Gold hat sich alleine in den letzten sechs Wochen um 25 Prozent im Wert verändert, Silber sogar um fast 40 Prozent! Wer als Bankberater einem risikoscheuen Kunden ein Produkt mit einer Monatsvolatilität von 20-30 Prozent verkauft, steht mit einem Bein im Gefängnis! Zugegeben, Gold und Silber werden wohl nie wertlos werden. Aber zum Erhalt eines Realvermögens taugen sie weniger als so manche Aktie! Nur dass das bei einer Aktie mittlerweile die meisten wissen. Beim Gold dagegen gehen die Anleger mit falschen Intentionen ein Investment ein und drohen am Ende des Tages, böse zu erwachen.
Abschließend an dieser Stelle nur zwei fundmentale Gründe, die sogar für einen baldigen Einbruch des Goldpreises sorgen könnten. Die werterhaltende Eigenschaft von Gold ist vor allem in der Inflation ein Argument. In einer Phase deflatorischer Tendenzen, in der wir uns derzeit befinden, verhält es sich allerdings genau umgekehrt: „Sachwerte“ verlieren, während Bargeld gewinnt! Und ein zweiter Gedanke: Könnte nicht die exzessive Verschuldung der Staatshaushalte rund um dem Globus dazu führen, dass die strategischen Goldreserven von den Regierungen angezapft werden, um all die Rettungspakete finanzieren zu können, mit der Folge, dass der Markt mit Gold regelrecht überschwemmt wird? Entsprechend setzen wir mit unserem Zertifikat in erster Linie darauf, dass ein völliger Wertverfall des Goldes ausbleibt, und erst in zweiter Linie auf Wertstabilität oder gar Wertsteigerung und sehen es als gezielte Beimischung unseres konkreten Musterdepots, nicht jedoch als Selbstzweck. Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente entsteht ein Orchester, das dann selbst in traurigen Krisenzeiten im übertragenen Sinne so harmonisch spielt wie unser Portfolio.
Die Gesamtperformance unseres Derivate-Musterdepots beträgt inzwischen knapp 20 Prozent bzw. seit dem 01.10.2007 sogar mehr als 30 Prozent Nettorendite (nach Abzug aller Gebühren!)! Das wahre Ergebnis zeigt sich im Vergleich z.B. mit dem DAX, der im Vergleichszeitraum mehr als 53 Prozent eingebrochen ist. Die relative (Out-)Performance unseres Depots seit Auflegung beträgt damit mehr als 80 Prozent bei minimalem Risiko und unter der Prämisse des Kapitalerhalts!
Apropos DAX: Die Aktienmärkte haben ihre Talfahrt wieder beschleunigt und diesmal sogar die alten November-Tiefs unterboten. Auch diese Entwicklung hatten wir zuletzt immer und immer wieder prophezeit. Seit Jahresbeginn hat der DAX nun schon weitere 1.500 Punkte oder 30 Prozent eingebüßt. Und eine Bodenbildung ist weit und breit nicht auszumachen. Im Gegenteil: Sämtliche Leitindizes weltweit sind extrem angeschlagen. Fast alle Anleger, sowohl die kurzfristig orientierten als auch die strategisch positionierten, haben ihre Stopp-Loss-Limits mehr oder weniger dicht unterhalb der im vergangenen Herbst erreichten Wendepunkte platziert. Nach dem Reißen dieser Marken werden die Engagements jetzt im großen Stil aufgelöst werden und viele Marktteilnehmer werden sich vorerst zurückziehen. Das wird die Abwärtsdynamik zusätzlich verstärken. Umgekehrt wird die Käuferseite umso vorsichtiger. Kürzere Gegenbewegungen sind zwar jederzeit möglich, ein Trendwechsel in dieser Situation ist aber extrem unwahrscheinlich. Stattdessen ist die Gefahr eines Crashs deutlich gestiegen. In so einer Phase reicht bereits ein kleiner Auslöser, um vollends Panik an den Börsen auszulösen….
Die Aktienmärkte bleiben nach wie vor auf der Shortseite zu spielen. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass laut den jüngsten Daten vom Freitag der US-Arbeitsmarkt seit 60 Jahren nicht derart am Boden lag wie zur Zeit, muss einem angst und bange werden um eine so vom Inlandskonsum abhängige Volkswirtschaft wie die amerikanische. Sie wissen, dass wir nicht nur die Krise frühzeitig, noch in 2007, vorausgesagt und danach , nicht zuletzt im Rahmen dieses Musterdepots, konsequent gehandelt haben, sondern auch davor gewarnt haben, das Ende der Krise zu voreilig auszurufen. In unseren von verschiedenen Medien regelmäßig veröffentlichten Kolumnen mit Titeln wie „Greifen Sie nicht in das fallende Messer“ oder „Das ist erst die Spitze des Eisbergs“ haben wir gerade zum Jahresende 2008, als sich die Märkte zu fingen schienen und vielerorts schon wieder zum Einstieg geblasen wurde, eine neuerliche Abwärtsspirale prognostiziert und ausführlich erläutert, warum die Probleme diesmal so viel tiefer liegen. Wir werden demnächst eine neuerliche Studie herausbringen und einen ausführlichen Ausblick auf die kommenden Jahre geben. Nach unserer Einschätzung dürften die Aktienmärkte über Jahre hinaus bestenfalls stagnieren, wobei es zuvor nochmals einige Etagen hinunter gehen dürfte.
Im Moment stehen ganze Branchen auf der Kippe. Nach den Banken und der Autoindustrie geraten zunehmend die Versicherer in Not. Der globale Branchenprimus AIG hat vor wenigen Tagen den höchsten Verlust gemeldet, den je ein Unternehmen auf diesem Planeten innerhalb eines Jahres „erwirtschaftet“ hat. Ein einziges Unternehmen hat in zwölf Monaten die unvorstellbare Summe von 100 Mrd. Dollar vernichtet. Spätestens anhand einer solchen Meldung dürfte auch dem letzten klar werden, dass etwas Grundlegendes in unserem System nicht mehr stimmen kann…
Im Rahmen unseres Musterdepots sind und bleiben wir daher in Bezug auf die Aktienmärkte per saldo short eingestellt. Sollten es in den nächsten Tagen einen Rebound geben, der idealerweise bis an die vorherigen Tiefststände zurückläuft – im DAX wäre das z.B. die Marke von 4.000 Punkten – würden wir vielleicht sogar über eine Aufstockung unserer Put-Optionen nachdenken. Bis dahin erfreuen wir uns an unserem gezielt auf die Schwierigkeiten der Versicherungsbranche ausgelegtes Short-Tracker-Insurance-Zertifikat (WKN XXXXXX), das auf fallende Kurse bei den 30 weltgrößten Versicherungsgesellschaften setzt und mit über 30 Prozent im Plus notiert. Wir nutzen die günstige Gelegenheit und heben den Stopp auf Einstandsniveau an.
Schließlich werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf den Devisenmarkt. Dass sich der US-Dollar trotz einer Nullzinspolitik und einer Rezession anhaltend stabil hält, ist auf der einen Seite ein Phänomen, auf der anderen Seite ein Armutszeugnis und ein Offenbarungseid aller anderen vermeintlichen Leitwährungen, insbesondere natürlich des Euros. Wenn uns die Krise eine sichere Erkenntnis bringt, dann die, dass der Greenback ohne echte Alternative quasi konkurrenzlos in der Weltwirtschaft ist. Und dennoch wird es nur eine Frage der Zeit sein, wann der Dollar abwertet – und zwar nicht, weil er muss, sondern weil er endlich bedenken- und gefahrlos kann! Denn nichts benötigt die USA dringlicher als eine Entschuldung (Stichwort: Doppeldefizit) über den Dollar. Jetzt endlich haben sie die Gewissheit, dass dies nahezu willkürlich möglich sein wird, weil alleine sie und niemand anderes die Zügel in der Hand haben. Und der Rest der Welt ist die Sorge los, dass damit das Weltwährungssystem zusammenbricht, eben weil der Dollar das Weltwährungssystem ist!
Möglicherweise liegt in einer systematischen Abwertung des Dollar sogar der Schlüssel zur Lösung einiger ganz bedeutender Ungleichgewichte in dieser Welt, vielleicht sogar der Finanzkrise insgesamt. Doch das ist eine eigene gewagte Theorie, die wir eventuell mal an anderer Stelle näher ausführen werden…
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D. Kirschbaum, Derivate-Investments |
Dirk Kirschbaum, geboren am 19.10.1973 in Georgsmarienhütte, studierte an
den Universitäten von Osnabrück und Birmingham Volkswirtschaftslehre, war
anschließend für verschiedene Banken und Investmenthäuser im
Wertpapiergeschäft und in der Vermögensverwaltung tätig und ist heute
geschäftsführender Gesellschafter der "Kirschbaum Derivate-Investments
GmbH", die private und institutionelle Anleger im Umgang mit derivativen
Finanzinstrumenten betreut.
Für Aufsehen sorgte Dirk Kirschbaum im Winter 2000/2001, als er für das
Kapitalanlagemagazin "investor" in einem Strategievergleich trotz
rückläufiger Aktienmärkte durch den gezielten Einsatz von Derivaten
in der
Spitze mehr als 350% Wertzuwachs erzielt hat. Kurz darauf gründete er den
ersten deutschsprachigen Börseninformationsdienst
für Optionsscheinanleger.
Das in diesem Zusammenhang von ihm öffentlich gemanagte reale Musterdepot
konnte selbst in den Krisenjahren 2001 bis 2003 zweistellige Wertzuwächse
verbuchen.
Als Buchautor, Analyst und gefragter Interviewgast in der Medienlandschaft
ist Dirk Kirschbaum inzwischen einem breiten Fachpublikum als
Derivate-Experte bekannt. Darüber hinaus promoviert und doziert der
zweifache Familienvater derzeit am Institut für Ökonomische Bildung der
Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster.
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