Ich wette, bei der Überschrift ist Ihnen gerade das Herz in die Hose
gerutscht. Wo die Kurse doch gerade so schön steigen. Und dass die
Industrieproduktion im Euroraum im Juni 2009 überraschend wieder
gesunken ist, das war doch sicher nur ein Schönheitsfehler. Oder der
neue Rekord bei den Zwangsversteigerungen von US-Immobilien. Das sind
doch wohl nur Ausrutscher auf dem Weg in den neuen grandiosen Bullenmarkt. Das kann man
so sehen. Oder auch ganz anders.
Autor dieses Artikels ist Andreas Hoose.
Er ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs.
In all dem Jubel um die neue Hausse, die angeblich
gerade startet, wollen wir diesmal den Blick auf die Prognosen eines
Kollegen lenken, der uns aus verschiedenen Gründen interessant
erscheint. Die Rede ist von Gerald Celente, dem Gründer und
Geschäftsführer des in den USA ansässigen renommierten Trends Research Instituts (www.trendsresearch.com).
Kollegen, die sich durch besondere Treffsicherheit auszeichnen, werden
auch hier zu Lande gerne „kleingeschrieben“, wenn sie allzu
pessimistische Meinungen vertreten. Gerald Celente ist da keine
Ausnahme. So bezeichnete etwa das Handelsblatt den Trendforscher kürzlich in
einem kurzen Artikel abfällig als „Untergangspropheten“.
In der Tat, die Prognosen des Trends Research Instituts
sind nichts für schwache Nerven. Derzeit sieht Gerald Celente die Welt
auf dem Weg in die größte Depression aller Zeiten. Kein Wunder, dass
die Massenmedien hier zu Lande kein Wort darüber verlieren. Doch
dummerweise hat der Mann, um den es hier geht, in der Vergangenheit wie
kaum ein anderer wichtige Ereignisse sehr präzise vorher gesagt:
7. Die Depression wird nach Ansicht von Gerald Celente noch viele
Jahre dauern. Die einzige Möglichkeit, das Desaster abzuwenden, wäre
eine völlig neue Technologie, die ähnlich wie das Internet die
Wirtschaftsprozesse revolutionieren und für eine massive
Produktivitätssteigerung sorgen könnte. Vergleichbares sei jedoch nicht
in Sicht.
Die Depression der 1930er Jahre wurde erst mit Ausbruch des Zweiten
Weltkriegs und den damit verbundenen Produktionssteigerungen beendet.
Ähnlich wie damals sei auch heute die Kriegsgefahr massiv gestiegen.
Celente denkt dabei weniger an den Einsatz von Massenvernichtungswaffen
als an High-Tech-Angriffe gegen weniger entwickelte Länder wie Iran
oder Afghanistan.
8. Mit der gerade beginnenden schwersten Weltwirtschaftskrise seit
Menschengedenken sieht Gerald Celente auch das Ende des Euro gekommen.
Erste Anfänge eines Zusammenbruchs der Gemeinschaftswährung seien mit
den jüngsten Entwicklungen in den südlichen Ländern Italien, Spanien,
Portugal und Griechenland zu erkennen.
9. Im Zuge der weltweiten Krise erwartet Celente soziale Unruhen
weltweit, besonders betroffen seien die USA. Doch auch in Europa,
Indien und China würden schwere Unruhen ausbrechen.
10. Celente rät zum massiven Ausbau der Selbstversorgung: Kleinere
Gemeinschaften und Gemeinden sollten Anstrengungen unternehmen,
weitgehend autark zu werden, etwa in Fragen der Stromversorgung, bei
der Energiegewinnung und bei der Produktion von Lebensmitteln.
Noch Fragen?
Bedenklich ist das Ganze vor allem wegen der „Trefferquote“, die Gerald
Celente auszeichnet: In den vergangenen 30 Jahren gab es nicht eine
einzige bedeutende Entwicklung, die der Trendforscher nicht
korrekt vorhergesagt hätte. Einer seiner wenigen Ausrutscher betraf
etwa den erwarteten Anstieg der Kriminalität in den USA im Jahr 1995,
der dann ausgeblieben war.
Im Grunde kann man nur hoffen, dass sich Celente diesmal wenigstens in
einigen Punkten irren möge. Darauf verlassen sollte man sich lieber
nicht. Unsere Erfahrungen aus fast 30 Börsenjahren zeigen eines:
Prognosen, die auf den ersten Blick vollkommen unwahrscheinlich
erscheinen, haben allergrößte Chancen, Realität zu werden.
Für Leser mit starken Nerven, hier einige TV-Interviews mit Gerald
Celente, allesamt auf Englisch:
Für einen kurzen Überblick ist das folgende Video geeignet:
http://www.metacafe.com/watch/2679203/gerald_celente_predicts_economic_armageddon_by_2012/
Die Zeit bis 2012:
http://www.youtube.com/watch?v=_18t2_XvZRA&feature=player_embedded
Der größte wirtschaftliche Kollaps aller Zeiten:
http://www.youtube.com/watch?v=9nJ7LM3iyNg&NR=1
Zur Panik 2008:
http://www.youtube.com/watch?v=d0QdLkgvJwM&feature=player_embedded
Auf der Internet-Seite http://www.trendsresearch.com/forecast.html
finden Sie eine Zusammenstellung der Prognosen des Trendforschers. Es fällt
auf, dass Celente mit seinen Vorhersagen in der Vergangenheit mitunter
bis zu zwei Jahre zu früh dran war. So gesehen besteht zumindest die
Chance, sofern er erneut richtig liegen sollte, dass noch einige Zeit
bleibt, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen.
In der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die kürzlich
erschienen ist, haben wir uns Gedanken darüber gemacht, welche Dinge
unserer Ansicht nach jetzt vorrangig geregelt werden sollten.
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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem
Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer
des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief
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H. Weygand, Godmode-Trader |
Harry Weygand ist Chefredakteur von GodmodeTrade.de. Live Intraday Market Track & professionelles Trading mit mehreren Musterdepots u.v.m. / Trading von Aktien, Optionsscheinen, Hebelzertifikaten, Futures. Aggressiv und konservativ geführte Musterdepots. Handel im kurz-, mittel- und langfristigen Zeitfenster. Für professionelle Marktteilnehmer und Laien. Mehr Informationen unter www.godmode-trader.de
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