First Solar mit rückläufigen Margen



12:59 02.11.09

17% lautet das Minus der Aktien von First Solar am gestrigen
Donnerstag. Dabei lag der Gewinn um 50% über dem Gewinn von vor einem
Jahr. Das hatten selbst die optimistischsten Analysten nicht erwartet.

Aber Anleger haben sich in diesem Fall nicht von der irre führenden
Schlagzeile leiten lassen, sie haben in die Details des
Quartalsergebnisses geschaut. Und da war zu sehen, dass der Umsatz mit
480 Mio. USD um 47 Mio. USD hinter den Erwartung der Analysten zurück
blieb. Aber auch hierfür gab es noch eine Erklärung: 58 Mio. USD
Umsatz aus einem Projekt konnten wider Erwarten noch nicht in das 3.
Quartal gebucht werden, weil ein Meilenstein nicht erreicht wurde.
Dieser Betrag dürfte aber somit im 4. Quartal eingebucht werden.

Doch das eigentlich Dramatische war die Entwicklung der Gewinnmarge.
Hatte First Solar im Vorquartal noch 56,7% Gewinnmarge verbucht, so
ist diese nun auf 50,9% gefallen. Schlimmer noch, denn für das
laufende Quartal solle diese Gewinnmarge weiter auf 41-44% fallen, so
das Unternehmen.

Das wollen wir Anleger nicht. Wir wollen steigende Wachstumsraten und
steigende Gewinnmargen. Die rückläufige Gewinnmarge ist ein Zeichen
des härteren Wettbewerbs, dem sich First Solar zunehmend ausgesetzt
fühlt.

Im Bereich der Solarzellen befinden wir uns in der Eroberungsphase:
Die Hersteller von Solarzellen müssen soviel Marktanteile erobern, wie
möglich. Wenn nötig, wird dafür die Gewinnmarge angeknabbert, denn
wichtiger als der kurzfristige Gewinn ist der langfristige
Marktanteil. So variiert First Solar je nach Wettbewerb und eigener
Kapazität offensichtlich den Preis seiner Solarzellen und hält den
Wettbewerb mit günstigen Preisen im Zaum (unter Inkaufnahme eines
geringeren Gewinns).



Doch, wenn dies tatsächlich kalkuliert ist, um Marktanteile zu
gewinnen, warum blieb dann der Umsatz hinter den Erwartungen zurück?
Genau an diesem Punkt sind die Anleger offensichtlich der
Argumentation des Managements nicht mehr gefolgt und haben die Aktien
verkauft. 17% Minus an einem Tag ist ein deutliches Zeichen: Wenn ihr
schon die Gewinnmarge dran gebt, dann bitte zugunsten des Umsatzes.
Doch der rückläufige Umsatz ist vor diesem Hintergrund nicht mehr zu
entschuldigen ... zumindest nicht bei einem Wachstumsunternehmen wie
First Solar.

Ich schaue den Turbulenzen auf dem Solarmarkt gelassen zu, denn ich
hatte ja den harten Wettbewerb bei den Solarzellenherstellern in
meiner Solarstudie beschrieben. Der Wettbewerb wird härter und die
Hersteller müssen sich mit neuen Fabriken und Maschinen für den
Wettbewerb rüsten. Wir befinden uns nicht in einer Phase, in der die
bestehenden Maschinen gewartet und länger am Laufen gelassen werden,
sondern es wird investiert, um mit günstigeren Stückpreisen
kalkulieren zu können. Und davon profitieren die Anlagenbauer.

Dennoch ist First Solar in den Keller geprügelt worden. Eine erneute
Kaufgelegenheit für diejenigen, die noch nicht drin sind. Wer schon
investiert ist, der kann diesen Rücksetzer gelassen aussitzen.

Weitere Analysen können Sie gerne in meinem kostenfreien Börsenbrief
unter http://heibel-ticker.de nachlesen. Ich freue mich auf
Sie.

Take share

Stephan Heibel

Chefredaktion
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Über den Autor
 
Autor: Stephan Heibel Stephan Heibel,
Heibel-Ticker

Stephan Heibel schrieb 1998 erstmals seinen Börsenbrief und ist heute Herausgeber und Chefredakteur des Heibel-Ticker Börsenbriefes. Als Diplom Volkswirt legt er besonderen Wert auf das Verständnis für die Finanzmärkte. Empfehlungen werden aus der Erklärung der aktuellen Entwicklungen abgeleitet. die kostenfreie Version können Sie hier beziehen: www.heibel-ticker.de

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