Quelle: http://www.emerging-markets-trader.de
Der gesunde Menschenverstand sagt zwar „Gelddrucken führt
zu Inflation“, doch dies ist
kein Automatismus. Die
geschaffene Liquidität kann bis es zur
Inflation kommt auf vielen Wegen verloren gehen. Ein
gutes Beispiel dafür ist Japan, das in den Jahren 2001-2005
bei dem Versuch die Deflation durch Quantitative Easing zu stoppen
gescheitert
ist.
So gelang es weder durch die Einführung des Quantitative Easing Programms der Bank of Japan im März 2001 noch durch die Verdreifachung der Quantitative Easing Summen im Oktober 2002 die japanische Deflation zu stoppen. Selbst die Einführung einer Höchstgrenze (!) für die Reservehaltung der Privatbanken brachte keinen nennenswerten Schwung in Japans Wirtschaft.
Stattdessen trugen Carry Trader durch Spekulationen auf die Zinsdifferenz umgerechnet mehr als eine Billionen USD ins Ausland. Damit leistete die Bank of Japan einen nicht zu vernachlässigbaren Beitrag zur Bildung von Spekulationsblasen im Ausland. Nicht ohne Grund waren im Vorfeld der globalen Finanzkrise die Lieblingsziele der Yen-Carry-Trader (USD, GBP, AUD und NZD) auch jene Währungsräume mit den größten Immobilienblasen!
Kommt der “Dollar Carry Trade”?
Wenn der „Yen Carry Trade“ schon zu globalen Verwerfungen führte, wie reagiert die Welt erst auf einen „Dollar Carry Trade“?
Die Frage ist nicht unerheblich, denn amerikanisches Geld ist heute billiger zu haben wie Japanisches. Schon am 24. August unterschritt der LIBOR auf USD-Basis die vergleichbare Yen-Rate. Übrigens nähert sich auch der LIBOR in Pfund und der LIBOR in Euro japanischen Niveaus an. In anderen Worten: Statt einer größeren „Carry Währung“ haben wir heute vier und der USD ist heute eine attraktivere Carry Währung wie der Yen. Merken Sie sich daher schon einmal den Begriff „Dollar Carry Trade“!
Schwellenländer vor Problemen?
Gerade Schwellenländer, die nach der Finanzkrise deutlich schneller zurück zu hohem Wachstum finden können, stellt die Liquiditätsflut vor neue Herausforderungen, denn Medizin, die für eine kranke Wirtschaft zur Genesung beiträgt, kann in einer gesunden Volkswirtschaft ernsthaften Schaden anrichten. Ärzte verschreiben Patienten mit Bluthochdruck schließlich auch keine blutdrucksteigernden Medikamente!
Ich gehe daher davon aus, dass die in Brasilien überraschend eingeführte Transaktionssteuer für ausländische Anleger in Höhe von 2% nur ein fader Vorgeschmack auf eine Reihe von Maßnahmen ist, die Schwellenländer zum Schutz vor der Liquiditätsflut unternehmen.
Mein Fazit: In den kommenden Tagen werde ich mich an dieser Stelle damit beschäftigen was für Auswirkung der „Dollar Carry Trade“ auf verschiedene Emerging Markets haben wird.
Erfolgreiche
Investments in den Boom-Märkten der Zukunft wünscht Ihnen
Ihr
Florian Schulz
Chefredakteur Emerging-Markets-Trader
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