Als vor zehn Tagen bekannt wurde, dass Dubai seine Zinszahlungen auf
60 Mrd. Kredite für die nächsten sechs Monate aussetzen muss, war der
Schock riesig. Auch ist noch nicht sicher gestellt, dass die im selben
Zeitraum fällig werdenden Kredite über 34 Mrd. zurückgezahlt werden
können. Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass die
Finanzierung des größenwahnsinnig gewordenen Emirates bei zumeist
europäischen Großbanken liegt und hier wäre ein etwaiger
Zahlungsausfall nicht groß genug, um den Beteiligten größere Probleme
zu bereiten.
Viel größer allerdings war das Risiko einer Kettenreaktion würden
andere Emirate ebenfalls in Zahlungsschwierigkeiten geraten? Und
könnte sich die Krise sogar auf andere Länder außerhalb der
Vereinigten Arabischen Emirate ausweiten? Zunächst schien dieses
Risiko unüberschaubar und ließ die Weltbörsen einbrechen.
Bei näherem Hinsehen wurde jedoch schnell klar, dass es sich nicht um
ein für die anderen Emirate geltendes symptomatisches Problem der
dortigen Region handelt, vielmehr sind die Ursachen in Dubai selbst zu
finden. Schon lange gibt es kein Öl mehr und so finanziert Dubai seine
wahnsinnige Bautätigkeit durch Kredite aus den noch immer ölreichen
Nachbarstaaten. Vorne an sind hier Abu Dhabi und auch Katar zu nennen,
mit dem Unterschied, dass diese beiden Staaten wesentlich bescheidener
haushalten als der größenwahnsinnige Nachbar Dubai.
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Stephan Heibel, Heibel-Ticker |
Stephan Heibel schrieb 1998 erstmals seinen Börsenbrief und ist heute Herausgeber und Chefredakteur des Heibel-Ticker Börsenbriefes. Als Diplom Volkswirt legt er besonderen Wert auf das Verständnis für die Finanzmärkte. Empfehlungen werden aus der Erklärung der aktuellen Entwicklungen abgeleitet. die kostenfreie Version können Sie hier beziehen: www.heibel-ticker.de
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