Droht eine Hyperinflation? - Im CuB-Szenario sehr wohl. Smart Investor Weekly 50/2009



19:53 08.12.09

Die US-Arbeitsmarktdaten von letzter Woche waren bemerkenswert. Demnach stieg deren Arbeitslosenquote erstmals nicht mehr.

Vielmehr ging sie von 10,2 auf 10,0% zurück. Klar, die absoluten Werte dieser Zahlen sind nicht wirklich aussagekräftig, werden sie doch mit allerlei statistischer Methoden manipuliert. Aber der Trend an sich sagt natürlich schon etwas aus. Und wenn die Arbeitslosenquote nun erstmals wieder sinkt, dann bedeutet dies schlicht und ergreifend, dass dies ein Anzeichen für ein Wiederstarken der US-Konjunktur sein könnte. Die Super-Pessimisten halten so etwas ja gar nicht mehr für möglich. Wir jedoch schon, mit unserer Crack-up-Boom-Theorie reden wir schon seit Monaten von nichts anderem.

Gigantische Rettungsprogramme
Und überlegen wir doch mal ganz scharf: Die gigantischen Summen, die in den letzten zwei Jahren in die Wirtschaft und damit auch in die Märkte gepumpt worden sind, müssen doch irgendwann ihre Wirkung entfalten. Alleine das amerikanische Rettungsprogramm dürfte in einer Größenordnung von etwa 4 Bio. USD liegen. Wir beziehen uns hier auf die Berechnungen bzw. Aussagen unserer Interviewpartner Claus Vogt und Roland Leuschel im Smart Investor 11/2009, die diese Zahl aus dem Anstieg der US-Notenbank-Bilanz und den seit Mitte 2007 aufgelaufenen US-Haushaltsdefiziten berechnen. Also 4.000 Mrd. USD wurden aufgewendet um die US-Wirtschaft zu stützen. In Europa dürfte mindestens nochmals die Hälfte davon aufgewendet worden sein, und auch in Asien wurde das eine oder andere unternommen (Konjunkturprogramme z.B. in China, Singapur usw.).

Es ist völlig klar, dass diese gigantischen Summen ihren Niederschlag in Wirtschaft und Börse finden müssen. Und deswegen reden wir uns ja seit vielen Monaten so den Mund fusselig und versuchen die Bären unter unseren Lesern davon zu überzeugen, dass die Aktien- und Rohstoffmärkte in den kommenden Jahren gar nicht anders können als durch die Decke zu gehen (sie steigen ja auch schon seit März dieses Jahres recht kräftig).

Die Hyperinflation kommt
Allerdings hat eine Medaille immer zwei Seiten. Und die andere Seite von wieder anziehender Wirtschaft und steigenden Börsen wird eben die Inflation sein. Und weil diese Inflation nicht mehr adäquat bekämpft werden kann (nennenswerte Zinserhöhungen würden beispielsweise den amerikanischen Hausbauern den Garaus machen), wird das ganze irgendwann in der Hyperinflation enden. Genau aus diesem Grund titelt die aktuelle Ausgabe des Smart Investor Magazins mit "Hyperinflation von 1923 - Lehren aus der Geschichte". Darin wird die damalige Zeit auf neun Seiten recht detailliert dargestellt. Wir haben übrigens nicht deshalb diese Geschichte gebracht, weil unsere Zukunft genauso verlaufen wird wie damals. Aber die Zeit von 1920 bis 1923 dürfte unserer Ansicht nach unter allen früheren Perioden den besten Vergleich für die kommenden Jahre geben. Insofern macht das Studium dieser damaligen Phase also durchaus Sinn.

Euro 

 
Zum Dollar
Aufgrund der jüngsten US-Arbeitsmarktdaten kamen einige Märkte dann doch in Wallung. Wegen der damit verbundenen Zinssteigerungsphantasie für die USA machte beispielsweise der Dollar einen Sprung nach oben. Diese Kursbewegung kam für unser natürlich nicht überraschend. Überraschend war schon eher, dass der Dollar sich so lange dafür Zeit gelassen hat, immerhin rechnen wir schon seit einigen Monaten mit einer Schwäche des Euro gegen den Dollar. Mittlerweile scheint es auch, dass der Euro (gg. USD) ein charttechnisches Verkaufssignal ausgebildet hat. Einerseits wurde der neunmonatige Aufwärtstrend (rot) schon seit einigen Wochen nach unten verlassen, andererseits hat sich zudem auch eine charttechnisches Umkehrformation (bearisher Keil; blaue Linien) ausgebildet, aus der heraus es mit Schmackes in den letzten Tagen nach unten ging. In unserem Musterdepot befindet sich ein Euro-Short-Zertifikat, mit welchem wir genau diese Entwicklung abhedgen wollen. Es konnte dementsprechend in den letzten Tagen zulegen, wenngleich wir unseren Einstandskurs noch nicht ganz erreicht haben. Die fundamentalen Gründe für ein nun wieder stärkeren Dollar (gegen Euro) entnehmen Sie bitte dem Gastbeitrag von Dr. Volker Schindel sowie dem "Großen Bild" im aktuellen Heft.

Zum Gold
Parallel zum anziehenden Dollar bekam natürlich das Gold einen Schubs nach unten. Ein starker Dollar ist ja derzeit auch die größte Gefahr für das gelbe Metall. Denn in Anbetracht der bevorstehenden Inflations- und Hyperinflationszeiten - so wie sie von SI gesehen werden - kann an einem langfristigen Anstieg des Goldes natürlich kein Zweifel bestehen. Aber eben kurzfristig halten wir weiteren Druck auf den Goldpreis eher für wahrscheinlich, und hier eben in erster Linie als Reaktion auf einen starken Dollar. Näheres hierzu dann auch in unserem Kapitalmarktausblick für 2010 im nächsten Heft 1/2010, in welchem wir auf die Aktien, Zinsen, Dollar und die Edelmetalle eingehen werden.

Gold
 
Musterdepot
Der Put-Optionsschein auf die Deutsche Bank geht im Kurs gegen Null. Wir werden ihn an seinem letzten Börsen-Handelstag, nämlich am kommenden Freitag (11.12.) um 14.00 Uhr verkaufen. Wir raten allen Anlegern, die diesen Schein haben, ihn noch kurz vor Verfall glattzustellen, ansonsten fehlt die Verkaufsbescheinigung, was in der Jahresabrechnung gegenüber dem Finanzamt Probleme machen kann. Sollte die Deutsche Bank in den kommenden Tagen doch noch deutlich unter Druck kommen, wird Freitag Vormittag bis 12.00 Uhr ein außerordentlicher SIW erscheinen (nur Online; aber nicht als eMail-Versand), in welchem eventuell noch eine abweichende Order gegeben werden wird.



Der heutige Kursrückgang an den europäischen Aktienbörsen dürfte unserer Ansicht nach der Beginn einer weiteren Schwächephase innerhalb einer mehrmonatigen Seitwärtskorrektur sein. Die charttechnische Unterstützung für den DAX liegt im Bereich 5.200 bis 5.300 Punkten. In dieser Zone vermuten wir auch die nächste Wende nach oben. Dieses Hin-und-Her könnte noch einige Zeit so weitergehen. Gemäß unserem Zyklusmodell sollte diese Seitwärtskorrektur noch bis ins neue Jahr hineinreichen. Das Verkaufslimit für unser DAX-Short-Zertifikat (WKN: CG0 21U) bleibt bei 10,20 EUR bestehen.

Aktionären unseres Musterdepotwerte Silver Stsnadard Resources werden derzeit dubiose Übernahmeangebote zugeschickt. Bitte ignorieren Sie diese und reagieren Sie darauf nicht. Mehr dazu im neuen Heft.

An den Aktienpositionen nehmen wir keine Änderungen vor.
Interview mit Ralf Flierl
Auf der Edelmetallmesse Anfang November in München wurde ein Interview mit Ralf Flierl geführt, in welchem einige der oben angesprochenen Punkte nochmals ausgeführt werden:
http://rothkapital.de/files/Kapital/Interview_Smart%20Investor.mp3
Suchen Sie noch ein Weihnachtsgeschenk?
Vielleicht wollen Sie sich oder einen lieben Bekannten mit einem Geschenk beglücken.
Smart Investor macht seinen Lesern in Kooperation mit dem Campello Verlag ein tolles Weihnachtsangebot für einen Tradingbestseller. Mehr dazu finden Sie hier:
http://shop.der-haendler.com/smart-investor/buchaktion.html
Fazit
Die vergangene Woche könnte eine mittelfristige Trendwende gebracht haben - sowohl beim Euro/Dollar Verhältnis als auch beim Gold. Die Aktien dürften sich nach wie vor in einer mehrmonatigen Seitwärtsphase befinden. Irgendwann Anfang des kommenden Jahres werden sie aber nach oben ausbrechen. Wie genau unsere Prognosen für 2010 aussehen - und Sie können sich darauf verlassen, dass wir wieder meilenweit vom Mainstream entfernt prognostizieren - das lesen Sie bitte in der kommenden SI-Ausgabe (1/2010) nach. Falls Sie ein neuer Leser sind und unser CuB-Szenario noch nicht kennen, können Sie es hier nachlesen: www.smartinvestor.de/cub

Ralf Flierl

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Über den Autor
 
Autor: Ralf Flierl Ralf Flierl,
Smart Investor

Ralf Flierl ist Chefredakteur der Anlegerpublikation "Smart Investor". Kritisch, unvoreingenommen, unabhängig, antizyklisch, sophisticated, non-Mainstream.... kurz: smart - das sind die Attribute des im Mai 2003 eingeführten "Smart Investor" . Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, das Magazin kostenlos zu testen, finden Sie unter www.smartinvestor.de.

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