Die US-Arbeitsmarktdaten von letzter Woche
waren bemerkenswert. Demnach stieg deren Arbeitslosenquote erstmals
nicht mehr.
Vielmehr ging sie von 10,2 auf 10,0% zurück. Klar,
die absoluten Werte dieser Zahlen sind nicht wirklich aussagekräftig,
werden sie doch mit allerlei statistischer Methoden manipuliert.
Aber der Trend an sich sagt natürlich schon etwas aus. Und
wenn die Arbeitslosenquote nun erstmals wieder sinkt, dann bedeutet
dies schlicht und ergreifend, dass dies ein Anzeichen für
ein Wiederstarken der US-Konjunktur sein könnte. Die Super-Pessimisten
halten so etwas ja gar nicht mehr für möglich. Wir jedoch
schon, mit unserer Crack-up-Boom-Theorie reden wir schon seit
Monaten von nichts anderem.
Gigantische Rettungsprogramme
Und überlegen wir doch mal ganz scharf: Die
gigantischen Summen, die in den letzten zwei Jahren in die Wirtschaft
und damit auch in die Märkte gepumpt worden sind, müssen
doch irgendwann ihre Wirkung entfalten. Alleine das amerikanische
Rettungsprogramm dürfte in einer Größenordnung
von etwa 4 Bio. USD liegen. Wir beziehen uns hier auf die Berechnungen
bzw. Aussagen unserer Interviewpartner Claus Vogt und Roland Leuschel
im Smart Investor 11/2009, die diese Zahl aus dem Anstieg der
US-Notenbank-Bilanz und den seit Mitte 2007 aufgelaufenen
US-Haushaltsdefiziten
berechnen. Also 4.000 Mrd. USD wurden aufgewendet um die US-Wirtschaft
zu stützen. In Europa dürfte mindestens nochmals die
Hälfte davon aufgewendet worden sein, und auch in Asien wurde
das eine oder andere unternommen (Konjunkturprogramme z.B. in
China, Singapur usw.).
Es ist völlig klar, dass diese gigantischen Summen ihren
Niederschlag in Wirtschaft und Börse finden müssen.
Und deswegen reden wir uns ja seit vielen Monaten so den Mund
fusselig und versuchen die Bären unter unseren Lesern davon
zu überzeugen, dass die Aktien- und Rohstoffmärkte in
den kommenden Jahren gar nicht anders können als durch die
Decke zu gehen (sie steigen ja auch schon seit März dieses
Jahres recht kräftig).
Die Hyperinflation kommt
Allerdings hat eine Medaille immer zwei Seiten. Und
die andere Seite von wieder anziehender Wirtschaft und steigenden
Börsen wird eben die Inflation sein. Und weil diese Inflation
nicht mehr adäquat bekämpft werden kann (nennenswerte
Zinserhöhungen würden beispielsweise den amerikanischen
Hausbauern den Garaus machen), wird das ganze irgendwann in der
Hyperinflation enden. Genau aus diesem Grund titelt die aktuelle
Ausgabe des Smart Investor Magazins mit "Hyperinflation von 1923
- Lehren aus der Geschichte". Darin wird die damalige Zeit auf
neun Seiten recht detailliert dargestellt. Wir haben übrigens
nicht deshalb diese Geschichte gebracht, weil unsere Zukunft genauso
verlaufen wird wie damals. Aber die Zeit von 1920 bis 1923 dürfte
unserer Ansicht nach unter allen früheren Perioden den besten
Vergleich für die kommenden Jahre geben. Insofern macht das
Studium dieser damaligen Phase also durchaus Sinn.
Zum Dollar
Aufgrund der jüngsten US-Arbeitsmarktdaten kamen
einige Märkte dann doch in Wallung. Wegen der damit verbundenen
Zinssteigerungsphantasie für die USA machte beispielsweise
der Dollar einen Sprung nach oben. Diese Kursbewegung kam für
unser natürlich nicht überraschend. Überraschend
war schon eher, dass der Dollar sich so lange dafür Zeit
gelassen hat, immerhin rechnen wir schon seit einigen Monaten
mit einer Schwäche des Euro gegen den Dollar. Mittlerweile
scheint es auch, dass der Euro (gg. USD) ein charttechnisches
Verkaufssignal ausgebildet hat. Einerseits wurde der neunmonatige
Aufwärtstrend (rot) schon seit einigen Wochen nach unten
verlassen, andererseits hat sich zudem auch eine charttechnisches
Umkehrformation (bearisher Keil; blaue Linien) ausgebildet, aus
der heraus es mit Schmackes in den letzten Tagen nach unten ging.
In unserem Musterdepot befindet sich ein Euro-Short-Zertifikat,
mit welchem wir genau diese Entwicklung abhedgen wollen. Es konnte
dementsprechend in den letzten Tagen zulegen, wenngleich wir unseren
Einstandskurs noch nicht ganz erreicht haben. Die fundamentalen
Gründe für ein nun wieder stärkeren Dollar (gegen
Euro) entnehmen Sie bitte dem Gastbeitrag von Dr. Volker Schindel
sowie dem "Großen Bild" im aktuellen Heft.
Zum Gold
Parallel zum anziehenden Dollar bekam natürlich
das Gold einen Schubs nach unten. Ein starker Dollar ist ja derzeit
auch die größte Gefahr für das gelbe Metall. Denn
in Anbetracht der bevorstehenden Inflations- und Hyperinflationszeiten
- so wie sie von SI gesehen werden - kann an einem langfristigen
Anstieg des Goldes natürlich kein Zweifel bestehen. Aber
eben kurzfristig halten wir weiteren Druck auf den Goldpreis eher
für wahrscheinlich, und hier eben in erster Linie als Reaktion
auf einen starken Dollar. Näheres hierzu dann auch in unserem
Kapitalmarktausblick für 2010 im nächsten Heft 1/2010,
in welchem wir auf die Aktien, Zinsen, Dollar und die Edelmetalle
eingehen werden.

Musterdepot
Der Put-Optionsschein auf die Deutsche Bank geht im Kurs gegen
Null. Wir werden ihn an seinem letzten Börsen-Handelstag,
nämlich am kommenden Freitag (11.12.) um 14.00 Uhr verkaufen.
Wir raten allen Anlegern, die diesen Schein haben, ihn noch kurz
vor Verfall glattzustellen, ansonsten fehlt die Verkaufsbescheinigung,
was in der Jahresabrechnung gegenüber dem Finanzamt Probleme
machen kann. Sollte die Deutsche Bank in den kommenden Tagen doch
noch deutlich unter Druck kommen, wird Freitag Vormittag bis 12.00
Uhr ein außerordentlicher SIW erscheinen (nur Online; aber
nicht als eMail-Versand), in welchem eventuell noch eine abweichende
Order gegeben werden wird.
|
Ralf Flierl, Smart Investor |
Ralf Flierl ist Chefredakteur der Anlegerpublikation "Smart Investor".
Kritisch, unvoreingenommen, unabhängig, antizyklisch, sophisticated,
non-Mainstream.... kurz: smart - das sind die Attribute des im Mai 2003
eingeführten "Smart Investor" . Weitere Informationen sowie die Möglichkeit,
das Magazin kostenlos zu testen, finden Sie unter www.smartinvestor.de.
Alle Artikel dieses Autors anzeigen |
|
Deutsche Manager ... Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG (11:55) |
|
|
First Berlin - S.A.G. ... First Berlin Equity Re., (11:34) |
|
|
Dax attackiert 6.800'er ... IG Markets, (10:23) |
|
|
Planet der Übenden Norbert Lohrke, Globalyze Invest AG (10:19) |
|
|
EUR/USD: Sekundärer ... Forex Pros, (10:15) |
|
|
Markt schwächelt Berndt Ebner, Der-Trading-Coach.com (10:15) |
|
|
Rosarote Brillen Jochen Steffens, Stockstreet GmbH (10:14) |
|
|
Xstrata meldet positive ... Björn Junker, GOLDINVEST.de (09:45) |
|
|
Porsche: Jahreshoch im ... Heiko Weyand, Derivateexperte HSBC. (09:08) |
|
|
ETFs: Stimmung ... Redaktion boerse-frank., Deutsche Börse AG (08:47) |
|
|
Chef-Zweifler Juncker Till Kleinlein, Chefredakteur, CFX Tr. (08:42) |
|
|
DAX - Tagesausblick ... H. Weygand, Godmode-Trader (08:35) |
|