Einen Handelstag mit einem Minus von einem Prozent zu schließen, ist im S&P 500 in der gegenwärtigen Phase wahrlich nicht spektakulär. Auch das Ping-Pong zwischen 1.090 und 1.110 über die Marke bei 1.100 Punkten hinweg gehört zum Spiel. Dass dabei aber die bullische Dreiecksformation gestern nach unten hin aufgelöst wurde, deutet allerdings darauf hin, dass die Bullen sehr kurzfristig des Spiels überdrüssig werden könnten.
Zwar bewegt sich der Leitindex nach wie vor innerhalb einer sturen Seitwärtsrange und noch könnte man argumentieren, dass die Bullen innerhalb dieser Pendelbewegung Kraft tanken, zumal der S&P 500-Future heute morgen um 3,1 Punkte bzw. 0,3% fester tendiert und der Markt wieder zur Spielfeldmitte bei 1.100 Punkten strebt. Aber die Angst vor der eigenen Courage ist offenbar so groß, dass alle Rallye-Ansätze sich bisher in Luft aufgelöst haben.
Marktausblick Was fehlt den Bullen zum Glück? (Als hätten Sie in diesem Jahr nicht schon reichlich im Glück gebadet.)Von prominenter und sehr kompetenter Stelle wird argumentiert, die Wall Street stehe im Bann des US-Dollars. Fällt er im Zuge von Carry Trades, steigen die Börsen und umgekehrt. Kann man die Richtung des US-Dollars antizipieren, kennt man den Weg der Wall Street.
Dass ab Mitte 2010 die Zinsen wieder steigen werden, dürfte Mainstream sein. Sollte die Konjunktur aber schneller anziehen als bisher gedacht und das suggerieren die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten -, dürfte die Fed ihre ultraexpansive Zinspolitik vorzeitig beenden.
Im Umkehrschluss folgt, dass die Bullen wieder Grund zum Strahlen hätten, wenn der Arbeitsmarkt noch für einige Zeit auf dem gegenwärtigen Niveau verharrt.
Wir werden sehen, ob am Donnerstag die möglicherweise wieder steigende Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung die Bullen wieder glücklich macht. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.
Kurz: Solange die Unterstützung bei 1.090 Punkten hält, dürfte die Stimmung weiterhin neutral bis leicht positiv bleiben. Fällt der Markt darunter, kippt die Stimmung möglicherweise explosionsartig.
Ihr Thomas Rauschwww.portfolio360.de
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Thomas Rausch, PORTFOLIO360 |
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