Obamas Bankrotterklärung



10:19 13.01.10

Obamas Bankrotterklärung
Die Alcoa-Zahlen haben die Börsen gestern nicht entzückt. Dafür aber waren die Abschläge im S&P 500 sehr moderat, denn immerhin war der Leitindex seit Jahresbeginn  kontinuierlich gestiegen. Der Aufwärtstrend ist nach wie vor intakt, der Ausbruch über den Widerstand bei 1.110 Punkten ist bisher nicht revidiert worden. Ein schwacher Arbeitsmarkt garantiert weiterhin Liquidität im Überfluss und die alternativen Assetklassen, besonders der Treasury-Markt, werden aufgrund der zunehmenden Staatsverschuldungen immer brisanter für institutionelle Anleger. 
Kurz: Die psychologischen Rahmenbedingungen, die bisher für Aktien gesprochen hatten, bleiben noch erhalten. 
Obamas Propagandamaschine läuft wiederNur sehr matt nimmt der Markt Notiz von den sich zuspitzenden geopolitischen Krisen und von der immer heißer geführten Diskussion, ob die Stimulierungen aufgrund der zunehmenden Arbeitslosigkeit nicht doch verpuffen werden.
Sicher, Obamas Propagandamaschine läuft auf Hochtouren. Die Präsidentenberaterin Christina Romer, Vorsitzende des Council of Economic Advisers, verkündete jüngst, dass sich das Blatt am Arbeitsmarkt bald wenden werde. Aber offenbar vertraut sie nicht darauf. Schon wird offen über ein drittes Stimulierungspaket gesprochen.
Zur Erinnerung: Das erste Konjunkturpaket unter Obama belief sich auf 800 Mrd. USD. Ca. 260 Mrd. USD sind davon bisher in die Wirtschaft geflossen. Ca. 530 Mrd. USD werden in diesem Jahr verteilt.
Im Dezember wurde ein zusätzliches Paket in Höhe von 154 Mrd. USD geschnürt.
Nun soll das dritte Paket den Befreiungsschlag bringen: Steuergutschriften für Unternehmen, die neue Mitarbeiter einstellen. Ein furchtbarer Schuss aus der Hüfte! Ein ähnliches Programm lieg auch unter Carter völlig fehl. Mitarbeiter wurden entlassen, um sie dann wieder gegen die Auszahlung der Prämie einzustellen.


Außerdem sollen Hausbesitzer steuerlich begünstigt werden, wenn sie ihre Eigenheime z.B. mit Solaranlagen pflastern. Und schließlich soll die Infrastruktur noch weiter ausgebaut werden.
Wie Keynes schon empfahl: Der Staat möge Geld in Flaschen füllen, die Flaschen vergraben und sie von den Arbeitern ausgraben lassen. So entstehen Arbeitsplätze und die Nachfrage steigt.
Wird dieses Vorgehen Erfolg haben? Lassen sich die Märkte wie der Vorgarten des Weißen Hauses pflegen? Von Bushs 168 Mrd.-USD-Konjunkturpaket, das seine Regierung im Februar 2008 aufgelegt hatte und das völlig verpufft ist, schweigen jene Keynesianer, die gegenwärtig lauthals von einem notwendigen Paradigmenwechsel der Wirtschaftswissenschaften reden.
MarktausblickRegierungen und Notenbanken haben durch ihre Interventionen und mangelhafte Umsetzung  bestehender Kontrollmechanismen den im Moment viel beschworenen „Animal Spirit“ entfesselt. Er beherrscht die Chefetagen der Banken ebenso wie die Aktienmärkte.
Hält im DAX der Unterstützungsbereich zwischen 5.850 und 5.900 Punkten bzw. der wichtigere Bereich zwischen 1.115 und 1.110 Punkten im S&P 500, könnte die Bullenherde schnell wieder in den Norden ziehen.
Unter diesen Marken könnte aber Panik ausbrechen, denn vermutlich bewegen sich zu viele Marktteilnehmer aus den gleichen Gründen in die gleiche Richtung. Will die komplette Herde aber durch das Gatter, wird es sehr eng!
Ihr Thomas Rauschwww.portfolio360.de

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