Wenn China in 2010 die Achillesferse der Weltwirtschaft ist, dann müssen wir uns zumindest am Anfang des Jahres (noch) keine Sorgen machen. Im Gegenteil: Die neusten Handelsstatistiken zeigen wie sehr China die Weltwirtschaft derzeit nach oben zieht!
So legten die Importe im Dezember im Jahresvergleich um sagehafte 56% (!!!) auf 112,3 Mrd. USD zu. Erwartet wurde „nur“ ein Anstieg um 31%. Auch die Exportstatistik konnte überraschen: China exportierte im Dezember erwartungsgemäß das erste Mal seit 13 Monaten mehr Waren wie im Vorjahr und das Land übertraf die Konsenserwartung von 4% Wachstum mit einem Exportplus von 17,7% deutlich. Dies verhinderte wegen der starken Importe allerdings nicht, dass sich der Handelsbilanzüberschuss im Jahresvergleich auf 19,1 Mrd. USD halbierte.
Zügellose Kreditvergabe der Banken
Chinas überraschend starke Wirtschaftsstatistiken haben leider eine Schattenseite: Peking muss die expansive Geldpolitik schneller zurückfahren wie geplant. So erhöhte die Zentralbank in den vergangenen Tagen überraschend die Mindestreserven-Anforderung für die Banken um 0,5% auf 15,5%.
Der Grund für die unerwartete Eile der Zentralbank: die Geschäftsbanken wiedersetzen der Zentralbank-Aufforderung die Kreditvergabe zu drosseln. Stattdessen reagieren sie (offenbar aus Sorge davor, dass eine Geldverknappung bevorsteht) in gegenteiliger Manier. Alleine in der ersten Woche von 2010 vergaben sie Kredite im Wert von unglaublichen 600 Mrd. Yuan (88 Mrd. USD!). Bei solchen Zahlen beschleicht mich das Gefühl, dass dem Markt schon bald noch mehr Liquidität entzogen wird.
Mein Fazit: China darf sich mit Recht als Retter der Weltwirtschaft in der schwierigsten Phase seit dem zweiten Weltkrieg fühlen. Die zügellose Kreditvergabe der Banken wird nun aber immer mehr zu einer Gefahr für die Stabilität!
Erfolgreiche
Investments in den Boom-Märkten der Zukunft wünscht Ihnen
Ihr
Florian Schulz
Chefredakteur Emerging-Markets-Trader
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