Warren Buffett steigt ein
Warren Buffett kauft, Analysten und Vermögensverwalter kritisieren. Die Börsenwelt ist sich uneinig über die Perspektiven der Firma.
Nicht nur Fußballfans müssen sich an die stetige Zunahme von Anglizismen gewöhnen. Der weltweit zweitgrößte deutsche Rückversicherer heißt seit Herbst 2009 nicht mehr Münchener Rück sondern Munich Re. Das freilich dürfte bei der Entscheidung von Investorenlegende Warren Buffett seine Beteiligung am DAX-Wert aufzustocken, weniger eine Rolle gespielt haben.
Nach zuvor 0,5 hält das „Orakel aus Omaha“ nun stattliche drei Prozent der Anteile. Viel eher dürften dafür die sehr gute strategische Positionierung des Sektors an sich eine Rolle gespielt haben. Der Hintergrund ist folgender: Die Kapitaldecke der meisten Erstversicherer ist durch die Finanzkrise stark angegriffen. Gleichzeitig steigt das Sicherheitsbedürfnis.
Letzteres ist nicht ganz freiwillig der Fall, droht doch die EU ab 2013 mit wesentlich strengeren Kapitalregeln. Weil die Erstversicherer damit weniger Risiken selber tragen können bzw. dürfen, steigt die Nachfrage nach Rückversicherungen an. Zugleich hat der Wettbewerbsdruck in der Rückversicherungs-Branche nachgelassen. Private Beteiligungsgesellschaften, die zuvor massiv auf den Markt drängten und den etablierten Anbietern Anteile streitig machten, haben nun häufig selbst große Probleme und müssen sich auf das Kerngeschäft konzentrieren.
Kauf als starkes Signal
Die Anteilsaufstockung ist ein starkes positives Signal für die Aktie, denn Buffett kennt sich im Versicherungsbereich aus wie sonst kaum jemand. Die drittgrößte Rückversicherung der Welt, die General Re, gehört Buffett zu 100 Prozent. Am Marktführer Swiss Re ist er ebenfalls mit drei Prozent beteiligt. Trotzdem gibt es auch negative Stimmen. Analysten bemängeln, dass die mit Erstversicherern ausgehandelten Prämien in 2010 leicht rückläufig sein werden.
Durch die geringe Eigenkapitalrendite von unter zehn Prozent seien zudem keine großen weiteren Kurssteigerungen zu rechtfertigen. Die stattliche Dividendenausschüttung (aktuelle Rendite bei 5,3 Prozent) dürfte jedoch in jedem Fall beibehalten werden.
Mein Fazit:
Die Aktie spielt im aktuell schwierigen Umfeld ihre defensiven Stärken mustergültig aus. Speziell für Anleger, die in 2010 von einem weiter schwierigen Börsenumfeld ausgehen, ist die Aktie interessant.
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Armin Brack
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