United Internet: Trotzt dem schwachen TecDAX!
Das deutsche Internet-Imperium von Ralf Dommermuth, United Internet, gehört zu den wenigen Tec-Aktien, die sich dem schwachen Markt entziehen können. Immerhin rund 20 Prozent konnte die Aktie seit Jahresbeginn zulegen.
Mithalten
können hier aus dem TecDAX nur noch Drägerwerk, Dialog Semiconductor
und
Jenoptik.
Die
Kursstärke von United Internet hat handfeste Gründe: Für 2009 werden
trotz
Wirtschaftskrise ein Umsatzanstieg von etwa fünf Prozent auf gut 1,5
Milliarden
Euro, sowie ein Gewinn je Aktie von 0,90 Euro prognostiziert. Das liegt
deutlich über den ursprünglichen Erwartungen und entspräche 215
Millionen Euro.
Das Problem bisher: Das mögliche Wachstum aus dem organischen Geschäft schien begrenzt. Ich hatte die Aktie deshalb in meiner letzten Besprechung im August als solide und risikoarm mit hohem Cash-Flow, aber wachstumsschwach eingeschätzt.
*Wachstum durch Zukäufe
Daran hat sich im Prinzip nichts geändert. Möglich aber, dass sich in diesem Jahr die eine oder andere gute Chance zum Zukauf auftut: Zum Beispiel, wenn die aktuell in Versatel investierte Private Equity-Firma ihre Anteile abgibt und Versatel komplett verkauft wird.
Das wäre eine gute Gelegenheit für United Internet sich Versatel ganz zu schnappen (Beteiligung aktuell etwas über 25 Prozent) und zusätzliche DSL-Kunden zu übernehmen. Versatel ist auch strategisch wichtig, weil das Unternehmen über eine eigene Netz-Infrastruktur verfügt, die United Internet bisher fehlt.
*Was macht man mit zehn Millionen Kunden?
Zuletzt steigerten Dommermuth & Co. den Gewinn vor allem durch Rationalisierungsmaßnahmen im operativen Geschäft, Sondererträgen durch erfolgreiche Beteiligungen wie bei Freenet und durch Aktienrückkäufe. Diese wurden anschließend eingestampft. Mit sinkender Aktienzahl steigt aber der Gewinn je Aktie. Dieses Vorgehen ist quasi die steueroptimierte Alternative zu einer Sonderausschüttung.
Durch einen möglichen Verkauf der 5,3 Millionen Freenet-Aktien könnte das Unternehmen 50 Millionen Euro Cash generieren, zusätzlich zum bereits vorhandenen Bargeldbestand von 55,4 Millionen Euro und das bei Schuldenfreiheit.
Es wird spannend sein zu beobachten, ob das Unternehmen aus Montabaur noch andere Ideen hat, um mit Hilfe von Zukäufen neue Wachstumsfantasie zu generieren.
*Gefahr durch Strato?
Zugleich sieht United Internet aber seine eigenen Pfründe nun erstmals gefährdet. Durch die Übernahme des Webhosters Strato durch die Deutsche Telekom, könnte das Kerngeschäft Web-Hosting nun erstmals ernsthaft unter Druck kommen.
Damit könnte es bei der Bereitstellung von Webspace im Internet zu einem Preiskampf kommen, was die Margen von United Internet drücken würde.
MEIN FAZIT:
+
hohe
Cash-Flows
+ Aktionärsfreundliche Unternehmenspolitik (Aktienrückkäufe, Dividende)
-
Fehlende
Wachstumsfantasie
- Bedrohung durch Strato
--> Die Aktie ist eine gute Halte-Position!
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Armin Brack
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