Grüner Fisher: Gold auf Rekordkurs!



13:15 23.02.10

Wird das jetzt gefährlich?

Der olympische Gedanke hat in diesen Tagen auch die Kommentare und Analysen zu den Finanzmärkten fest im Griff. Kein Tag vergeht ohne neue Rekorde. Gibt es keine neuen Bestmarken wird einfach die Sichtweise verändert - schon gibt es neue Hochs zu vermelden. Ein schönes Beispiel für diese Jagd nach neuen Bestmarken gibt es derzeit beim Goldpreis zu bestaunen.

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Gold auf zwei Ebenen betrachten - Preise in Euro und US-Dollar

Der Goldpreis hat - in US-Dollar gerechnet - von seinem Hoch fast 15 % abgeben müssen. Die Korrektur fiel damit deutlich stärker als an den globalen Aktienmärkten aus. Eine mögliche Absicherung gegenüber befürchteten schwächeren Aktienmärkten mittels einer Beimischung von Gold hat also erneut nicht funktioniert - trotzdem ist dieser Gedanke noch immer weit verbreitet.

Heute notiert der Goldpreis - in US-Dollar gerechnet - noch immer rund 10 % unter seinem Rekordhoch von Anfang Dezember 2009. Den Superbullen beim Gold passt dies natürlich nicht ins Konzept. War doch ein Hauptargument für die Flucht ins Gold der Schutz vor einem schwachen US-Dollar. Daraus wurde jedoch nichts. Die Griechenland-Krise hat den Euro deutlich geschwächt und der Goldpreis hat ebenfalls nachgegeben.

Ein durchaus kurioser Effekt dieser Währungsverschiebung ist es, dass die Währungsgewinne im US-Dollar - gegen die man sich ja eigentlich absichern wollte - dem Goldpreis in Euro gerechnet - zu einem neuen Rekordkurs verholfen haben. Und schon sehen sich die Super-Gold-Bullen wieder bestätigt.

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Gold in US-Dollar beachten

Der hauptsächliche Handel mit Gold findet natürlich weiter auf US-Dollar Basis statt. Für technische Analysen sollten Sie primär den Chart in US-Dollar verwenden. Der Preis in Euro kommt als "Nebeneffekt" der Währungsentwicklung zustande. Doch achten Sie einmal auf die Berichterstattung in den Medien. Während die Rekordkurse Anfang Dezember 2009 noch in US-Dollar vermeldet wurden, wird heute der Preis in Euro wesentlich öfter genannt. Dass Gold in US-Dollar weit von seinen Rekordkursen entfernt ist, wird dabei außer Acht gelassen. Ganz zu schweigen davon, dass Gold doch eigentlich als eine Absicherung gegen den schwachen US-Dollar dienen sollte.

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Gold in Euro

Der starke US-Dollar hat dem Goldpreis in Euro zu einem neuen Hoch verholfen. Richtig aussagekräftig für die weitere Entwicklung ist dies - trotz der vielen positiven Kommentare in den Medien - nicht. Der Goldpreis befindet sich technisch - Rekordkurs in Euro hin oder her - noch immer in einer Korrekturphase. Ob diese bereits abgeschlossen ist oder nicht, sollten Sie dem Chart in US-Dollar entnehmen. Der Goldpreis in Euro ist ein simpler Umrechnungskurs, nicht mehr und nicht weniger. Oder haben Sie in den letzten Tagen positive Kommentare zu den amerikanischen Aktienmärkten vernommen, dass diese - in Euro gerechnet - ein neues Jahreshoch markiert haben? Ich nicht.

http://www.gruener-fisher.de/imgcm/Bilder-Kolumnen/2010-02-23-GoldEUR-daily.png

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Fazit

Gold bleibt weiterhin ein stark emotional besetztes Thema. Eine differenzierte Betrachtung ist jedoch dringend geboten. Das Lager hat sich in "Super-Optimisten" und "Zweifler" aufgespalten. Während die eine Hälfte nahezu täglich neue und meist recht utopische Kursziele rausfeuert, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen, mehren sich auch zusehends neue Crashprognosen. Sich in der Mitte dieser Erwartungen zu positionieren kann an dieser Stelle nicht schaden. In meiner ausführlichen Goldstudie (kostenlos anzufordern unter www.gruener-fisher.de) habe ich weitere, wichtige Faktoren beschrieben. Die Wahrscheinlichkeit ist aus meiner Sicht hoch, dass Gold einen turbulenten Jahresverlauf erleben wird. Übertreiben Sie jedoch an dieser Stelle nicht Ihre Engagements. Das kann übel danebengehen. "Beimischung ja", "Übertreiben nein" lautet die Devise für 2010.

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Über den Autor
 
Autor: Thomas Grüner Thomas Grüner,
Grüner Fisher Investments

Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. In den letzten Jahren hat er - teils gemeinsam mit Kenneth L. Fisher, dem CEO und Gründer von Fisher Investments - zahlreiche Beiträge und Kolumnen in diversen Finanzmagazinen, Zeitungen und Finanz-Websites veröffentlicht. Die zusammen mit Ken Fisher weiterentwickelten Research- und Prognosetechniken sind Basis des innovativen Investmentansatzes von Grüner Fisher Investments.
Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

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