Aktien-Crash, “Correlation Break-Down” und wie kluge Diversifikation trotzdem schützt



18:11 26.02.10

Oktober 2008: Die Börsen stürzen „ins Bodenlose“ - Streuung in unterschiedlichste Aktien und Länder schützt nicht. Kluge Diversifikation in bestimmte Anleihen gleicht die Kursverluste jedoch sofort aus…

Hintergrund: Der gesunde Menschenverstand rät, nicht die gesamte Ersparnis auf nur eine oder wenige Aktien aufzuteilen, sondern möglichst breit zu streuen, auch in andere Anlage-Klassen. Der Grund dafür ist, dass eine unerwartet negative Entwicklung einer Aktie das gesamte Vermögen dann nur wenig beeinflusst. Nobelpreisträger Markowitz zeigte zusätzlich, dass es sinnvoll ist, Wertpapiere mit gegenläufiger Entwicklung zu kombinieren, um die Wertschwankungen des gesamten Vermögens zu minimieren.

Um dieses Wissen erfolgreich zu nutzen ist entscheidend: Sind die Entwicklungen der Wertpapiere zueinander in der Vergangenheit repräsentativ für die Zukunft?

Leider müssen wir feststellen, dass in Crash-Situationen, wie im Oktober 2008, plötzlich auch Wertpapiere fallen, die historisch eine gegenläufige oder wenigstens voneinander unabhängige Wertentwicklung hatten (wird „Correlation break-down“ genannt). Das ist insbesondere der Fall wenn man z.B. Technologie-Aktien mit Versorger-Aktien kombiniert oder Aktien aus Industrie- und Schwellenländer.

Unserer Einschätzung nach wird mit solchen Beispielen der Vorteil der Diversifikation zu Unrecht in Misskredit gezogen, denn es kommt tatsächlich nur auf die Kombination der richtigen Wertpapiere an, damit Diversifikation auch im Crash absichert. Eine richtige Kombination sind z.B. zwei börsengehandelte Index-Fonds, einmal auf den Weltaktienindex „MSCI World Index“ und einmal auf den Index für Staatsanleihen der Eurozone mit 3 bis 5 Jahren Restlaufzeit „iBoxx € Sovereign Eurozone 3-5 Yrs. (Total Return)“.

Monatsrendite_Aktien_Anleihen.jpg

Die Tabelle zeigt uns: Auch im Crash-Monat Oktober 2008 hielt diese Absicherung was sie versprach: Während Aktien 10,2 % verloren, gewannen Anleihen 2,0 % (weit über ihrem durchschnittlichen Zuwachs). Weiterhin erkennen wir: Die Rendite der Anleihen war im Zeitraum der fallenden Kurse von September 2008 bis Februar 2009 überdurchschnittlich positiv.

Fazit: Tatsächlich ist in Crash-Zeiten zu beobachten, dass Aktien unterschiedlicher Branchen und Länder fallen. Wenn Aktien fallen, dann fallen sogar bestimmte Anleihen, wie Unternehmensanleihen oder Anleihen von Ländern mit geringer Bonität. Nichtsdestotrotz bleibt die negative Korrelation von Aktien zu Staatsanleihen bestimmter Länder und Laufzeiten bestehen. Das heißt, es ist tatsächlich möglich, sich durch kluge Diversifikation gegen einen Crash abzusichern. In unserem Beispiel oben müsste man den Anteil der Anleihen übergewichten, damit er die stärkeren Schwankungen der Aktien ausgleichen kann.

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Entwicklung_Aktien_vs._Anleihen_01.jpg


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