Mit „Was wir nicht tun“ (What we don’t do) und
„Wie wir uns selbst messen“ (How we measure ourselves) sind die Kapitel
überschrieben, mit denen sich einer der erfolgreichsten Investoren
aller Zeiten an seine Aktionäre wendet. Darunter stellt Warren Buffet
fest, dass er nie „von der Freundlichkeit von Fremden abhängig werden
möchte“ und „zu groß um zu scheitern nicht eine Haltung von Berkshire
ist“ (to-big-to-fail is no fallback position at Berkshire).
Und dann schreibt er, dass er im Gegensatz zu anderen kein Kostgänger,
der Hilfen annehmen musste war, sondern Liquidität in das System
gepumpt hat, als es notwendig war. Allerdings liest man auch jede Menge
Selbstkritik. So stellt er fest, dass er eigentlich hätte mehr
unternehmen müssen. Wenn es Gold regnet, sollte man eine Baggerschaufel
nach draußen halten und nicht einen Fingerhut (When it’s raining gold,
reach for a bucket, not a thimble).
Wobei er sich wirklich nicht verstecken muss. Der Buchwert seines
Unternehmens ist im letzten Jahr um +19,8 % oder 21,8 Mrd. Dollar
gestiegen. Nachdem im Jahr zuvor mit -9,6 % der stärkste Rückgang zu
verzeichnen war, den er seit 1965 hatte, als er das Familienunternehmen
übernahm. Wobei er diesmal unter dem S&P 500, also unter der
Marktrendite, die bei +26,5 % lag, blieb.
Dennoch hat das Unternehmen richtige Raketen im Portfolio. So konnte
der von Charlie Munger ausgesuchte chinesische Hersteller von
Automobilen und Batterien BYD Inc. einen Kursgewinn von +757,8 %
verzeichnen. In 2008 hat Berkshire einen Anteil von 10 % für 232 Mio.
Dollar erworben. Jetzt ist der gleiche Anteil 1,99 Mrd. Dollar wert.
Ansonsten setzen Warren und Charlie auf Altbewährtes. Da sind Blue
Chips wie American Express Co., Johnson & Johnson und Wal-Mart
Stores Inc. Die haben sich gut entwickelt. Und so konnte Berkshire
einen Nettogewinn, also einen Gewinn vor Steuern, von 8,1 Mrd. Dollar
erzielen. Was gegenüber dem Vorjahr von 5 Mrd. Dollar ein deutlicher
Zuwachs ist. Aber noch weit entfernt ist vom Nettogewinn 2007, als noch
13,2 Mrd. Dollar erwirtschaftet wurden. Übrigens machte Berkshire auch
aus Derivaten einen Gewinn von 486 Mio. Dollar. Diese Derivate nutzt
Warren aber nur zu Absicherung des Indexstands nach unten.
Interessant ist, was Warren über den Eigenheimmarkt sagt. Seiner
Ansicht nach, sollte der Eigenheimmarkt, der bekanntlich der Auslöser
der Krise war, innerhalb eines Jahres nicht mehr das Problem sein. Und
da er eine Reihe von Unternehmen in diesem Segment wie Benjamin Moore
und Shaw Industries besitzt, sollte die Berkshire Aktie davon
profitieren.
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Norbert Lohrke, Globalyze Invest AG |
Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“
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