Aktien absichern mit Optionsscheinen



13:57 10.03.10

Was kostet es? Wie funktioniert's? Hier am praktischen Beispiel erklärt: Ein fiktives Aktiendepot hat einen Wert von 5.000 Euro und entspricht einer guten Streuung über europäische Länder, darunter sind manche über-, andere untergewichtet.

Zur Absicherung suchen wir nach Put-Optionsscheinen: Deren Kurs steigt, wenn Aktien fallen. Um eine ungefähre Absicherung der Aktien zu erreichen, ist es nicht erforderlich, dass sich die Optionsscheine genau auf die gehaltenen Aktien beziehen. Vielmehr nutzen wir den allgemeinen Gleichlauf der Kursentwicklung von Aktien aus. Wir wollen ja auch nicht jede kleine Kursveränderung absichern, sondern nur die ganz großen, wie - 30 %. Wenn die Absicherung daraus nur - 3 % macht, dann sind wir schon zufrieden. Wir suchen deshalb einen möglichst breiten Aktienindex als Basiswert für Optionsscheine aus: Euro Stoxx 50 Index. Passende Optionsscheine finden wir über die Suchfunktionen der großen Finanz-Websites.

Der Put-Optionsschein DB6HN5 bietet die Auszahlung des Indexstands von 2.800 Punkten (aktueller Stand 2.829 Punkte) in Euro bis zum 16.3.2011, wobei das Bezugsverhältnis 100:1 ist. Das heißt, zum Absichern unserer Aktien brauchen wir 179 Optionsscheine (= 5.000 Euro Aktienposition / 2.800 Punkte Absicherungsniveau x 100). Jeder Optionsschein kostet aktuell 2,79 Euro, insgesamt also 499,41 Euro. Das sind 10 % des Aktienwerts. Das ist teuer für ein Jahr Absicherung.

Preiswerter wird es, wenn wir Puts mit längeren Laufzeiten kaufen. Der sonst gleiche DB4B0Z mit Fälligkeit 14.3.2012 (2 Jahre Laufzeit) kostet 4,02 Euro und sichert die Position für 7 % p.a. ab. Das ist etwas billiger. Trotzdem übersteigt es bei weitem die Rendite, die wir von europäischen Aktien im Allgemeinen erwarten (ca. 4 bis 5 %). Je länger die Laufzeit der Scheine, desto preiswerter die Absicherung. Leider ist das Angebot hinsichtlich der Laufzeit beschränkt.

Im letzten Beispiel lohnt sich die Absicherung im Vergleich zur reinen Aktienposition nur dann, wenn die Aktien mehr als 7 % p.a. im Schnitt verlieren.



FAZIT: Die Absicherung mit Put-Optionsscheinen ist leicht umsetzbar, jedoch nicht preiswert und vermindert die Rendite in einem seitwärts tendierenden Markt deutlich (z.B. um 7 % p.a.). Stattdessen bevorzugen wir im Muster-Depot die Absicherung durch Beimischung von Wertpapieren mit gegenläufiger Kursentwicklung, insbesondere Staatsanleihen. Im Gegensatz zu Optionsscheinen ist die Rendite von Staatsanleihen insgesamt auch noch positiv.

Eine bessere Alternative zu Optionsscheinen bietet auch das im vorangegangenen Artikel vorgestellte Zertifikat (ohne Emittentenrisiko). Es hat den Vorteil einer langen Laufzeit von 6 Jahren und sehr geringer Absicherungskosten. Hier geht’s zum Artikel:

Volle Teilhabe am Aktien-Boom, Schutz im Crash

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