Shanghai Fairtrade: 25 Prozent Kursgewinn in zwei Tagen



15:53 10.03.10

Am Montag haben wir die Aktie der Shanghai Fairtrade AG (WKN: A0RACP) zu einem Kurs von 0,47 Euro ins CHINA MILLIONEN DEPOT aufgenommen. Innerhalb von zwei Tagen sprang das Papier um 25,3 Prozent nach oben.

 

Gestern schloss die Aktie von Shanghai Fairtrade bei 0,589 Euro. Das Kurspotential auf Sicht der nächsten beiden Wochen sehen wir bei 0,90 Euro. Kurse bis 0,65 Euro sind deshalb in jedem Fall Kaufkurse.

 

Der von uns veranschlagte faire Wert, den der Titel bis zur Jahresmitte erreichen dürfte, liegt bei 1,20 Euro. Darüber hinaus halten wir mittelfristig auch Kurse von 2,00 bis 2,50 Euro durchaus für möglich. Lesen Sie im Folgenden, warum wir für die Aktie der Shanghai Fairtrade AG weiterhin äußerst optimistisch sind!

 

Die Zeit des Bangens ist vorüber

 

Am Montag kündigte die Shanghai Fairtrade AG die Ausschüttung einer Dividende an. In der Woche zuvor wurden die testierten Zahlen für 2008 veröffentlicht. Beide Ereignisse führten einen signifikanten Anstieg des Kurses herbei.

 

Dazu muss man wissen, dass sich die Veröffentlichung der testierten Zahlen 2008 lange hinausgezögert hatte. Dies zog die Aktie in den letzten Monaten wie Senkblei nach unten. Der Titel, der noch im Oktober ein Jahreshoch von 0,79 Euro erreicht hatte, rutschte zwischenzeitlich bis auf 0,30 Euro ab. Das lange Ausbleiben des testierten Berichts war für die Investoren eine echte Belastungsprobe.

 

Dieses Problem ist jetzt ausgeräumt. Hinzu kommt, dass Shanghai Fairtrade sich auch dazu entschlossen hat, die Ausschüttung einer Dividende vorzuschlagen. Dies zeugt von Substanz und sorgt am Markt zusätzlich für Vertrauen – was auch die Kursentwicklung der letzten Tage belegt. Von dem Tief im Februar bei 0,31 Euro zog die Aktie inzwischen schon bis auf 0,589 Euro an, und hat sich damit in wenigen Wochen um 90 Prozent verteuert.

 

2008 war ein Rumpfgeschäftsjahr

 

Im Jahr 2008 erwirtschaftete die Shanghai Fairtrade AG einen Jahresüberschuss von 309.000 Schweizer Franken. Eigentlich lag dieser Wert unterhalb der Prognose des Unternehmens. Allerdings entspricht das Ergebnis eher einem „Halbjahres-Ergebnis“.

 

Die Shanghai Fairtrade AG wurde im Juni 2008 aus der bisherigen Muttergesellschaft HME herausgelöst. Dementsprechend war es nicht praktikabel, den zuvor bereits erwirtschafteten Gewinn in die Shanghai Fairtrade einzubuchen. Für die Zukunft besteht nun ein Gewinnabführungsvertrag. Dies bedeutet, dass die China-Sparte der HME weiter operativ tätig ist, ihren Gewinn aber an Shanghai Fairtrade abführen muss.

 

Die Wirrungen um die Einbringung des HME-Geschäfts hat Shanghai Fairtrade jetzt hinter sich gebracht. Das bedeutet, dass die Gesellschaft ihre Zahlen künftig wieder fristgerecht vorlegen sollte. Der „halbierte“ Gewinn 2008 mag manchen Investoren enttäuscht haben. Das ist aber Schnee von gestern. Die neue Konstruktion – via Gewinnabführung – hat einige eklatante Vorzüge, die vom Markt noch überhaupt nicht wahrgenommen oder gar eingepreist worden sind.

 

Bombensicheres Geschäftsmodell



 

Fakt ist, dass die Aktionäre der Shanghai Fairtrade künftig komfortabel die Gewinne einstecken, die die HME im China-Geschäft erwirtschaftet hat. Auf etwaigen Belastungen, die dabei entstehen, bleibt die HME sitzen. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Shanghai Fairtrade AG jetzt über ein nahezu risikoloses Geschäftsmodell verfügt.

 

Shanghai Fairtrade kann operativ nicht in die Verlustzone geraten. Im schlimmsten Fall bleibt die Gewinnausschüttung aus. Die Aktionäre sind somit an den Gewinnen, nicht aber an den Verlusten der HME beteiligt. Eine vergleichbare Konstellation, in der die Anteilseigner einer Gesellschaft derart im Vorteil sind, muss man an der Börse lange suchen.

 

Wichtige Investitionen bereits geleistet

 

Dies wird sich in den nächsten Jahren enorm positiv auf die Gewinne und den Aktienkurs auswirken, denn die gewinn-abführende HME ist bereits stark in Vorleistung gegangen. Investiert wurde in den letzten Jahren unter anderem in den Aufbau eines Arzneimittel-Vertriebsnetzes im Großraum Shanghai, aus dem 2010 die ersten Umsatzströme zu erwarten sind. Daneben hat die HME eine Grundstücks-Option für ein Luxushotel-Projekt auf der Insel Hainan eingebracht. Bis 2011 soll hieraus ein Erlös von bis zu 4 Millionen Dollar entstehen.

 

In die Kakao-Plantage in der Provinz Yunnan, an der sich die Gesellschaft mit einem „niedrigen siebenstelligen Betrag“ beteiligen will, dürften ebenfalls bereits erste Summen geflossen sein. Dies alles sind Kosten, die allein die HME tragen muss. Sobald die Projekte aber einen Ertrag abwerfen, hält automatisch die Shanghai Fairtrade AG die Hand auf. Besser kann es für Aktionäre kaum laufen.

 

Dieses Jahr gibt es zweimal Dividende

 

Bereits erwähnt haben wir den Sachverhalt der doppelten Dividende, von dem die Aktionäre der Shanghai Fairtrade AG in diesem Jahr profitieren werden. Die bereits vorgeschlagene Ausschüttung von 100.000 Schweizer Franken bezieht sich nämlich – wegen der Verzögerung mit dem Testat – auf das Jahr 2008. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es auch für 2009 eine Dividende geben wird, die sogar höher ausfallen dürfte. Damit können in den kommenden Monaten voraussichtlich zwei Jahresdividenden von den Aktionären vereinnahmt werden können.

 

Wachstum durch neue Projekte

 

Wir halten das Geschäftsmodell der Shanghai Fairtrade weiterhin für äußerst aussichtsreich. Der Handel mit Maschinen und Industrieanlagen zwischen China und Europa weist noch ein erhebliches Wachstumspotential auf. Chinas Außenhandel hat sich nach der Finanzkrise wieder sichtlich erholt. Die Exporte des Landes sind im Januar gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent und die Importe sogar um 85 Prozent nach oben geschossen.

 

Die Shanghai Fairtrade AG ist sehr gut positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Gleichzeitig wurde das Geschäftsfeld mit dem neuen Pharma-Bereich und dem Kakao-Projekt sichtlich verbreitert, was mittelfristig noch für deutlich höhere Gewinne sorgen dürfte.

 

Fazit:

Wir halten die Aktie der Shanghai Fairtrade AG weiterhin für kaufenswert. Das Papier wird von den meisten Marktteilnehmern unterschätzt – eine deutlich höhere Bewertung ist gerechtfertigt

Erklärung nach § 34b Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes

Der Autor erklärt, dass er bzw. mit ihm oder seinem Arbeitgeber verbundene Person im Besitz von Finanzinstrumenten war oder ist, auf die sich die Analyse bezieht, bzw. in den letzten 12 Monaten an der Emission des analysierten Finanzinstruments beteiligt war oder für deren Publikation entgeltlich vergütet wurde. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenskonfliktes.

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Über den Autor
 
Autor: Rainer Hahn Rainer Hahn,
Emfis GbR

Rainer Hahn ist seit zehn Jahren in Asien auf der Suche nach den interessanten Investmentmöglichkeiten. Bis Mai 2011 war Rainer Hahn CEODer EMFIS GbR, den führenden Börsenportal für Nachrichten zu den Emerging Markets.

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