Es ist erfreulich, wenn eine echte Innovation eine für Anleger bedeutende Schwachstelle aufgreift und tatsächlich verbessert.
Dem Wissenschaftler Robert D. Arnott gelingt es, den herkömmlichen
Indizes eine Dummheit auszutreiben, unten denen sie laut Prof. Wolfgang
Gerke naturgemäß leiden.
Anlass für die Neuerung ist das
Phänomen über- und unterbewerteter Aktien, deren Börsenwert keinesfalls
mit den Unternehmensdaten zu rechtfertigen ist. Dadurch kommt es bei
den Anlegern, die passiv in Indizes investieren, zu systematischen
Verlusten.
Beispiel Volkswagen-Aktie:
Der Börsenwert erreichte im Rahmen von Übernahme-Spekulationen im
letzten Jahr binnen weniger Wochen ein Niveau, das Volkswagen
rechnerisch zum teuersten Unternehmen aller Zeiten machte. So ziemlich
alle Marktteilnehmer waren sich der Überbewertung bewusst. Der
Kurssturz war vorprogrammiert. Das Problem: Es stehen einem passiven
Investor, der mittels Indizes in deutsche Aktien investieren will, nur
Indizes zur Verfügung, in denen Aktien nach Börsenwert gewichtet sind,
wie der DAX (z.B. als DAX-ETF oder DAX-Zertifikat). Der passive Anleger
würde also Volkswagen-Aktien in seinem Depot entsprechend ihrem hohen
Börsenwert ein besonders hohes Gewicht verleihen. Sobald die
Volkswagen-Aktie auf ein faires Bewertungsniveau fällt, erleidet das
Depot einen besonders hohen Verlust. Das Beispiel zeigt, dass die Gewichtung nach Marktkapitalisierung (= Börsenwert) zu systematischen Verlusten führt. Aber was ist die Alternative?
Arnott hat die Lösung: Die von seinem Team entwickelten RAFI-Indizes gewichten Aktien nach fundamentalen Unternehmensdaten.
RAFI steht für Research Affiliates (= Arnotts Firma) Fundamental Index.
Die Aktien werden gewichtet nach Cash Flow (= Einzahlungsüberschuss),
Umsatz, Buchwert und Dividende. Der Börsenwert spielt keine Rolle.
Damit beseitigen RAFI-Indizes nicht nur die systematischen Verluste
von herkömmlichen Indizes, sondern nutzen die Über- und
Unterbewertungen sogar noch renditesteigernd aus: Zu teure
Unternehmen werden schwächer und zu billige stärker gewichtet. Bewegt
sich der Börsenwert wieder auf ein faires Niveau, dann erzielen die
fundamental gewichteten Indizes eine höhere Rendite.
RAFI-Indizes bringen Renditevorteil
Für den Anleger ist letztendlich entscheidend, was diese Art der
Gewichtung für die Performance bringt. Dazu berechneten die Forscher
ihre RAFI-Indizes für die Jahre 1962 bis 2004. In dem Zeitraum lag der
durchschnittliche Renditevorteil zum Vergleichsindex bei ca. 2 %-Punkten p.a.
In den einzelnen Jahrzehnten innerhalb des Untersuchungszeitraums trat
der Renditevorteil ebenso deutlich zu Tage: 1960er +0,33 %, 1970er
+2,73 %, 1980er +2,04 %, 1990er -1,00 %, 2000er +9,32 %.
Sie analysierten ebenso den Renditevorteil in Zeiten unterschiedlicher Zinsentwicklung (steigende Zinsen: +1,9 %, fallend: +2,43 %), Konjunkturphasen (steigend: +1,74 %, fallend: +4,31 %) und Börsenphasen (steigend:
+0,37 %, fallend: +6,8 %). Bis auf eine Ausnahme in den 1990ern war der
Renditevorteil stets positiv. Besonders robust zeigen sich RAFI-Indizes
mit durchschnittlich +6,8 %-Punkten in Zeiten fallender Aktienkurse. (alle Angaben in %-Punkten Renditeunterschied pro Jahr)
Für die drei relevanten RAFI-Indizes für Europa, USA und die
Industrieländer bieten Lyxor und PowerShares ETFs an. Es zeigt sich: Seit Auflegung schlugen die RAFI-ETFs ihre MSCI-Vergleichsindizes um durchschnittlich 2 bis 3 %-Punkte.
(MSCI-Indizes gewichten Aktien nach Börsenwert; Ausschüttungen und
Fondsverwaltungskosten sind bereits in den Renditedaten der
RAFI-Indizes berücksichtigt). Der Renditevorteil wird sogar noch
größer, wenn von den MSCI-Indizes die Fondsverwaltungskosten abgezogen
werden.

Kritik
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Curtis Schneekloth, PortfolioStrategie |
PortfolioStrategie - einziger Anlegerbrief mit Erfolgs-Garantie. Das Muster-Depot verschafft Lesern bisher eine Rendite von umgerechnet + 8,0 % pro Jahr. Verlustmonate: Null. Freier Newsletter auf www.PortfolioStrategie.net
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