Zumindest vorläufig konnten die Börsianer die Verunsicherung wegen anstehender Konjunkturdaten und den ausufernden Schulden in diversen Staatshaushalten vergessen. Überraschend gute Zahlen aus der Automobilbranche – ausgerechnet der Industriezweig, der unter der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders schwer zu leiden hatte – sorgten zeitweise für Kauflaune an den Märkten.
BMW und VW
können positiv
überraschen
Beim
Münchener Automobilkonzern BMW fielen die Bilanzzahlen 2009 besser aus,
als
erwartet. Der Gewinn von 210 Mio. Euro übertraf die Schätzungen der
Analysten,
die im Schnitt 174 Mio. Euro vorhergesagt hatten, deutlich. Im
Vergleich zum
Vorjahr ist der Gewinn damit „nur“ um 36 Prozent zurückgegangen.
Operativ lief es
2009 sogar besser als 2008, der Gewinnrückgang ist durch eine
gestiegene
Steuerquote bedingt. Positiv für Aktionäre: Die Dividende wird nicht
gekürzt
und bleibt bei 0,30 Euro je Stammaktie. Für das Geschäftsjahr 2010
äußerte sich
der Vorstand verhalten optimistisch. Als Zielmarke wurde ein Absatzplus
im
einstelligen Prozentbereich auf über 1,3 Mio. Fahrzeuge genannt. Die
BMW-Aktie legte
zeitweise kräftig zu.
Optimismus
bei VW
Beim
Branchenkollegen VW brachte VW-Chef Winterkorn die Aktie in Schwung.
Auf der
Bilanzpressekonferenz hielt er sich nicht lange mit den 2009er Zahlen
auf – die
waren bereits vorab veröffentlicht worden – sondern nannte gleich die
Ziele
2010. Die haben es in sich. 70 Neuheiten will der Konzern in diesem
Jahr
bringen. Umsatz und operativer Gewinn sollen steigen. Im Januar und
Februar
2010 hat VW weltweit mehr als 1,02 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert,
was einem
Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Auch
längerfristig bleibt VW bei seinen ehrgeizigen Zielen. Bis 2018 wollen
die
Wolfsburger der größte Automobilkonzern der Welt werden und Toyota
überrunden.
Details zur angekündigten Kapitalerhöhung gab es allerdings nicht. Die
VW-Aktie
konnte dennoch kräftig steigen. Unser Trading-Tipp vom Montag – das
Long-Hebelzertifikat
TB84QG auf die VW-Vorzüge – konnte bereits um mehr als 80 Prozent
zulegen.
Anleihenfonds
Pimco warnt vor
Ausfällen bei Staatsanleihen
Etwas
beruhigt hat sich die Lage am Devisenmarkt, nachdem es so aussieht, als
könnte
Griechenland vor der Pleite bewahrt werden – wie auch immer.
Griechenland sei
jedoch nur das Vorspiel eines noch viel größeren Dramas, sagt der Chef
des
weltweit größten Anleihen-Fondsverwalters Pimco, Mohamed El-Erian.
Durch die
Fokussierung auf Griechenland würden andere wichtige Faktoren
vernachlässigt.
Vor allem in den USA und Großbritannien seien noch viel größere
Probleme zu
befürchten, so El-Erian, der seine Aussagen mit dem Satz „es gibt ein
Kreditrisiko im Bereich Staatsanleihen“ auf den Punkt bringt. In
anderen
Worten: Der Pimco-Chef warnt vor Zahlungsausfällen durch Staatspleiten.
Auch
wir haben im DaxVestor bereits mehrfach vor den Risiken im Pfund- und
Dollar-Raum gewarnt. Die derzeit am Devisenmarkt zu beobachtende
Beruhigung
könnte daher auch nur die Ruhe vor einem möglichen Sturm sein.
Geht dem
DAX die Puste aus?
Der DAX
konnte zum Wochenschluss sein Hoch nicht halten und unterbrach den
Ansturm auf
die 6.000er Marke. Geht dem DAX womöglich bereits wieder die Puste aus
und der
Test dieser psychologisch wichtigen Markt fällt aus? Das ist gut
möglich und
wird vor allem von den weiteren Konjunkturnews aus den USA und der
Krise in
diversen Staatshaushalten bestimmt. Die positive Charttechnik ist zwar
noch
intakt, wäre bei einem Rückfall unter 5.850 Punkten jedoch stark
gestört.
Ihr
Stefan Böhm
Chefredakteur
DaxVestor
http://www.dax-vestor.de
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S. Böhm, DaxVestor |
Der DaxVestor ist Deutschlands großer DAX-Börsenbrief und legt seinen Fokus auf Aktien, Optionsscheine und Hebelzertifikate. Es wird eine reines DAX-Musterdepot geführt, welches von Stefan Böhm gemanaged wird. Der diplomierte Volkswirt verfügt über langjährige Erfahrung und ausgezeichnete Referenzen im Bereich Aktien und Derivate. Mehr Informationen über das vielfältige Leistungsangebot und weitere Zusatzleistungen erhalten Sie unter www.dax-vestor.de.
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