Für ein Jahr Laufzeit bietet das beste Festgeld derzeit 3,3 % Zinsen.
Zum Vergleich: Eine Anleihe des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW1ZM) mit
ca. 5 Jahren Restlaufzeit bietet eine Umlaufrendite von 2,6 %
pro Jahr. Auf den ersten Blick ist die Verzinsung von Festgeld höher als
die Umlaufrendite. Eine Entscheidung für das Festgeld wäre jedoch ein
Fehler.
Zugegebenermaßen: Ein direkter Vergleich von Festgeld und Anleihen
ist nicht möglich. Während Festgeld meist der Einlagensicherung
unterliegt und über die Laufzeit gebunden ist, unterliegen Anleihen dem
Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Emittenten und können stets (bei
ausreichender Liquidität) an der Börse verkauft werden.
Dennoch können wir sehr berechtigt die beiden Anlagen vergleichen, wenn
wir annehmen: Wir halten die Anleihe auch nur ein Jahr und verkaufen
sie dann an der Börse. Und: Die Sicherheit der Einlagensicherung ist
gleichwertig zur Bonität des Landes Nordrhein-Westfalen.
Die tatsächliche Rendite beachten.
Die Anleihe ist nun tatsächlich lukrativer als das Festgeld.
Denn die tatsächliche Rendite der Anleihe liegt bei 4,0 %. Dies ergibt
sich aus der Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis plus den
gezahlten Zinsen, bezogen auf den Kaufpreis. Also: (107,27 Euro - 106,95
Euro + 4 Euro) / 106,95 Euro = 4,0 %. Das sind 1,4 %-Punkte mehr als
bei der Umlaufrendite bzw. 0,7 %-Punkte mehr als das Festgeld.
Tatsächliche Rendite vs. Umlaufrendite.
Warum das so ist, erklärt ein Beispiel: Eine fiktive Anleihe mit 2
Jahren Restlaufzeit hat eine Umlaufrendite von 2 % p. a. Hielte man die
Anleihe bis zur Rückzahlung, bekäme man also 2 % p.a. Rendite. Jedoch
wissen wir, dass die Umlaufrendite mit der Restlaufzeit abnimmt. Nach
einem Jahr beträgt sie nur noch 1 % p.a. Was bedeutet, dass sich die
ursprüngliche Umlaufrendite von 2 % p.a. nicht gleichmäßig über die
Restlaufzeit verteilt (also 2 % im ersten und 2 % im zweiten Jahr),
sondern im Bereich der längeren Restlaufzeit höher ist um die geringe
Umlaufrendite bei kürzeren Restlaufzeiten auszugleichen. (z.B. 3 % im
ersten Jahr und 1 % im zweiten Jahr)
Diese Zusatzrendite ist ergo umso höher, je stärker die
Zinsstrukturkurve ansteigt. Nutzen wir dies, so rollen wir auf der
Zinsstrukturkurve im Zeitablauf ein wenig nach unten. Deshalb die
Bezeichnung "Rollgewinne".

Die Gefahr: steigende Zinsen.
Steigen die Zinsen, fällt der Verkaufspreis und die tatsächliche
Rendite verringert sich. (siehe Tabelle für Beispiele bei einem
Zinsanstieg um 1 %-Punkt) Dennoch büßen sogar in diesem Fall Anleihen
kaum etwas von Ihrer Attraktivität ein: zwar ist ihr Kurs gefallen, die
damit verbundene Umlaufrendite jedoch ist gestiegen. Das heißt: Bleibt
man investiert, dann bleibt die Gesamtrendite recht hoch je nach
Zinserhöhung.
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Curtis Schneekloth, PortfolioStrategie |
PortfolioStrategie - einziger Anlegerbrief mit Erfolgs-Garantie. Das Muster-Depot verschafft Lesern bisher eine Rendite von umgerechnet + 8,0 % pro Jahr. Verlustmonate: Null. Freier Newsletter auf www.PortfolioStrategie.net
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