Wochenausblick Euro-Dollar und Dax



17:57 15.03.10

Wochenausblick Euro-Dollar und Dax

Montag, 15. März 2010   Kontakt: www.actior.de  

 

 

 

Euro-Dollar:

Leicht zulegen konnte der Euro in der letzten Handelswoche. Dabei begann die europäische Einheitswährung zunächst schwach und fiel vom Bereich knapp unter 1,37 kontinuierlich ab und erreichte am Dienstag sein Wochen-Tief bei 1,3537. Die einsetzende Erholung scheiterte knapp über 1,36, doch drehte der Euro nach einem Rücksetzer wieder nach oben und konnte von dort an kontinuierlich ansteigen. Am Freitag gelang schließlich der Sprung über die Widerstandszone 1,3680/1,37, erst knapp unter 1,38 war dann das Ende der Ralley erreicht. Am heutigen Montag verliert der Euro etwas an Terrain, kann sich jedoch noch über der 1,37 halten - das vor dem Hintergrund des heutigen ECOFIN-Treffens, bei dem es wieder einmal um die Griechenland-Thematik geht.

Insgesamt war in der letzten Woche sehr wenig los, daher werfen wir noch einmal einen kurzen Blick auf den gestern zu Ende gegangenen Parteitag in China, bei dem sich Premier Wen Jiabao doch recht skeptisch zur Wirtschaftsentwicklung Chinas äusserte - und damit nach wie vor dem westlichen Mainstream, wonach im Reich der Mitte immer neue Wunder zu erwarten seien, widerspricht. Außergewöhnlich war nicht die Verkündung eines neuen Rekorddefizits des chinesischen Staatshaushalts, sondern die Aussage, wonach die Steuereinahmen Chinas sich beträchtlich verringert hätten - das ist angesichts eines behaupteten Wachstums knapp unter 9% schon eine recht erstaunliche Tatsache. Übertragen wir einmal die chinesische Situation auf Deutschland und phantasieren uns ein Wachstum von fast 9%, müßte man doch davon ausgehen, daß auch die Steuereinnahmen massiv ansteigen, oder?! Nun gut, außer die FDP würde die Alleinregierung stellen und die deutsche Bevölkerung aus 99% Hoteliers bestehen. Aber das ist beides bekanntlich ja nicht der Fall, und so werfen die verminderten Steuereinnahmen ein sehr schräges Licht auf das vermeintliche Wachstum in China; selbst wenn man berücksichtigt, daß viele Staatsinvestitionen in die öffentliche Infrastruktur geflossen sind, müßten die ausführenden Unternehmen Steuern zahlen. Möglicherweise sind also die chinesischen Wachstumsraten so logisch wie der kommunistische Turbokapitalismus der KP-Führung - es wird die Zeit kommen, in der auch hier die Wahrheit ans Licht kommen wird, nämlich dann, wenn die Immobilienblasen in den chinesischen Großstädten platzen bzw. geplatzt sind.

Zurück zum Euro: wir erleben aktuell eine Seitwärtsphase mit leicht positiver Grundtendenz, der große Druck nach unten ist erst einmal weg, andererseits wachsen die Bäume Richtung Norden auch nicht in den Himmel. Es wird nun wichtig sein, den am Freitag gebrochenen Bereich 1,3680/1,37 nicht mehr zu unterbieten, und andererseits die schwer zu überbietende Zone 1,38/1,3850 nach oben zu durchstoßen - dazwischen bieten sich keine neuen Engagements an, während ein Bruch dieser Marken prozyklisch gehandelt werden sollte (also unter 1,3680 short, über 1,3750 long). In dieser Woche stehen deutlich mehr Daten auf der Agenda (Höhepunkt die morgen abend erfolgende Fed-Entscheidung), sodaß die gepflegte Langeweile an den Märkten hoffentlich bald ein Ende hat.

 

 

Dax:

 

Dünnes Volumen, große Langeweile, und im Endeffekt ein kaum veränderter Dax - das ist das Fazit der letzten Handelswoche. Insbesondere zu Anfang der Woche bewegten sich die Aktienmärkte - schon aus Mangel an Daten - kaum vom Fleck, eine grassierende Lustlosigkeit war die Folge. Zwar konnte der Dax die 5900er-Marke überwinden, aber nach wie vor bleibt die Dynamik aus. Etwas Schwung kam erst nach den besseren US-Einzelhandelsumsätzen am Freitag auf, als der Dax fast die 6000er-Marke geknackt hätte, doch dämpften die schwachen Daten zum US-Verbrauchervertrauen die Euphorie dann wieder deutlich. Am heutigen Montag kommt der Dax auf die 5900er-Marke zurück, die er bislang verteidigen kann.

Nun ist die Berichtssaison sowohl in den USA als auch in Deutschland gelaufen, und wenn man eines feststellen kann, dann ist es der Trend zur Kürzung der Dividenden. Eben diese Dividenden waren aber für viele Analysten ausschlaggebende Kaufargumente, nach dem alten Motto "setze das Kursziel 10% über den aktuellen Kurs und behaupte, daß der Wert angesichts der Dividende ja letzlich günstig ist". Daß die Unternehmen diese Philosophie etwas ins Wanken bringen, ist ziemlich rücksichtslos, da sich nun einige Herrschaften doch tatsächlich andere Argumente aus dem Ärmel ziehen müssen - und das ist bei gelernten BWLern, deren Leben und Denken in recht engen Bahnen verläuft, keine leichte Sache!

Wie dem auch sei, die Wahrscheinlichkeit, daß etwas mehr Bewegung in die Märkte kommt, ist recht hoch. Da ist zum einen die morgige Fed-Sitzung, andereseits ist am Freitag großer Verfallstag - was die Kurse noch einmal stützen könnte, da Richtung Verfall die Märkte meist ihren bisherigen Trend beibehalten. Überflüsig zu erwähnen, daß die Aktienmärkte recht deutlich überkauft sind, und in den USA fällt doch auf, daß echte "junk"-Werte wie AIG und Citigroup am meisten von der gedankenfreien Ralley profitieren konnten. Das Wiederaufpumpem von Leichen à la AIG etc. mag zwar kurzfristig neue Käuferschichten in den Markt ziehen, hinterläßt aber einen Verwesungsgeruch, den man nicht mehr so schnell los wird. Da stimmt etwas nicht mit der Substanz, wenn der "Dreck nach oben gespült wird" - wir sehen darin jedenfalls ein Warrnzeichen, daß eben diese Ralley ihren Zenit bereits überschritten hat. Rein saisonal ist Mitte März oft ein Wendepunkt, der das Bisherige ins Gegenteil umkehren kann, Gründe dafür gäbe es ja reichlich.

Was der Dax auf der Oberseite noch erreichen kann, ist die Zone 6050-6100, allerdings wird auch dieser Weg steinig und zäh. Auf der Unterseite ist der aktuell bedeutsamste Unterstützungsbereich bei 5730-60 zu finden. Bräche dieser Bereich, würde sich eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation komplettieren, deren Kursziel dann bei 5300 bzw. 5170 liegen würde.

 

 

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