Es gibt Unternehmen, die es im normalen Tagesgeschäft einfach nicht auf
die Reihe bringen. Und deshalb sich Themen suchen müssen, die außerhalb
dessen liegen. So springt mir heute eine magentafarbene Anzeige mit der
Überschrift „Wir trauen uns was. Die Deutsche Telekom wird weiblicher.
Mit Quote.“ direkt ins etwas übermüdete und garstig drein blickende,
noch nicht frühstücksbereite Gesicht.
Und so hat sich die Telekom endlich ein Ziel gegeben, das sie diesmal
auch
einhalten kann bzw. möchte. Bis 2010 sollen 30 % des oberen und
mittleren Managements mit Frauen besetzt werden. Was soll man dazu
sagen? Vielleicht. Habt Ihr keine anderen Sorgen bei der Telekom? Oder,
besser. Wie wär’s wenn wir gleich beim Vorstandsvorsitzenden und seiner
T-Mobile Gefolgschaft anfangen? Wenn Herr Obermann nämlich nicht weiter
eine so unverhältnismäßig hohe Dividende versprechen würde, dann sähe
es zappenduster um den Kurs der Deutsche Telekom aus. Insofern wäre
mein bescheidener Vorschlag für die Telekom. 100 % weibliche Quote im
Vorstandsbereich. Was halten Sie davon Herr Obermann?
Und während die Vorstandsetage in Bonn krampfhaft Themen sucht, mit
denen sie im täglichen Blättermarkt punkten kann, versuchen andere
Vorstände zu erklären warum sie ihre Unterschrift an der richtigen
Stelle, aber irgendwie nicht wirklich ernsthaft geleistet haben. Beim
Omega Debakel der HSH Nordbank kann die Erklärung offenbar nur die
sein, dass man falsch unterrichtet wurde. Dass ein Vorstand aber für
alles verantwortlich ist, was in seinem Unternehmen vorgeht – übrigens
auch für seine Unterschrift – ist den Herren bei der HSH mit dem
Oberboss und Aufsichtsratsvorsitzenden Kopper abhanden gekommen. Aber
Unterschriften unter Papieren, die „nur“ 270 Mio. Euro Steuergelder
gekostet haben sind möglicherweise für den ein oder anderen nur
Peanuts. Angesichts der milliardenschweren Hilfen, die das Bundesland
derzeit in die Knie zwingen.
Dass man als Toter beinahe mehr verdienen kann als zu Lebzeiten zeigt
Michael Jackson. Ein Rat, denn die Landesbanken beherzigen könnten.
Wobei man da allerdings zu Lebzeiten eine solide Leistung hinlegen
hätte müssen. Soeben hat nämlich der Jackson estate mit Sony einen
Vertrag über die Veröffentlichung von 10 Alben in den nächsten 7 Jahren
geschlossen. Der Deal ist satte 250 Mio. Dollar schwer. Zudem hat Sony
seit dem Tod von Michael über 31 Mio. Alben verkauft. Nicht schlecht,
Frau Specht, kann man da nur bewundernd ausrufen.
Soviel wird man mit Aktienanleihen nicht verdienen können. Wobei hohe
Kupons derzeit die Anleger begeistern. So kann man zum Teil bei Halten
bis Endfälligkeit bis zu 10 % Rendite kommen. Wobei diese Rendite
allerdings ganz wesentlich von der Entwicklung des Aktienkurses
abhängt. Also mich kann das nicht richtig begeistern. Da gehe ich im
Zweifel lieber gleich in die Aktie. Da weiß ich wenigstens wo das
Risiko liegt.
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Norbert Lohrke, Globalyze Invest AG |
Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“
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