16. März 2010 Trends am Nachmittag
Rating für Griechenland bestätigt
Anleger in Kauflaune
Die späten Kursgewinne an der Wall Street in New York am gestrigen Abend zogen bereits zu Beginn der heutigen Börsensitzung auch am deutschen Aktienmarkt die Kurse nach oben. So kletterte der DAX am Vormittag zunächst um 0,7 Prozent auf 5.945 Punkte. In diesem Bereich pendelte der deutsche Leitindex dann bis zum Nachmittag in einer sehr engen Handelsspanne.
Nach der Veröffentlichung des ZEW-Konjunkturindex erreichte der DAX zwischendurch bereits kurz mal das Niveau von 5.954 Punkten. Der Euro notierte in dieser Phase bei 1,3705 US-Dollar ebenfalls fester. Der Bund-Future verlor hingegen rasch 16 Ticks auf 122,55 Punkte. Der ZEW-Index verzeichnete zwar den sechsten Rückgang in Folge, durch den Anstieg der Lageeinschätzung ergibt sich insgesamt jedoch ein positiveres Bild. Analysten zufolge bleibe das Erholungsszenario für die deutsche Wirtschaft somit intakt. Das Risiko einer abflachenden Dynamik nehme jedoch zu.
Am Nachmittag bekamen die Märkte dann den entscheidenden Impuls nach oben. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) betätigte ihre Bewertung für Griechenland mit „BBB+/A-2“. Analysten hatten hier wegen der anhaltenden Finanzprobleme mit einer baldigen Herabstufung gerechnet. Die Bestätigung der Bonitätsnote beflügelte am Nachmittag auch den DAX, der auf 5.985 Punkte kletterte und damit um 1,4 Prozent im Plus lag. Der Euro legte unterdessen auf 1,3760 US-Dollar zu, während der Bund-Future bei 122,78 Punkten mit sechs Ticks im Plus notierte.
Die Mehrheit der kurzfristig orientierten Derivateanleger glaubt allerdings noch immer nicht an eine schnelle Überwindung der 6.000er Marke beim DAX. Aktuell werden wiederum mehr Put-Optionsscheine und Short-Zertifikate gekauft. Dies spiegelt auch der Euwax Sentiment Index wider, der jetzt bei minus 33 Punkten notierte.
Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, möchte einen Vorsteuergewinn von zehn Milliarden Euro bis zum Jahr 2011 fest im Auge behalten. Damit würde auch das immer wieder heftig diskutierte Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent erfüllt werden. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass sich die Lage an den Finanzmärkten normalisiere. Ackermann zufolge müsse für das Erreichen der ehrgeizigen Ziele die Weltwirtschaft in den nächsten zwei Jahren um wenigstens zwei Prozent wachsen. Im Jahr 2009 hat die Deutsche Bank vor Steuern 5,2 Milliarden Euro verdient. Der Aktienkurs stieg heute bis zum Nachmittag um 2,7 Prozent auf 53,98 Euro. Beflügelt wurde dieser auch durch Analysten von Morgan Stanley, die das Kursziel von 56,00 Euro auf 58,00 Euro erhöhten. Eine Reihe von Derivateanlegern nahm im Laufe des Tages erst einmal Gewinne bei Call-Optionsscheinen mit.
Utz Claassen, der Vorstandsvorsitzende von Solar Millennium , ist überraschend zurückgetreten. Damit legte der frühere EnBW-Chef nach nur zweieinhalb Monaten sein Amt nieder. Dabei berufe er sich auf ein ihm eingeräumtes Recht, innerhalb einer definierten Überlegungsfrist eine solche Entscheidung fällen zu dürfen. Weitere Gründe wurden allerdings nicht genannt. Deshalb lässt dies nun Spielraum für Spekulationen. Die Unsicherheiten am Aktienmarkt waren so groß, dass die Aktie zweitweise um rund 35 Prozent auf 18,88 Euro abstürzte. An der Euwax kam es zunächst zur Ausführung zahlreicher Stop-loss-Orders bei Call-Optionsscheinen, die in den vergangenen Monaten immer wieder stark nachgefragt wurden. Im weiteren Verlauf wurden diese Scheine aber auf niedrigerem Niveau wieder zurückgekauft. Der Aktienkurs erholte sich dann im Laufe des Tages auf 24,00 Euro. Damit lag das Papier aber immer noch mit 16,9 Prozent im roten Bereich.
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Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG |
Cornelia Frey und Holger Scholze informieren abwechselnd um das Geschehen im Derivatebereich der Stuttgarter Börse. Neben Fernsehinterviews beim Nachrichtensender n-tv, berichten sie in Radiointerviews und den Marktberichten EUWAX Trends über das Geschehen bei Optionsscheinen & Co.
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