Nun ist es soweit, der DAX ist zum zweiten Mal in diesem Jahr über die 6.000-Punkte-Marke gestiegen. Damit nähert er sich dem Kursziel der hier vor einiger Zeit vorgestellten inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS). Dazu der bekannte Chart:
Das Kursziel dieser SKS wird durch das blaue senkrechte Rechteck dargestellt und liegt bei den Hochs vom Anfang des Jahres. Da mittlerweile die US-Indizes allesamt auch schon diese letzten Hochs überwunden haben, muss man davon ausgehen, dass die Rallye auch im DAX weiter geht. Dazu der S&P500 Chart, den Sie bereits kennen:

Sie sehen, der Ausbruch über die 1.150er Marke ist eindeutig und nachhaltig gelungen.
Sehen wir die 5.900 Punkte zum Verfall?
Noch kann der Verfallstag am Freitag bremsen. Das eigentliche Kursziel für den DAX liegt bei 5.900 Punkten, aber auch bis in den Bereich der 6.050er Marke würden sich die Stillhalter noch relativ wohl fühlen. Ein Auslöser für einen Rücksetzer auf die 5.900er Marke könnte sein, dass es in den US-Indizes zu einem Retest an die alten Hochs kommt. Beim S&P500 wäre das z.B. ein Test der 1.150er Marke von oben.
Warum so bullish?
Hintergrund der positiven Stimmung heute ist, dass die Fed weiterhin an ihrer expansiven Nullzinspolitik festhält. Auffällig ist, dass die Fed in ihrem neuen Statement nicht mehr von einer Verringerung der Schwäche auf dem Arbeitsmarkt spricht, sondern bereits von einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes (die wir nach der bisherigen Datenlage so noch nicht wirklich bestätigen können). Betont wird, dass die Unternehmensinvestitionen im Bereich Equipment und Software „signifikant“ gestiegen seien. Auch auf den US-Immobilienmarkt geht die Fed ein: So gehen die Investitionen in Gewerbeimmobilien weiter zurück, und bei den Baubeginnen zeige sich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau.
Die Politik der Samtpfoten
Insgesamt führt die Fed mit diesem Statement die Strategie fort, ganz vorsichtig von Statement zu Statement über weitere Verbesserungen zu berichten, ohne jedoch die Passage, dass die niedrigen Leitzinsen aufgrund der aktuellen Situation weiterhin auch noch für eine Zeit gerechtfertigt seien, zu verändern.
Zinserhöhungen erst 2011?
Die Märkte interpretierten dieses Statement erneut so, dass die nächste US-Leitzinsanhebung eher erst Anfang 2011 stattfinden wird. Damit erwarten nur noch wenige Analysten eine Leitzinsanhebung bereits im Sommer dieses Jahres. Und das könnte zumindest aus fundamentaler Sicht eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung begründen. Wie gesagt, die US-Indizes werden so ca. ein halbes Jahr vor einer Zinserhöhung in eine Seitwärtsbewegung übergehen. Sollte die Erhöhung tatsächlich erst 2011 erfolgen, bliebe schließlich noch etwas Zeit.
Viele Grüße
Ihr
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Jochen Steffens, Stockstreet GmbH |
Jochen Steffens ist als Chefredakteur diverser Fachpublikationen im Bereich Börse und als bekannter Kolumnist tätig. Seit mehr als zwölf Jahren arbeitet er als eigenverantwortlicher Daytrader mit dem Schwerpunkt Futurehandel. Als Geschäftsführer der Stockstreet GmbH ist er für die Börsenseite stockstreet.de verantwortlich. Dort gibt er den täglich erscheinenden Börsennewsletter: "Steffens Daily" heraus. Für mehr Information: www.stockstreet.de
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